Kritik an JesusHouse

Eben bekam ich über Facebook eine Nachricht mit einem Hinweis auf einen Artikel bei Zeit-Online: Freunde Gottes treffen sich zum lockeren Abend. Der erste Absatz zeigt schon, um was es geht:

„Mit einem jungen Missionsprogramm wirbt JesusHouse unter Jugendlichen für das Christentum. Dahinter steht jedoch eine evangelikale Gruppe mit reaktionären Überzeugungen.“

Auf die Nachricht habe ich folgendes geantwortet (ich habe die Antwort hier leicht abgeändert):

(Um meine Antwort zu verstehen, sollte man den Artikel gelesen haben)

Ja, wir machen JesusHouse. Und ich weiß auch, welche Organisation dahinter steht. Und ich finde dabei sicherlich auch nicht alles gut …

Aber der Artikel ist recht schlecht recherchiert und verallgemeinert einige Sachen:

  • Gleich am Anfang des Artikels sind ein paar Fehler (die zeigen, wie gut recherchiert wurde): JesusHouse ist schon immer mit Übertragungen in viele Orte, das ist kein neues Konzept und JesusHouse hat bei den letzten Malen nicht in der Porsche-Arena stattgefunden … (sogar Wikipedia ist da besser informiert) *
  • „Deutschland ist Missionsgebiet” sagt nicht nur die Lausanner Bewegung, sondern auch die EKD
  • Mission ist an sich nichts Schlechtes. Die einen versuchen, andere vom christlichen Glauben zu überzeugen, andere vom Islam, andere vom Atheismus, andere von Fairtrade, andere …
  • Das Buch „Mission Gottesreich“ verallgemeinert recht viel, da werden alle „Evangelikalen“ in einen Topf geschmiessen. Genauso macht es der Artikel. Die theologischen und ethischen Positionen sind aber sicherlich nicht so einheitlich. Viele Positionen finde ich da auch schwierig, die werden aber bei JesusHouse nicht thematisiert. – Da ist es dann die Sache der Veranstalter vor Ort, wie sie das später in den Jugendgruppen (wenn überhaupt) thematisieren – dabei gibt es dann wieder eine große Bandbreite …
  • Mein Kollege Peter Aschoff ist im Leitungskreis der Lausanner Bewegung (die ja im Artikel erwähnt wird), du kannst ja mal auf seinem Blog nachlesen, was er zum Islam oder Homosexualität geschrieben hat (dass es auch fundamentalistische Positionen dazu gibt, sieht man in manchen Kommentaren …)
  • Nicht nur bei manchen Evangelikalen findet man anit-homosexuelle Aussagen, was sagt z.B. Dalai Lama zu Homosexualität?

Ähnliche und noch ausführlichere Gedanken habe ich mal zur Kritik am Christival formuliert: Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

Update (2011-04-01 – 17:30):

Inzwischen hat Peter einige lesenswerte Gedanken zu dem Artikel geschrieben.
Und ich habe eine E-Mail bekommen, über die ich gleich beim Aufbau für JesusHouse nachdenken werde …

Update (2011-04-02 – 13:05):

* = Habe mir den Artikel noch einmal angeschaut. Mit „Franchise-Projekt“ meinen die wohl „JesusHouse lokal“, was diesesmal wirklich neu war. Trotzdem klingt es so, als ob die Sache mit den Übertragungen dieses Mal neu wäre …

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Negative Glaubensfreiheit

Volker Beck von den Grünen schreibt auf seinem Blog “Beckstage” über Religion (v.a. über die Katholische Kirche) und Homosexualität. Er beginnt mit einigen allgemeinen Gedanken über Religionsfreiheit:

Im Kern dieser Auseinandersetzung geht es um das Verständnis des Menschrechtes der Religionsfreiheit. Die Religions- und Glaubensfreiheit ist eines der zentralen Menschenrechte. Sie wird von vielen in ihrer Bedeutung unterschätzt und nur auf einzelne Aspekte reduziert.

