Fastenzeit 2011

Morgen startet sie: Die Passions-, bzw. Fastenzeit. Und ich kann mich nicht entscheiden, worauf ich verzichten und was ich machen soll. Es gibt einfach zu viele gute Möglichkeiten:

Was werde ich tun? Alles? Gar nichts? Dieses Jahr aufs Verzichten verzichten? Ich weiß es noch nicht. Ich muss mich ja erst morgen früh entscheiden …

Was macht ihr?

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Passions- und Osterzeit

Heute beginnt die Passionszeit, die Zeit in der wir uns an den Leidensweg Jesu erinnern. Diese Zeit ist traditionell auch die wichtigste Fastenzeit im Kirchenjahr. Die letzten Jahre wird diese Zeit auch von immer mehr evangelischen Christen bewusst als Fastenzeit gelebt. Auch ich habe die letzen Jahre jeweils auf etwas verzichtet und darüber auch meistens etwas hier geschrieben. So zitierte ich z.B. schon zweimal einen Text von Anselm Grün aus dem Buch Fasten. Da das letzte Mal schon drei Jahre her ist, zitiere ich nun den Abschnitt einfach noch einmal:

Fasten ist nicht Selbstzweck. Bei der Wiederentdeckung dieser lange verschütteten Praxis hat man es manchmal zu absolut gesetzt. Fasten ist ein bewährtes Mittel geistlicher Askese, das uns zusammen mit Gebet und Almosen in die richtige Haltung Gott und den Menschen gegenüber bringen kann. Entscheidend für das richtige Verständnis des Fastens ist es, dass es nicht isoliert gesehen wird, sondern in Verbindung vor allem mit dem Gebet. Fasten ist Beten mit Leib und Seele. Fasten zeigt, dass unsere Frömmigkeit leibhaft werden, dass sie Fleisch annehmen muss, so wie das Wort Gottes in Jesus Christus Fleisch an genommen hat.

Aber ich möchte heute am Aschermittwoch nicht nur über die Fastenzeit schreiben, sondern auch über die Osterzeit. Der englische Bischof N.T. Wright (von dem es endlich auch ein Buch auf deutsch gibt) schreibt in dem absolut lesenswerten Surprised by Hope darüber, wie wir Ostern und damit die Auferstehung feiern. Er schreibt:

Ich kann es nicht nachvollziehen und finde es nicht gerechtfertigt, dass wir 40 Tage die Fastenzeit halten sollen, dabei über die Bedeutung grübeln, über Selbstverleugnung predigen, zumindest etwas bedrückt sind und dann bringen wir es mit der Karwoche zu einem Höhepunkt, die wiederum ihren Höhepunkt an Gründonnerstag und Karfreitag hat . . . und dann, nach einem recht gewöhnlichen Karsamstag, haben wir einen einzigen Tag, an dem wir feiern.

Er schlägt vor die ganze Osterwoche zu feiern:

Es sollte ein achttägiges Fest sein – mit Champagner, der nach den Morgengebeten serviert wird oder sogar davor, mit vielen Hallelujas und besondern Liedern und spektakulären Hymnen. Ist es verwunderlich, dass es den Leuten schwer fällt, an die Auferstehung Jesu zu glauben, wenn wir unser Hüte nicht in die Luft werfen?

(N.T. Wright, Surprised by Hope, S. 256, frei übersetzt von mir)

Wright fordert dazu auf “unseren grössten Tag” auf neue kreative Art und Weise zu feiern: Mit Musik, Kunst, Spielen, Literatur, Tanz etc. Außerdem schlägt er vor, auch die 40 Tage nach Ostern (bis Himmelfahrt) bewusst zu leben, indem wir neue Dinge für die Zeit tun:

Eine neue Aufgabe oder ein neues Projekt, etwas ganzheitliches und fruchtbares und aufgeschlossenes und sich-selbst-gebendes. … Vielleicht weckt es dich in einer ganz neuen Art und Weise auf. Und das ist es, worum es an Ostern geht.

(N.T. Wright, Surprised by Hope, S. 257, frei übersetzt von mir)

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Myanmar mal wieder

Die letzte Zeit habe ich mich mal wieder mit Birma/Burma/Myanmar auseinandergesetzt, da ich einen kleinen Artikel für die dran geschrieben habe.

