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von Daniel Hufeisen
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Marburger Institut für Religion und Psychotherapie
Heute startete das neugegründete Marburger Institut für Religion und Psychotherapie mit einem Eröffnungssymposium. Nach einführenden Worten und Grußworten von Norbert Schmidt, Heinzpeter Hempelmann und Harry Wollmann folgten Vorträge von Holger Eschmann (Theologisches Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche, Reutlingen – Bücher von Eschmann) und Michael Utsch (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin – Bücher von Utsch).
Eschmann sprach vormittags zum Thema “Wie hältst Du’s mit der Psychotherapie?“, es ging um das Verhältnis von Seelsorge und Psychotherapie. Noch spannender fand ich persönlich den Vortrag am Nachmittag von Utsch: “Wie Psychologie glauben hilft – Psychologische Empfehlungen zur Vertiefung der Gottesbeziehung”.
Hier einige Notizen dazu (teilweise sind es Zitate aus seiner Powerpoint):
- Das Ziel einer Umformung des inneren Menschen im Sinne wachsender Christusfrömmigkeit ist eindeutig: Das Herz / die Seele pflegen -> therapeutische Theologie
- Nicht die positiven Wirkungen des Glaubens stehen im Zentrum (funktionale Vereinnahmung), sondern das Sich-Öffnen der Seele für die verborgene Gegenwart Gottes. Dort geschieht allmählich die Umformung des inneren Menschen.
- Es gibt viele Beispiele christlicher Seelenpflege in der Kirchengeschichte: Bei den Wüstenvätern, Herzensgebet, Tersteegen, charismatische Anstöße etc.
- Theologie gibt der Psychologie gute Impulse: Herzensgebet/Kontemplation reduziert Stress, Vergebungsforschung, Vertrauen satt Angst etc.
- Dabei macht Glaube nicht automatisch glücklich: Auf Qualität der Gottesbeziehung kommt es an. – Glaube kann missbraucht werden.
- Ein positiver, persönlich adaptierter Glaube setzt Kräfte frei, die über Placebo-Wirkung hinausgehen.
- Wenn es ein erfahrungsmäßiges Wahrnehmen der Gegenwart Gottes gibt (Mittelalter) und der Christ ein Erfahrender/Mystiker ist (Rahner), kann heute die Psychologie dazu beitragen, den individuellen Glauben zu vertiefen.
- 3 Wege der Gotteserkenntnis: In Natur, in Bibel und in eigener Erfahrung
- Die Psychologie wäre ohne die erfahrungsarme Theologie nicht so erfolgreich geworden
- Die Psychologisierung des Glaubens hat die Bedeutung von “Spiritualität” verzerrt Eigentlich geht es bei Spiritualität darum, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.
- Probleme bei” Spritualität”: Selbstmystik statt Christusmystik, Sakralisierung der Psyche etc.
- Psychologisierende Deutungen rechtfertigen das eigene Selbst: Schuld wird “wegpsychologisiert” etc.
- Aber Psychologie kann glauben helfen!
- Glaube ≠ Placebo-Effekt, sondern Beziehungsweise (glauben an, vertrauen auf).
- Glaube ist leicht verführbar
- Glaube als Beziehungsweise: Vielfalt der Beziehungsstile akzeptieren (Persönlichkeitstyp hängt oft mit dem Glaubensstil zusammen) etc.
- Psychologie hilft glauben: Echtheitsprüfung: Durchdringt Glaube das Leben? – Gefühle und Unbewusstes besser verstehen – Arbeit an den Wurzelsünden (Geistliche Begleitung) – Seelische Gottesbilder entlarven & verabschieden
- Glaube benötigt Gemeinschaft: Gesprächskultur der Innerlichkeit entwickeln: über Gottesbilder, Zweifel etc. sprechen
- Wahrnehmung schulen: Aufmerksamkeit für die größere Wirklichkeit Gottes, Umformung des inneren Menschen etc.
- Thesen: Psychologische und theologische Aspekte helfen bei der “Umformung des Menschen”
- Am Ende noch ein Zitat von Ricarda Huch: “Alles Menschliche will Dauer, Gott will Veränderung”
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von Daniel Hufeisen
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Nach zwei Studientagen
Die letzten zwei Donnerstage waren von zwei wirklich guten Studientagen in Marburg geprägt.