Die Glaubensfreiheit schützt das Recht eines jeden, zu glauben, was man für wahr erkannt zu haben meint, jederzeit zum vermeintlich als richtig und wahr erkannten Bekenntnis zu wechseln, seinen Glauben mit anderen zu feiern, zu bekennen und auch dafür zu missionieren. Aber eben nicht nur:

Sie umfasst auch das Recht aller, die Glaubenswahrheiten anderer nicht glauben zu müssen und sich nicht nach den von anderen – auch wenn sie in der Mehrheit sind – für richtig und wahr erkannten Maximen im eigenen Leben richten zu müssen. Die negative Glaubensfreiheit.

Die negative Glaubensfreiheit ist essentiell für das Miteinander verschiedener Glaubensrichtungen überall auf der Welt. Nicht jede Religion ist irgendwo auf der Welt in der Mehrheit, jede ist aber zumindest irgendwo in der Minderheit. Dann sind ihre Anhänger essentiell darauf angewiesen, dass sie nicht glauben und leben müssen, wie die Religion der Mehrheit es vorschreibt. Von dem Respekt dieses Prinzips hängt die Freiheit der Muslime, Juden, Buddhisten und Hindus bei uns in Europa ab, der Respekt dieses Prinzips garantiert den Christen, Muslimen und Bahá’í in Israel die Freiheit ihrer Religion, und der Respekt dieses Prinzips ist Voraussetzung für das Ende der Christenverfolgung beispielsweise in Indien und einer Reihe mehrheitlich islamischer Staaten.

Nimmt man die negative Glaubensfreiheit ernst, muss es der Politik und Rechtssprechung egal sein, was Religionen, sei es die katholische Kirche oder auch der Islam, von der Homosexualität halten. Lesben, Schwule und Transsexuelle müssen sich nicht nach deren religiösen Lehren richten. Sie müssen sich aller Grundrechte unserer Verfassung und der verbrieften Menschenrechte – einschließlich des Rechts auf Nichtdiskriminierung, der Freiheit, die Ehe mit einem selbst gewählten Partner zu schließen oder ungehindert von rechtlichen Einschränkungen eine Familie zu gründen – erfreuen können, unabhängig vom Einspruch bestimmter Religionsführer. Glaubensüberzeugungen dürfen nicht die Freiheitsrechte von Menschen, die sich nicht nach ihnen richten wollen oder können, beschränken. Wäre es anders, wäre das Recht auf Religions- und Glaubensfreiheit verletzt.

Im weiteren Artikel geht es u.a. um die katholische Sexuallehre…

Ich finde den Gedanken der negativen Glaubensfreiheit spannend und sehr wichtig (ebenso wichtig wie den der positiven). Und wir sollten uns weltweit für Glaubensfreiheit einsetzen und das nicht nur selektiv, d.h. u.a. für uns in Europa auch:
wenn Christen auf Bussen werben dürfen, warum sollten …
wenn Christen nicht nach der Scharia leben müssen, warum sollten …
wenn Christen missionieren dürfen, warum sollten …
wenn Christen Kirchen bauen dürfen, warum sollten ….

Habe überlegt, ob ich hier erwähnen sollte, dass ich Volker Beck sicherlich nicht in allen Punkten zustimme, was ja manchmal Leute denken, wenn man jemanden zitiert oder auf ein Buch/Artikel hinweist, aber eigentlich finde ich das lächerlich, wenn man sich immer gleich distanziert, sobald man missverstanden werden könnte, deshalb lasse ich es hier und empfehle einfach den Artikel von Volker Beck zu lesen und darüber nachzudenken.