Jetzt möchte ich nur kurze auf BurmaNet News hinweisen, dort werden englischsprachige Nachrichten über Myanmar gesammelt.

Und auf die Verhaftung des beliebtesten Komikers Myanmars: Zargarnar. Was hat er gemacht? Selber ein Hilfsnetzwerk für die Zyklon-Opfer gestartet und die fehlende Hilfe kritisiert. Mehr über die Hintergründe bei Birma news united (auf deutsch!), in dem Artikel vor allem unter “IV”.

Man kann also weiter für dieses Land bloggen, fasten und beten!

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40 Days Living the Jesus Creed

Scot McKnight, Autor des “Jesus CreedBuchs und Blogs hat zu dem Buch nun auch ein 40-Tage-Andachtsbuch (“40 Days Living the Jesus Creed”) geschrieben. Davon hat er auf seinem Blog einmal 100 Exemplare verschenkt. Ich gehörte zu den Glücklichen und bekam so dieses Buch geschickt (noch nicht einmal Porto musste ich zahlen) – Vielen Dank!

40 Days Living the Jesus Creed

Das passt natürlich sehr gut zu dem was ich unter höre, täglich und Fastenzeit 2008: 40 Day Challenge beschrieben habe. Ich schaffe es zwar ehrlich gesagt nicht jeden Tag, das “Jesus Creed” zu sagen, auch in dem Andachtsbuch lese ich nicht jeden Tag, trotzdem wurde mir dadurch das “höchste Gebot” in den letzten Wochen immer wichtiger.

Im Buch “40 Days Living the Jesus Creed” führt Scot McKnight jeden Tag kurz aus, was es bedeutet, nach dem höchsten Gebot zu leben. Für mich waren da schon einige sehr gute Impulse bei, die mich zum Beten und Umsetzen trieben. Ich erkenne aber auch immer wieder, dass ich da noch viel lernen kann und dass es wirklich die entscheidende und nicht immer leichte Herausforderung für Christen ist, Gott und seine Mitmenschen zu lieben.

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Mi 6. Feb 2008 - 0:00
Kategorien: Glaube
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von Daniel Hufeisen

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Fastenzeit 2008: 40 Day Challenge

In der Fastenzeit 2008 werde ich, das machen, was ich sowieso seit ein paar Tagen mache:
Täglich das höchste Gebot lesen. – Vor ein paar Tagen schrieb ich darüber: höre, täglich.
Als ich mir vornahm, das höchste Gebot jeden Tag zu zitieren, war mir gar nicht bewusst, dass das der Namensgeber für Scot McKnight Blog (“Jesus Creed”) ist.
Nun hat Scot McKnight daraus nun eine 40 Day Challenge gemacht:

I am asking you to begin and end each day of Lent (beginning Wednesday) by reciting the Jesus Creed. And, whenever it comes to mind throughout the day, I am asking you to recite it again. In your evening recitation of the Jesus Creed, we are asking you to give some moments of recollection to confess any sins against the Jesus Creed throughout the day.

Ich werde also jeden Morgen und Abend folgende Verse zitieren:

Höre, täglich:
Der Herr, unser Gott, ist der alleinige Herr.
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, mit ganzer Hingabe, mit deinem ganzen Verstand und mit aller deiner Kraft!
Liebe deine Mitmenschen wie dich selbst!

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Di 20. Feb 2007 - 17:48
Kategorien: Glaube
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von Daniel Hufeisen

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Fasten 2007

Morgen beginnt sie mal wieder. Die Fastenzeit.
Und wie jedes Jahr schreibe ich etwas darüber. Diesmal sogar etwas neues. Bei ecclesiola (“unterwegs mit der kirche in zelten, ressourcen für liturgie und spiritualität in einer postkonfessionellen kultur” – prinzipiell lesenswert!) haben ich einen neuen Gedanken entdeckt: fasten, worauf man sowieso schon verzichtet:
gibt es nicht schon dinge, auf die man sowieso schon verzichten „muss“? vielleicht ist diese vorbereitungszeit eine einladung dazu, diese dinge wahrzunehmen und einmal nicht grimmig und verbittert zu werden, sondern aktiv ja dazu zu sagen. […]
so kann vielleicht aus einem „geht ja nicht anders“, aus einem äusseren zwang, ein bewusstes „mit dieser lücke, mit diesem verzicht will ich leben“ werden. man kann vielleicht lernen, dass man nicht etwas bestimmtes brauchen „muss“. was für eine freiheit kann so gewonnen werden!