Letzte Woche referierte Heinzpeter Hempelmann über die Postmoderne, Nietzsche, Jesus und der Liebe als einzige Möglichkeit. Das war der Vortrag, mit dem er in gekürzter Form schon damals in Greifswald begeistern konnte.
Heute (für mich leider nur Nachmittag) konnte ich Johannes Reimer zum Thema Gesellschaftstransformation hören. Äußerst faszinierend, was er so alles erzählt.
Zu beiden Tagen gäbe es inhaltlich sehr viel lesenswertes zu schreiben …
Ich freue mich auf jeden Fall von zwei (im evangelikalen Bereich) anerkannten Theologen soviel zu hören, dass so ziemlich dem entspricht, was wir mit “Emerging Church” bezeichnen – ohne dass sie dies direkt benennen. Für zukünftige Veranstaltungen von Emergent Deutschland könnte ich mir die beiden (und noch andere) sehr gut als Referenten vorstellen. In vielen Punkten sind sie unserer deutschen Lebenswirklichkeit auch näher als eingeflogene Gäste.
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von Daniel Hufeisen
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Tabor Studientag und Emergent Forum
Zwei Termine zum Vormerken:
Studientag mit Heinzpeter Hempelmann
Es findet wieder ein spannender Studientag in Tabor statt. Am 03.04. oder 05.06.2008 (jeweils das gleiche Programm) spricht Heinzpeter Hempelmann unter der Überschrift “Ich will Menschen für Jesus gewinnen” zu folgenden Themen:
(I): „Liebe als einzige, als letzte Lebens-Möglichkeit“ (F. Nietzsche)
Jesus Christus als Evangelium für die Postmoderne
(II): „Was sind denn diese Kirchen noch …?” (F. Nietzsche)
Kirche- und Christ-Sein in der Postmoderne: Konsequenzen für die Gestalt unserer Gemeinden.
Weitere Infos auf der Tabor-Seite.
Emergent Forum
Auch das Emergent Forum findet dieses Jahr wieder statt. Bisher steht nur der Termin fest: 28. bis 30.11.2008. Das Forum sollte man wirklich nicht verpassen…
Weitere Infos auf dem Emergent Deutschland Blog.
–
Nachtrag (2008-03-05):
Studientag Gesellschaftstransformation
“Am Donnerstag, den 10. April 2008 findet der 1. Marburger Studientag zum Thema Gesellschaftstransformation statt. Mit dabei sein werden: Prof. Dr. Johannes Reimer, Dr. Andreas Kusch, Dr. Tobias Faix, Tobias Künkler etc.”
Weitere Infos (pdf)
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von Daniel Hufeisen
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Theologie des Balkons oder der Straße?
Eben las ich folgendes Beispiel in dem Artikel „Missionare für das 21. Jahrhundert“ von Norbert Schmidt, irgendwie kam es mir bekannt vor – vielleicht weil er es erst vor ein paar Tagen im Unterricht erzählte?
Juan McKay, ein schottischer Missionar in Peru, sprach von zwei Arten von Interesse an den Fragen des Christentums und verwendete dabei das Bild eines spanischen Herrenhauses, auf dessen Balkon Menschen sitzen, die andere Menschen auf der Straße unter ihnen beobachten. Beide Gruppen von Menschen sprechen über den Weg, jedoch aus vollkommen unterschiedlichen Perspektiven. Die auf dem Balkon haben nichts mit der staubigen Straße unter ihnen zu tun. Für sie ist das Gespräch über den Weg von allenfalls theoretischem Interesse. Die Ergebnisse ihrer Diskussion sind für die Lebenswirklichkeit unbedeutend. Anders dagegen die Wanderer auf der Straße. Ihre Gespräche über den Weg haben einen sehr praktischen Aspekt, schließlich liegt das, worüber sie diskutieren, noch schrittweise vor ihnen.
[Norbert Schmidt, Missionare für das 21. Jahrhundert,
in: Heinzpeter Hempelmann, Warum in aller Welt Mission?, S. 109]
Wo bist du? Auf dem Balkon? Oder auf der Straße?