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Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

freiheitfuervielfalt.jpg

Noch ein paar unfertige Gedanken und Fragen zu den Protesten und der Kritik “von links”:

  • Die gute Stimmung der Christival-Teilnehmer wurde nicht von den Protesten gestört – das freut mich.
  • Trotzdem kam die Kritik bei einigen Leuten auch an. Ich habe auf jeden Fall mit ein paar Leuten über die inhaltlichen Punkte der Kritiker diskutiert.
  • Den Flyer “Die Bibel wörtlich nehmen?” des Bündnisses “Freiheit für Vielfalt” fand ich gut. Er enthält nur den Text des im Internet weit verbreiten “Briefs an Dr. Laura“. Jungen Erwachsenen (nicht unbedingt 14jährigen Teens) kann man zumuten, mal darüber nachzudenken.
  • Weniger gut finde ich, wenn Webseiten gehackt werden. Was bringen solche Aktionen?
  • Problematisch finde ich verallgemeinernde Aussagen von beiden Seiten: Es sind weder die “Evangelikalen”, die alle miteinander bestimmte konservative Meinungen vertreten, noch sind alle Kritiker gewaltbereit, uninformiert und allgemein gegen den christlichen Glauben. Nicht verallgemeinernde Aussagen findet man nur selten (weder bei den Frommen, noch bei den Kritikern, aber auch nur äußerst selten in den großen Medien). Eine Ausnahme, die mir positiv auffiel, fand ich überraschenderweise bei indymedia: “Viele der sogenannten Evangelikalen Christen, vertreten unter anderem die Auffassung, dass Homosexualität eine Krankheit sei und geheilt werden könne, dass Sex vor der Ehe sowie Selbstbefriedigung Sünde sei und das Abtreibung (auch nach einer Vergewaltigung) Mord sei, um nur einige Beispiele zu nennen.” Schon so ein “viele der sogenannten” macht solch einen Satz viel erträglicher. Wirklich differenzierte und gut recherchierte/informierte Berichterstattung habe ich bisher aber noch nicht entdeckt.
  • Schwierig finde ich auch (wieder von beiden Seiten), dass Abreibung und Homosexualität als entscheidende Wesensmerkmale der Frommen (Evangelikalen, Christen wie auch immer) dargestellt werden. So nach dem Motto: “Alle Evangelikalen sind doof, weil sie gegen Abtreibung und Homosexualität sind” bzw. “Steht auf, wenn ihr Christen seid!”. Es geht im christlichen Glauben nicht um diese beiden Themen, sondern um Jesus, der bewegt.
  • Können wir nicht allmählich akzeptieren und auch öffentlich sagen, dass es auch unter den Evangelikalen (ich mag den Begriff eigentlich nicht, aber egal) Menschen mit unterschiedlichen Meinungen auch zu diesen zwei Themen gibt? Genauso wie es unterschiedliche Meinungen zu den eigentlich zentraleren Themen (auf jeden Fall wenn ich in die Bibel schaue) wie Abendmahl, Taufe, Bibelverständnis, Gemeindeverständnis etc. gibt.
  • Warum nehmen wir nicht die Kritik zum Anlass, uns ernsthaft und kontrovers mit diesen Themen noch einmal auseinanderzusetzen, ohne dass schon vorher das Ergebnis feststeht?
  • Hören wir überhaupt zu bei dem, was uns die Kritiker und allgemein die Menschen um uns herum sagen?
  • Hören die Kritiker den Kritisierten ernsthaft zu?
  • Wer setzt sich mit den wissenschaftlichen Studien, die die Gegenposition vertreten, auseinander, ohne dabei nur das Ziel zu verfolgen, sie zu widerlegen?
  • Was ist Toleranz? Und was ist mit der Meinungsfreiheit?
  • Was heißt “Freiheit für Vielfalt”?

Es gäbe sicherlich noch viel, dazu zu schreiben. Aber ich frage erst einmal euch: Was meint ihr dazu?


Nachtrag (2008-05-12):

Weitere Fragen wirft bei mir der Bericht eines Journalisten auf: Jesus vs. freie Berichterstattung
Entdeckt habe ich den Bericht in dem Artikel Das Wunder von Bremen des “Bremer Bureau für Kultur- und Religionsgeschichte”, die übrigens meinen Bericht über die Proteste am ersten Abend als “eine differenzierte Darstellung der Ereignisse bei dem Vordringen von Demonstranten auf das Gelände seitens eines Christival-Besuchers” bezeichnen.