Ja, dann werde ich wohl bis morgen mal überlegen, auf was ich dieses Jahr verzichten und über welches Thema ich eine NT-Theologie Arbeit schreiben will. Hat jemand Vorschläge?

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Predigt am 2. Advent

Heute habe ich in der Evangelischen Gemeinschaft Frankenberg gepredigt (ich darf/muss da bis nächsten Sommer achtmal als Praktikum predigen). Da es eine Adventspredigt war und wir heute den 2. Advent haben, dachte ich, ich stell die mal auf meinen Blog.
2 Anmerkungen noch:
1. Dank an Jens für seine Advents-Andacht, von der ich ein paar Gedanken und Formulierungen übernommen habe.
2. Die Zeilenwechsel nach jedem Satz sind gewollt (erleichtern die Übersicht beim Vortragen), ich hab sie jetzt einfach mal stehengelassen.
Jetzt geht’s aber los:

Heute ist der 10. Dezember, der 2. Advent.
Das bedeutet:
Nur noch 2 Wochen bis Heiligabend.
Nur noch 2 Wochen?
Haben Sie schon alle Geschenke?
Ich muss zugeben: Ich noch nicht.
Für meinen Vater habe ich schon etwas.
Aber der hat auch nächsten Samstag schon Geburtstag.
Da muss man einfach früher anfangen zu planen.
Aber für meine Mutter? Mein Bruder? Meine Omas? Mein Patenkind? Meine Freunde?
Für die alle brauche ich noch was.
Natürlich etwas Besonderes.
Aber ich habe ja noch 2 Wochen Zeit.
Oh, in den 2 Wochen ist ja in Tabor noch Unterricht.
Das bedeutet, ziemlich viel lesen und lernen zu müssen.
Und eigentlich wollte ich auch noch eine Seminararbeit bis Weihnachten geschrieben haben.
Dann sind da natürlich noch die zwei Weihnachtsfeiern in Tabor.
Und ich bin noch mit meinen Team für eine Andacht zuständig.
Irgendwie bleibt da nicht so viel Zeit für Adventsgemütlichkeit.
- So sieht es also bei mir aus.

Wahrscheinlich ist das bei Ihnen ja ganz anders.
Sie haben sicherlich schon im November alle Geschenke gekauft.
Und auch alle Vorbereitungen für Weihnachten getroffen.
Ihr Weihnachtsbaum steht schon
und alle Plätzchen sind gebacken.
Sie haben auch an der Arbeit soviel vorgearbeitet,
dass sie jetzt Ihre Überstunden abfeiern können.
Deshalb können Sie die Adventszeit dieses Jahr mal so richtig genießen.
Sie haben wahrscheinlich jetzt wirklich Zeit zum Ausruhen und Besinnen.
Sie können jeden Tag stundenlang um den Adventskranz sitzen,
Lebkuchen essen und Geschichten lesen.
Nein?
Bei Ihnen ist das anders?
Sie haben auch keine Zeit?
Noch viel in den nächsten zwei Wochen zu tun?
- Schön, dann bin ich ja nicht alleine.

Ich weiß nicht, wie Sie dieses Jahr die Adventszeit verbringen wollten.
Haben Sie sich auf eine ruhige, stille Zeit, eine Zeit des bewussten Zugehens auf das Weihnachtsfest gefreut?
Eine Zeit, in der Sie besonders viel Zeit mit Ihrer Familie und auch mit Gott verbringen?
Oder war Ihnen schon vorher klar, dass auch diese Adventszeit eher einem Jahresendspurt gleicht als einem besinnlichen Zugehen aufs Fest?
Vielleicht ärgern Sie aber auch Stichworte wie Adventsandacht, Besinnung und Kerzenschein. Oder sie machen Ihnen Angst.
Vielleicht ist Ihnen einfach nicht nach Stille und Besinnung zumute.
Weil in dieser Zeit besonders viele Dinge auftauchen, die Sie beschäftigen und belasten:
Probleme in der Ehe oder in der Familie, die sich jedes Jahr gerade in der Weihnachtszeit nach vorne drängen.
Unangenehmes und Stress an der Arbeit.
Oder das eigene Leben, mit allem Schweren und Beladenen.