Wie schaffen wir es eine Theologie der Straße, des Wegs zu betreiben, zu gehen, zu leben?
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von Daniel Hufeisen
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Andere berichten aus Greifswald
Eigentlich wollten wir auch zum Symposium “Kirche in der Postmoderne” nach Greifswald. Aber irgendwie haben wir es verpeilt, uns rechtzeitig anzumelden, so dass es dann ausgebucht war und ich nun die Möglichkeit habe zur Asta-Ersti-Party zu gehen.
Netterweise berichten einige, die dort sind gut über die Vorträge, hier versuche ich mal alle Berichte, die ich finde, zu verlinken. Weitere werde ich nachtragen und falls ihr noch welche kennt, könnt ihr mich gerne darauf hinweisen:
Peter Aschoff:
• Auf nach Greifswald
• Greifswald – der erste Tag
• Greifswald, zweiter Tag: Neues von der Ostmoderne
• Greifswald-Nachlese: Braucht die Kirche das Picardiat?
Dominik Sikinger:
• Auf Reisen – »Kirche und Postmoderne« in Greifswald
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« II – Freitag Nachmittag
• [Auf Reisen] “Kirche und Postmoderne” III – Freitag Abend
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« IV – Samstag Vormittag
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« Samstag Mittag
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VI – Freitag Nachmittag
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VII – Nachtrag
• [Auf Reisen] »Kirche und Postmoderne« VIII – Nachtrag II – Splitter
Daniel Ehniss:
• Kirche in der Postmoderne
• Erste Impressionen
• Greifswald-Fotos bei flickr
• Redaktionsbüro
.
• Greifswald Tag 2
• Greifswald Tag 3
Daniel Schlunk:
• Bedingungslose Kapitulation?!
• Falsche Differenz
• Das eigentliche Tauf-Problem
• Geliebte Feindbilder
• Kräftige Erzählungen
• Kybernetische Knacknuss
• Ethik hier und dort
Simon Laufer:
• Auf in die Postmoderne
• Die Postmoderne in Greifswald
• Einmal Galaxis und zurück
Simon de Vries:
• Mein Blogbeitrag aus Greifswald
• Ein Highlight aus Greifswald (wirklich ein Highlight!)
• 21.10 Keine Kirchenreform ohne Taufreform
• Mac-Blogger-Ratespiel
Karl Karzelek: (der zusammen mit mir nicht da ist)
• Kirche in der Postmoderne …
Vielen Dank!!!
Wenn ich das so lese, werde ich schon irgendwie neidisch und ärgere mich, dass wir es verpeilt haben. Es tröstet mich aber, dass irgendwie alle schreiben, dass der Vortrag von Heinzpeter Hempelmann bisher der beste war. Denn genau zu dem Thema hatte ich ein Semester lang ein Seminar bei ihm…
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von Daniel Hufeisen
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Wer will mit nach Greifswald?
Vom 18.-20. Oktober ist in Greifswald eine Tagung (Symposium) zum Thema “Kirche in der Postmoderne” (u.a. mit Michael Herbst, Heinzpeter Hempelmann…). Kurze Infos gibt’s hier und den Flyer dort.
Ich werde dort hinfahren und wollte fragen, ob noch jemand mitfahren möchte – wahrscheinlich fahren wir mit dem Auto (Marburg – Kassel – Hamburg – Greifswald). Also, wer hat Zeit und Lust? Oder wer fährt ansonsten dahin? Wie macht ihr es mit Übernachtung?
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von Daniel Hufeisen
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N. T. Wright: Die Auferstehung des Sohnes Gottes
Wrights Gedanken zur Historizität der Auferstehung sind auf jeden Fall sehr gut und ich denke, dass das Heft auch einen ersten Einblick in das Denken und Schreiben des N. T. Wright gibt. Für mich war es auf jeden Fall eine gute Lektüre zwei Wochen vor Ostern.
Sehr viele englischsprachige Texte von N. T. Wright (auch zum Thema Auferstehung) findet man unter ntwrightpage.com.