Alle meine Artikel über das Christival:
- Gedanken zum Christival
- Christival: Still & Chill Festival
- Christival: Proteste 01: von links
- Christival: Proteste 02: von rechts
- Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

Links zu Berichten woanders findet man beim CVJM Nürnberg.

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Christival: Proteste 01: von links

Das für mich schwierigste Thema rund ums Christival waren die Kritik und die Proteste “von links”. Wenn ich einfach sagen könnte “Das sind alles linke Spinner!” dann wäre es für mich nicht schwierig. Aber ich muss sagen, dass ich viel Kritik zumindest nachvollziehen kann und ich es auch gut finde, dass sie geäußert wird – das “Wie” ist dann noch einmal eine andere Frage.

Hier gehe ich erstmal auf die Demo am Mittwochabend ein, die ich selbst miterlebt habe. Ich plane einen weiteren Teil über die “Proteste” von rechts und einen über meine Gedanken zu der Kritik.

Christival

Am Mittwochabend fand die größte Demo gegen das Christival statt. Unterstützt wurden die Proteste von so unterschiedlichen Gruppen wie Antifa, AStA, DGB-Jugend, der Gesamtschülervertretung und und und. Andi und ich hielten uns schon ab 19:00 Uhr vor dem Schlachthof (also nur 100m vom Christival-Gelände) auf, wo sich allmählich die Demonstrant_innen versammelten. Es war eine bunte Mischung von Leuten. Einige bewusst “homosexuell” gekleidet, andere in ihren ganz normalen Klamotten, aber einige auch komplett in schwarz mit Kapuze, Halstuch und Sonnenbrille.

Bevor es losging wurde noch einmal erklärt, wogegen diese Demo ist. Laut diesen Ansagen, war sie nicht nur gegen das Christival, sondern allgemein gegen Sexismus und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen (oft in der Familie), die Einteilung in die beiden klassischen Geschlechterrollen und für weitere meist feministische Ziele. Dabei wurde leider auch wieder extrem verallgemeinernd über die “Evangelikalen” geredet. Danach wurde die Telefonnummer durchgegeben, an die man sich wenden soll, wenn man festgenommen wurde oder wenn Festnahmen beobachtet wurden. Dies und die Kleidung einiger zeigte uns, dass zumindest bei Teilen der Demonstrant_innen Gewaltbereitschaft vorhanden war. Was sicherlich nicht für alle gilt. Die meisten sahen wirklich friedlich aus und einige zeigten auch durch ihre Plakate, dass sie sich inhaltlich mit dem Christival auseinandergesetzt hatten. Besonders mochte ich: “Gott liebt alle ihre Kinder”. Mit manchen Plakaten wurde auch kritisiert, dass soziale Ungerechtigkeit einfach als gottgewollt hingenommen wird (was manche Seminarbeschreibungen auch vermuten ließen).

Irgendwann zog die Demo los – auf der Straße, die parallel zum Christival-Gelände ist – mit viel Polizei vor und hinter der Demo, aber nicht daneben. Nach kurzer Zeit blieb die Demo zu einer ersten Kundgebung stehen – ca. 200m vom “Christival-Zaun” entfernt. Sie versuchten möglichst laut zu sein, um die Eröffnungsveranstaltung zu stören. Nur ein Teil der Christivaller konnte das wohl hören. Näher an das Gelände zu gehen wurde der Demo schon vorher von Ordnungsamt und/oder Polizei nicht erlaubt. Trotzdem bewegten sich ca. 100 meist schwarz gekleidete Leute langsam Richtung Zaun (wir liefen parallel dazu). Einige “Böller” wurden über den ersten Zaun geworfen (zwar nicht in dicht gedrängte Menschenmassen, aber trotzdem standen dort einige Leute). Die Demonstrant_innen rüttelten an dem Zaun und schafften es nach nicht allzu langer Zeit, den Zaun umzuschmeißen. Ca. 40 von ihnen stürmten dann das Gelände. Es dauerte einen Moment bis einige Polizisten kamen und hinterher stürmten, woraufhin die Demonstrant_innen wieder raus rannten. Bei dieser Aktion habe ich mindestens zwei Verletzte gesehen: Eine Frau bekam einen Zaun ins Gesicht und ein Polizist wurde bei einer versuchten Festnahme leicht verletzt. Zwei junge Männer wurden dann auch festgenommen.