Wir haben alle unterschiedliche Gedanken und Erwartungen an die Advents- und Weihnachtszeit.
Mir ist es dabei auf jeden Fall wichtig, dass es in dieser Zeit auch um die eigentliche Hauptperson von Weihnachten, das Geburtstagskind Jesus, geht.
Und ich vermute, dass es den meisten von Ihnen ähnlich geht.
Die Adventszeit soll für uns auch eine geistlich gute Zeit werden.
Eine Zeit, in der wir Gott begegnen.

Aber dann ist plötzlich schon wieder Silvester, das Jahr und vor allem Weihnachten ist vorbei.
Wir blicken zurück und sehen wie jedes Jahr vor allem vieles, was wir getan haben.
Und vieles, was wir tun wollten, aber nicht geschafft haben.
Und auch einiges, was uns Sorge bereitet und uns gestresst hat.
Wir blicken zurück und sind enttäuscht.

Ich habe überlegt, welcher Bibeltext uns vielleicht etwas zu dieser Zeit sagen kann.
Ich bin dann auf einen Text gestossen, der erstmal nichts mit Advent zu tun haben scheint.
Es ist der Bericht von Maria und Martha.
Er steht im Lukas Evangelium im 10. Kapitel:

Jesus kommt mit seinen Jüngern in ein kleines Dorf.
Dort lädt ihn eine Frau namens Martha in ihr Haus ein.
Was sie sehr gerne macht.
Sie lädt gerne Gäste ein und bewirtet sie dann gut.
Wenn jemand so Besonderes wie Jesus im Dorf ist,
dann ist es selbstverständlich, dass er von Martha eingeladen hat.
Denn Martha hat ja die Gabe der Gastfreundschaft.
Und Jesus lässt sich auch einladen.
Er und seine Jünger sind bei Martha zu Gast.
Martha ist die ganze Zeit damit beschäftigt, sich um ihre Gäste zu kümmern.
Sie läuft hin und her, bereitet Speisen und Getränke zu und bedient all ihre Gäste.
Und sie macht sich Sorgen.
Sie überlegt, ob alles reicht, ob jeder zufrieden ist.
All ihre Aufmerksamkeit ist auf ihre Aufgabe gerichtet.
Anderes, Nebensächliches, beachtet sie nicht.

Ganz im Gegensatz dazu ihre Schwester – Maria.
Maria sitzt direkt bei Jesus, sie sitzt ihm zu Füßen.
Sie ist noch näher bei Jesus als seine Jünger.
Sie hört ihm zu.
Sie lauscht seinen Worten.
Ihre ganze Aufmerksamkeit ist auf Jesus gerichtet.
Sie bemerkt gar nicht, wie viel ihre Schwester Martha arbeitet.

Da ist es klar, dass Martha das irgendwann nervt.
Sie fühlt sich allein gelassen.
Sie kümmert sich so hingebungsvoll um die Gäste und ihre Schwester sitzt einfach so da.
Maria sitzt da und tut nichts.
Sie hört nur zu.
Wenn Jesus schon einmal da ist, müsste sie sich doch auch um ihn kümmern,
ihn versorgen, ihm dienen.
Aber nein, sie sitzt nur faul rum.
Warum weißt Jesus sie nicht mal darauf hin?
Er bemerkt doch sicherlich wie Martha sich abrackert.
Martha regt sich immer mehr auf.
Bis es irgendwann aus ihr herausplatzt.
Und sie es laut und deutlich vor allen Gästen sagt:
»Herr, findest du es richtig,
dass meine Schwester mich die ganze Arbeit allein tun lässt?
Sag ihr doch, sie soll mir helfen!« –
Plötzlich ist es still, alle Gespräche sind verstummt.
Alle blicken auf Jesus.

