Theologie der Hoffnung

Ein paar Zitate aus dem meiner Meinung nach zentralen Kapitel (“Die Christenheit im Erwartungshorizont des Reiches Gottes”, Seite 299-304) der Theologie der Hoffnung von Jürgen Moltmann:

Die ‚Christenheit’ hat ihr Wesen und ihren Zweck nicht in sich selber und nicht in ihrer eigenen Existenz, sondern lebt von etwas und ist für etwas da, das weit über sie hinaus reicht. Will man das Geheimnis ihrer Existenz und ihrer Handlungsweisen begreifen, so muß man nach ihrer Sendung fragen. Will man ihr Wesen ergründen, so muß man nach jener Zukunft fragen, auf die sie ihre Hoffnungen und Erwartungen setzt. Ist die Christenheit selber in den neuen gesellschaftlichen Verhältnissen unsicher und orientierungslos geworden, so muß sie sich wieder darauf besinnen, wozu sie da ist und worauf sie aus ist.

Der auferweckte Herr ist immer der von der Gemeinde Erwartete; und zwar der von der Gemeinde für die Welt und nicht für sich selbst erwartete Herr. Darum lebt die Christenheit nicht von sich selbst und für sich selbst, sondern von der Herrschaft des Auferstandenen und für die kommende Herrschaft dessen, der den Tod überwand und Leben, Gerechtigkeit und Reich Gottes bringt.

So ist die Christenheit als die Gemeinschaft derer zu verstehen, die auf Grund der Auferstehung Christi auf das Reich Gottes warten und in ihrem Leben von dieser Erwartung bestimmt sind.

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