Nach dieser Aktion kamen noch weitere Polizeibusse. Die neu ankommenden Beamten rüsteten sich mit voller Montur (inkl. Helmen) aus und bildeten ab hier einen Spalier um die Demo. Ich frage mich, warum sich nicht vorher schon zumindest ein paar Polizisten zwischen Demo und Christival aufhielten – Spalier wäre ja noch nicht einmal nötig gewesen, um diesen “Angriff” zu verhindern, oder?

Es folgten Ansagen der Demo-Sprecherin (wie nennt man so was?): “Bitte von uns aus nicht die Bullen angreifen, Entschuldigung die Polizei”, “Stresst nicht rum”, “Das Polizeispalier ist absolut nicht notwendig. Wir haben das Recht zu demonstrieren”, “Passt auf euch auf, bildet Ketten”, “Dies ist eine traditionell feministische Demo, die heute erweitert wurde. – Männer haltet euch bitte zurück”.

Nur um Krawall ging es den Demonstrant_innen trotzdem sicherlich nicht, sonst wären sie nicht noch stundenlang durch die Stadt gezogen – ich sah sie nach 23 Uhr noch einmal als sie an der Kneipe fernab vom Christival vorbeizogen, in der wir saßen.

Bei indymedia heißt es aus Sicht der Demo-Veranstalter_innen:

Zu Beginn der Demo gab es zwei Verhaftungen, als Leute versuchten möglichst nah ans Christival heranzukommen. (…) Trotz des unglücklichen Vorfalls der Verhaftungen, sind wir im Großen und Ganzen doch sehr zufrieden.

Und bei der taz:

Ein Sprecher des Bündnisses “NoChristival” begründete die Gewalt gestern damit, dass die Polizei eine Kundgebung am Eingang des Christivals verboten hatte: “Vermutlich wollten die DemoteilnehmerInnen, die sich aus dem Demozug in Richtung Christival entfernten, ihrem Unmut darüber Luft machen und ihren Protest auch für ChristivalteilnehmerInnen hör- und sichtbar machen.”

Mmmh, warum braucht man dazu Böller und muss Zäune niedertrampeln – und das bei einer Demo gegen (sexuelle) Gewalt?. Besser nachvollziehen kann ich da Lars, der bei Spiegel Online zitiert wird:

Lars, 29, einer der Demonstranten, ist wütend. “Wir sind doch nicht hier, um Stress zu machen”, sagt er. Er will friedlich dagegen demonstrieren, dass die Jugendlichen hinter dem Bauzaun beigebracht bekommen, Homosexualität sei etwas Abartiges. “Ich habe kein Problem mit Menschen, die an Gott glauben, aber ich habe ein Problem mit Leuten, die über mich richten”, sagt Lars.


P.S. Ein Kommentar aus Bremer Sicht stand am nächsten Morgen im Weser Kurier:

weser-kurier.jpg


Alle meine Artikel über das Christival:
- Gedanken zum Christival
- Christival: Still & Chill Festival
- Christival: Proteste 01: von links
- Christival: Proteste 02: von rechts
- Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

Links zu Berichten woanders findet man beim CVJM Nürnberg.

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Volker Beck und Ulrich Parzany

Als ich vor ein paar Wochen ein paar Links zum Thema Christival und Homosexualität hier bloggte, ahnte ich noch nicht, dass die Diskussion sich noch so stark weiter entwickeln würde. Viel wurde übereinander gesagt, oft m. E. nicht ganz sachlich und fair.
ideaSpektrum hat nun zwei Wortführer von beiden Seiten – Volker Beck und Ulrich Parzany – an einen Tisch gebracht und interviewt. Miteinander reden ist ja immer eine gute Sache…

Schön finde ich folgende Stelle des Interviews:

Parzany: (…) Das macht Paulus etwa im ersten Korintherbrief, Kapitel 6, deutlich.
Beck (holt eine Taschenbibel heraus): Wo steht das?