Was wird er sagen, was wird er tun?
Wird er Maria deutlich sagen, dass sie ihre Schwester unterstützen soll?
Oder wird Maria versuchen, sich zu verteidigen?
Nein, Jesus sagt nichts zu Maria.
Und sie spricht auch nicht selber.
Stattdessen wendet sich Jesus liebevoll zu Martha:
»Martha, Martha, du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe,
aber notwendig ist nur eines.
Maria hat das Bessere gewählt, und das soll ihr nicht genommen werden.«

Wie es nach dieser für Martha wahrscheinlich enttäuschenden Antwort Jesu weitergeht, wird uns leider nicht mehr von Lukas berichtet.
Aber was hat Martha überhaupt falsch gemacht?
Was kritisiert Jesus?
Die Gastfreundschaft Marthas?
Das sich um die Gäste kümmern?

Nein, dass kann ja irgendwie nicht sein.
Das würde ja vielen wesentlichen Aussagen der Bibel widersprechen.
Jesus kritisiert die „Sorge und Unruhe“ Marthas, ihre Überaktivität.
Marthas Gedanken drehen sich nur noch um das Versorgen der Gäste,
um ihre Aufgabe, um das was sie tut.
Diese Sorgen scheinen erstmal etwas positives zu sein.
Aber sie trennen von Jesus.
Indem Martha soviel für Jesus macht, hat sie gar keine Zeit mehr mit ihm.
Sie kommt gar nicht dazu, ihm wirklich zu begegnen, ihm zuzuhören.
Unsere Sorgen trennen uns von Jesu.
Deshalb heißt es im 1. Petrus, 5, 7:
„Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch“
Wir brauchen uns wirklich keine Sorgen machen.
Jesus, Gott, sorgt für uns.
Martha aber macht sich Sorgen.
Denn sie möchte etwas für Jesus tun.
Sie möchte Jesus dienen.
Jesus selbst hat aber mal gesagt, dass er nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um selbst zu dienen.
Zuerst möchte Jesus uns dienen.
Das wir etwas für Jesus tun, ist also wirklich zweitrangig.

Maria hat hier das Richtige, das Bessere gewählt.
Auch wir haben die Wahl.
Maria hat sich dafür entschieden direkt bei Jesus zu sein, in seiner Gegenwart.
Sie hat im zugehört.
Sie lauschte seiner Stimme,
sie war offen für seine Worte.
Und sie wäre sicherlich auch aufgestanden, wenn Jesus gesagt hätte, dass er Durst hat.
Maria hat nicht wie ihre Schwester Martha Zeit für Jesus verbracht.
Sie hatte Zeit bei Jesus, Zeit mit Jesus.

Aber was hat diese Geschichte jetzt mit Advent zu tun?
Ich denke, dass es uns der Text gute Impulse für unsere Leben, und besonders für die Adventszeit, geben kann.

Ich denke, in uns allen stecken beide Seiten, sowohl Maria als auch Martha.
Aber vor allem Martha ist bei den meisten besonders ausgeprägt.
Es gibt ja immer soviel zu tun, gerade jetzt in der Adventszeit.
Wir versuchen all unsere Zeit produktiv zu nutzen.
Nach einer kleinen Pause bekommen wir schon ein schlechtes Gewissen.
Wir sind immer aktiv.
Außerdem versuchen wir all unsere frommen Pflichten zu erfüllen.
Wir sprechen Gebete, lesen in der Bibel und tun besonders viel für Jesus.
Wir machen uns Druck.
Wir wollen im Advent besondere besinnliche Momente erleben.
Wir wollen uns Zeit dafür nehmen.
Aber unser normaler Alltag geht ja auch im Dezember weiter.
Und zusätzlich gibt‘s noch die vielen Weihnachtsvorbereitungen.
Da kommen schnell die Sorgen, wie man das alles schaffen soll.
Da kommt wirklich schnell der Weihnachtsstress.
Wir werden zu Adventszeit-Marthas, die nur noch beschäftigt sind und deren Gedanken sich nur noch um das Beschäftigt-sein drehen.