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über Homosexualität

Homosexualität ist gerade Thema an manchen Ecken:

1. Das Christival sagt ein Seminar zu dem Thema ab.
Dazu gibt es viele Reaktionen:

2. Das “Bündnis schwuler und lesbischer Humanisten” in Großbritannien nennt die Evangelische Allianz “eine der ‘am stärksten homophoben Organisationen’”, schreibt idea.

3. Spreeblick empfiehlt einen Artikel über Toleranz, der wiederum von einer Lebensgeschichte bei Zwischenraum inspiriert wurde. Gegen Ende dieser Lebensgeschichte schreibt Frank:

Eine Kirche betrete ich nur noch selten. Denn jedes Mal, wenn ich meinen Fuß über die Schwelle setzte, habe ich Angst, dort nicht willkommen zu sein. Und ich muss es nicht ausprobieren, ob dieser Eindruck stimmt.
Ich danke heute meinem Gott für alles, was er mir gibt. Aber ich habe nur eine Bitte: “Verstoße mich nicht!” Und ich sehne mich nach nichts mehr als nach der Freiheit, die mein Gott doch auch mir versprochen hat.

Und ich?
Ich bin sicher nicht homosexuell, finde aber trotzdem (bzw. unabhängig davon), dass wir zumindest Gofis Gedanken ernst nehmen sollten, aber auch die Lebensgeschichten und Gedanken bei Zwischenraum sollten uns zu denken geben…


Und was meint ASBO Jesus zum Thema?

Gays1

Wir sind verwirrt, Gott nicht!

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Zurück vom Kirchentag

Schon Samstagabend kam ich zurück vom Kirchentag. Wie der beisasse schon vermutet hat, habe ich “andere Geschichten und Erlebnisse zu erzählen” als er und andere.

Hier meine Geschichten und Erlebnisse in Kurzfassung:

Mittwoch:
• Nach Köln fahren und den Crossover-Stand aufbauen. Abends mit einigen Crossover-Leuten (incl. der Band Crossing) grillen.

Donnerstag:
• Ein Tag ohne Kirchentag. Ein Tag Lernen für’s Ethik-Examen.

Freitag:
• Morgens eine Bibelarbeit mit Anselm Grün in einer überfüllten Halle. Inhaltlich gut, vom Vortrag nicht so spannend (in einer kleinen Kirche hätte das besser gepasst).
• Dann ein Podium zur Weltwirtschaft, u.a. mit Walden Bello. Bello ist der, der in Rostock die fast berühmte Aussage “We have to bring the war right into this meeting…” machte (siehe G8: Nachtrag 3). Er machte in Köln eigentlich einen sehr friedlichen Eindruck…
• Nach einem Besuch bei Kompakt und Gravis ging’s zurück zum Kirchentag.
• Dort hatte ich eine 5-Stunden-Schicht am Crossover-Stand bzw. dem “Glaube Probierstudio.” An vier Stationen konnte man verschiedene Aspekte des Glaubens schmecken. Es hat echt Spaß gemacht, die Leute einzuladen, “den Glauben zu schmecken”. Irgendwie war auch die ganze Zeit viel los am Stand.
• Abends dann noch mit Johanna etwas in einer Tapas-Bar gegessen und getrunken.

Samstag:
• Vormittags etwas lernen und das Haus, wo wir wohnten, sauber machen.
• Dann durch alle Messehallen und hunderte Stände anschauen. Da gab es wirklich alles Mögliche und Unmögliche. Ich fand es spannend, was alles auf einem evangelischen Kirchentag nebeneinander vertreten ist. Es war auch eine gute Vorbereitung auf das Ethik-Examen, da es für eigentlich jedes ethische Thema einen extra Stand gab (so waren die Organspenden-Gegner nur ein paar Meter von den Befürwortern entfernt).
Besonders nachdenklich machte mich eine Broschüre von zwischenraum (hier ein Bericht über jemand vom zwischenraum-Stand) mit “Impulsen zum Thema Christsein und Homosexualität” (u.a. von Klaus Douglass und Philip Yancey).
• Am Volxbibel-Stand traff ich Cedric, der für das Volxbibel-Wiki verantwortlich ist. Es ist schön immer mehr Blogger auch im “wirklichen” Leben kennen zu lernen. Wir sprachen ein wenig über ein Thema, das uns beide verbindet: Kenia. – Martin Dreyer war leider gerade nicht am Stand…
• Danach wieder zum Crossover-Stand. Leute anquatschen und irgendwann den Stand abbauen.

Nachtrag 1 (2007-06-13 – 10:48):
Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt über den Crossover-Stand.

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Moby über Christ sein

Moby setzt sich auf seinem Blog immer wieder kritisch mit Politik und dabei auch mit der “religiösen Rechten” auseinander.

In einer Folge von Einträgen sagt er zum Beispiel, dass die “christliche Rechte” eigentlich gar nicht “christlich” ist:

Heute schreibt Moby nun, warum er sich selbst “Christ” (bzw. “a weird sort of christian”) nennt:
Ich zitiere mal den letzten Absatz:
i always hope that somehow we can see past the fun and awesome pagan trappings of christmas(trees, mistletoe, december 25th, candy canes, etc) to remember that on christmas we celebrate the birthday(even if jesus wasn’t actually born anywhere near december 25th)of a man who wanted us all to be more forgiving, more compassionate, less judgemental, less violent, and less materialistic.
ultimately christmas is about celebrating the birthday of a man who wanted us to love one another and to look after one another regardless of our religious or political or ethnic or gender differences.
thanks, and merry christmas.
moby

Damit verabschiede ich mich in die Weihnachtsferien (was jetzt nicht heißt, dass ihr in den Ferien nichts von mir lesen werdet, aber ich werde kein DSL haben und daher weniger Zeit im Internet und mehr vor Büchern und Fernsehern verbringen).

siehe auch:
Moby über Homosexualität und Abtreibung
God’s Politics: Moby Audio Interview

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God’s Politics: Moby Audio Interview

God’s Politics, a blog by Jim Wallis and friends (Brian McLaren, Ron Sider) features a series of audio interviews with Moby. The first episode is about his spiritual journey. I’m really looking forward to the next episodes.
You don’t know Moby? – Moby produces great music, has interesting opinions and is also a blogger.

siehe auch:
Moby über Homosexualität und Abtreibung

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Moby über Homosexualität und Abtreibung

Moby (der wohl erfolgreichste “elektronische” Musiker der USA) schreibt in seinem Journal darüber, wie viele Christen mit dem Themen Homosexualität und Abtreibung umgehen. Ich habe mir zu beiden Themen noch nicht so viele Gedanken gemacht, das werde ich noch früh genug im Rahmen des Studiums. Was ich weiß ist, dass Moby recht hat, dass Jesus nie darüber gesprochen hat; es aber viele Themen gibt, über die Jesus gesprochen hat, die aber von vielen Christen weit weniger ernst genommen werden (Habgier, Reichtum, praktische Nächsten- und Feindesliebe, übertriebene Gesetzlichkeit usw.).
Lest hier Mobys Gedanken dazu.

Außerdem zitiert Jordan Cooper hier Gedanken zum Thema.

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  • Daniel Hufeisen…

    …wird auch Hufi genannt
    …lebt in Erlangen
    …ist glücklich verheiratet
    …arbeitet bei und gehört zu ELIA
    …studiert Gesellschaftstransformation
    …studierte vorher an der EH Tabor
    …ist ›Lounge-DJ‹
    …fährt Fahrrad
    …interessiert sich für Gott und seine Welt
    …schreibt dieses Blog seit dem 27. April 2004
    …ist erreichbar: ein.augenblick[ät]web.de
    mehr über Hufi
  • vernetzt mit Emergent Deutschland Emergent Forum 2011
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