Jesus sagt deshalb auch zu dir:
„Du bist wegen so vielem in Sorge und Unruhe, aber notwendig ist nur eines.“
Wirklich notwendig für uns ist die Verbindung zu Jesus, der Glaube.
Es ist nicht entscheidend, was wir für Jesus tun.
Entscheidend ist, was er für uns getan hat und was er jetzt für uns tut.

Wir müssen uns keine Sorgen machen.
Wir können unsere Sorgen abgeben.
Jesus sorgt für uns.
Wir müssen uns keinen Stress machen.
Wir brauchen uns nicht unter Druck setzen lassen.

Es ist okay.
Es ist okay, wenn es dir zu viel wird.
Es ist okay, wenn du nicht alles hinbekommst.
Es ist okay, wenn du nicht alle Erwartungen erfüllen kannst.
Du kannst auch einmal nein sagen.
Auch bei den Dingen, die du für Jesus machen sollst oder willst.
Die Adventszeit war ursprünglich mal eine Fastenzeit.
Fasten im Advent.
Auch das kann eine Möglichkeit für uns sein.
Vielleicht einmal auf eine geliebte Serie im Fernsehen verzichten.
Oder auf eine Mahlzeit am Tag.
Oder auf das massenhaft Plätzchen backen.
Oder auf Geschenke.
Oder auf fromme Pflichtübungen.
Wenn wir auf eine Sache verzichten, haben wir mehr Zeit für die anderen.

Wir können es Maria nachmachen und das Bessere wählen.
Wir können uns von Jesus sagen lassen, dass es gut ist,
auch einmal ruhig zu sein, ihm zu begegnen und auf ihn zu hören.
Einfach mal Zeit mit Jesus zu verbringen.
Ohne selber etwas zu tun.
Einfach ruhig sein und auf Jesus hören.
Wir können versuchen bewusste Zeiten mit Jesus zu verbringen, zu seinen Füßen zu sitzen.

Aber auch wenn wir das nicht schaffen, ist es okay.
Denn Jesus ist immer bei uns.
Er hat gesagt:
„Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende:“
Zu jeder Zeit, egal was wir tun.
Beim Plätzchen backen genauso wie beim Bibel lesen.
Beim Geschenke kaufen genauso wie beim um dem Adventskranz sitzen.

Jesus ist nicht beim Adventskaffee mitten in die Besinnlichkeit hineingeboren.
Jesus ist mitten in den rauen und dreckigen Alltag geboren.
Und er ist auch jetzt bei mir mitten in meinem oft stressigen und komplizierten Leben.

Das letzte Mal hatte ich ja das Thema „unser Leben – unser Gottesdienst“.
Unser ganzes Leben kann ein Gottesdienst sein.
Gott ist immer und überall dabei.

Es ist gut, sich das immer wieder bewusst zu machen.
Jesus ist jetzt hier bei mir.

Gegen den Weihnachts- und auch gegen sonstigen Stress hilft es sowieso, Dinge wirklich bewusst zu tun.
Dazu wurde mir vor ein paar Jahren mal eine Geschichte wichtig:
Ein Weiser wurde gefragt, warum er trotz seiner vielen Beschäftigungen immer so ausgeglichen sein könne.
Er sagte:
“Wenn ich stehe, stehe ich,
wenn ich gehe, gehe ich,
wenn ich sitze, sitze ich,
wenn ich esse, esse ich …“
Da fielen ihm die Fragesteller ins Wort und sagten:
“Das tun wir auch, aber was machst Du darüber hinaus?”
Er sagte:
“Wenn ich stehe, stehe ich,
wenn ich gehe, gehe ich,
wenn ich … “
“Aber das tun wir doch auch!”,
unterbrachen sie ihn.
Er aber sagte zu ihnen:
“Nein -
wenn ihr sitzt, dann steht ihr schon,
wenn ihr steht, dann lauft ihr schon,
wenn ihr lauft, dann seid ihr schon am Ziel.”

Damals habe ich immer wieder versucht das umzusetzen.
Ich kann mich noch darin erinnern,
wie ich vor 4 Jahren manchmal die Treppe zu meiner Wohnung hochging
und mir dabei sagte
„Ich gehe gerade die Treppe zu meiner Wohnung hoch“.
Das hilft wirklich, es nimmt einem Stress weg und schenkt Ruhe.

Gestern sass ich an meinem Computer und schrieb noch an dieser Predigt.
Ich war recht unruhig, weil sie ja ziemlich bald fertig sein musste.
Dann machte ich mir genau zu diesem Punkt, wo wir gerade sind, Gedanken.
Dabei stand ich auf, um meine Wasserflasche aufzufüllen,
- ohne das meine Gedanken aufhörten.
Auf dem Weg zurück zum Schreibtisch war ich schon am Trinken und dachte plötzlich:
„Daniel, du denkst gerade darüber nach, dass man alles bewusst tun sollte
und holst dir nebenbei vollkommen unbewusst Wasser und trinkst!
Ist das nicht ein Widerspruch?“
Dann dachte ich:
„Ich trinke gerade ein Schluck frisches Wasser.
Und Jesus ist genau jetzt bei mir.“
Plötzlich war ich viel ruhiger als vorher.

Versuchen Sie das doch auch einmal.
Sagen Sie sich:
„Ich bin gerade am Weihnachtsbaum schmücken.
Jesus ist genau jetzt bei mir.“

Und sagen Sie sich jetzt einmal:
„Ich sitze gerade im Gottesdienst und höre eine Predigt.
Jesus ist genau jetzt bei mir.“

Ja, Jesus ist genau jetzt bei dir.
Er möchte dir dienen.
Er möchte deine Sorgen auf sich nehmen.
Er möchte, dass du dir keinen Stress machst.
Und er freut sich, wenn du dir für ihn Zeit nimmst.
Wenn du ihm zuhörst.
Wenn du darüber nachdenkst, was Weihnachten für dich bedeutet.

Aber auch sonst ist er bei dir und freut sich über dich.
Er ist immer bei dir.
Auch in den letzten beiden Adventswochen.
Bei allem, was noch getan werden muss.
Und an Weihnachten.
Und darüber hinaus.
Jesus ist bei dir.

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Mi 1. Mrz 2006 - 21:17
Kategorien: Glaube
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von Daniel Hufeisen

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Fasten

Vor ein paar Tagen las ich zufällig Jesaja 58, da dachte ich schon, das muss ich zu Beginn der Fastenzeit mal posten. Danny hat mir netterweise die Arbeit abgenommen und Jesaja 58 zitiert und kommentiert. Auch ansonsten enthält der Post gute Gedanken und Links(!) zum Thema. Danke!

Ansonsten habe ich noch folgendes Anselm Grün Zitat aus seinem Buch Fasten auf meinem Blog gefunden, das ich letztes Jahr um diese Zeit gepostet hatte:

Fasten ist nicht Selbstzweck. Bei der Wiederentdeckung dieser lange verschütteten Praxis hat man es manchmal zu absolut gesetzt.
Fasten ist ein bewährtes Mittel geistlicher Askese, das uns zusammen mit Gebet und Almosen in die richtige Haltung Gott und den Menschen gegenüber bringen kann. Entscheidend für das richtige Verständnis des Fastens ist es, dass es nicht isoliert gesehen wird, sondern in Verbindung vor allem mit dem Gebet.
Fasten ist Beten mit Leib und Seele. Fasten zeigt, dass unsere Frömmigkeit leibhaft werden, dass sie Fleisch annehmen muss, so wie das Wort Gottes in Jesus Christus Fleisch an genommen hat.

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Di 28. Feb 2006 - 23:00
Kategorien: Glaube
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von Daniel Hufeisen

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Aschermittwoch

Aschermittwoch ist heute. Aschermittwoch ist der Beginn der Fastenzeit: 7 Wochen, 40 Tage. Die Aktionen 7 Wochen ohne und 40 Tage beten und fasten für unser Land starten. Auch ich starte: weniger Zeit mit Essen, mehr Zeit mit Gott. Letztes Jahr las ich Anselm Grün – Fasten. Grün beschreibt Fasten als “Beten mit Leib und Seele”. Das ist es. Fasten kann viele gute Nebeneffekte haben: Selbstdisziplin, Bewußtmachung, Wertschätzung, Gesundheit, Körperwahrnehmung, Zeit. Das eigentliche ist aber das Gebet, das betende Fasten, das Fasten als Gebet. Es geht um weniger ich, mehr Gott. Johannes 3,30 fasst das gut zusammen: “Er muss wachsen, ich aber abnehmen.” Und das nicht (nur) körperlich.

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Meine Blog-Geschichte

Vor bald zwei Jahren (April 2004) habe ich angefangen zu bloggen, damals war ich in Taiwan und habe den Blog hauptsächlich als Ergänzung zu meinen Rundmails gesehen.
Aber schon ein paar Jahre vorher habe ich zusammen mit Schulfreunden rreell, ein “magazin im netz” (über elektronische Musik und so) gemacht, was in den einzelnen Kategorien wie ein Blog aufgebaut war (alle Einträge untereinander, neuste oben). Hätte es damals schon Blogs gegeben, dann hätten wir sicherlich einen gemacht.
Nach meiner Taiwan-Zeit habe ich immer seltener gebloggt, ich hatte in Tabor zuerst kein Internet auf dem Zimmer und auch ansonsten fehlte es etwas an Motivation. Daher gab es nur selten neue Posts. Auch als ich DSL auf dem Zimmer hatte, wurde es nicht viel mehr.
Bis ich im April 2005 einen Tag ohne konkreten Grund fastete und mir Zeit für Gott nehmen wollte. Stattdessen hing ich nur im Internet rum, da ich durch eine Gästebuch-Eintrag auf Joshas Blog gestoßen bin und von dort weiterklickte. Zum ersten Mal sah ich, dass es wirklich spannende, christliche Blogs gab. Das motivierte mich, wieder mehr zu bloggen und auch zu blogger umzuziehen.
Ich glaube auch, dass da Gott seine Hände mit im Spiel hatte, das war es, was mir Gott an meinem Fastentag gezeigt hat. Hier trifft das zu, was Haso in seinem Post über seine “Berufung zum bloggen” geschrieben hat:
Ein immer wiederkehrendes Grundmuster meines Lebens: Gott führt mich, indem er mich auf etwas stoßen lässt, was mir Spaß macht. Ich stürze mich hinein und stelle erst nach einiger Zeit fest, dass die “zufällige” Entdeckung von göttlichen Hintergedanken begleitet war.

Seitdem habe ich sehr viel guten Input durch das Lesen anderer Blogs bekommen (siehe Links in der Sidebar), neue Themen kennengelernt (Emerging Church und so), durch Blogs andere tolle Menschen kennen gelernt und mein Schreiben hat sogar schon Auswirkungen auf das Leben anderer gehabt.
Auch mein Alltag hat sich verändert: Ich investiere viel Zeit fürs Blog lesen und schreiben. Mein RSS-Reader (seit gestern bloglines) ist mein Portal ins Netz, das mir die für mich wichtigen Infos direkt liefert. Außerdem denke ich bei Vielem, was ich erlebe, lese oder höre, dass ich darüber ja mal schreiben könnte. Mein Erleben teilt sich in die Kategorien “blogbar” und “nicht-blogbar”.
Auf immer mehr Fragen antworte ich: “Das kannst du genauer auf meinem Blog nachlesen”.
Mein Blog wird immer mehr das Portal zu meiner Welt: Hier erfährt man, was ich mache, was ich lese, was ich höre, was ich im Internet finde, was ich glaube, was ich denke, wer ich bin(?)…

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  • Daniel Hufeisen…

    …wird auch Hufi genannt
    …lebt in Erlangen
    …ist glücklich verheiratet
    …arbeitet bei und gehört zu ELIA
    …studiert Gesellschaftstransformation
    …studierte vorher an der EH Tabor
    …engagiert sich bei Emergent Deutschland
    …gehört zur Redaktion der Zeitsschrift oora
    …ist ›Lounge-DJ‹
    …fährt Fahrrad
    …interessiert sich für Gott und seine Welt
    …schreibt dieses Blog seit dem 27. April 2004
    …ist erreichbar: ein.augenblick[ät]web.de
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