Zitat für den Augenblick 040

Markus Spieker (ARD Hauptstadtstudio) sprach heute beim Kongress Christlicher Führungskräfte über die Frage: „Müssen Christen an die Spitze von Gesellschaft und Politik? Ja, sicher, aber das ist nicht Avantgarde. Was ist Avantgarde dann?“

Avantgarde ist, wenn man in einen leeren Raum geht und dieser zum Magnet wird. Und nicht, wenn man sich in eine vollen Raum noch dazustellt.

Gefunden bei Rolf Krüger.

Passions- und Osterzeit

Heute beginnt die Passionszeit, die Zeit in der wir uns an den Leidensweg Jesu erinnern. Diese Zeit ist traditionell auch die wichtigste Fastenzeit im Kirchenjahr. Die letzten Jahre wird diese Zeit auch von immer mehr evangelischen Christen bewusst als Fastenzeit gelebt. Auch ich habe die letzen Jahre jeweils auf etwas verzichtet und darüber auch meistens etwas hier geschrieben. So zitierte ich z.B. schon zweimal einen Text von Anselm Grün aus dem Buch Fasten. Da das letzte Mal schon drei Jahre her ist, zitiere ich nun den Abschnitt einfach noch einmal:

Fasten ist nicht Selbstzweck. Bei der Wiederentdeckung dieser lange verschütteten Praxis hat man es manchmal zu absolut gesetzt. Fasten ist ein bewährtes Mittel geistlicher Askese, das uns zusammen mit Gebet und Almosen in die richtige Haltung Gott und den Menschen gegenüber bringen kann. Entscheidend für das richtige Verständnis des Fastens ist es, dass es nicht isoliert gesehen wird, sondern in Verbindung vor allem mit dem Gebet. Fasten ist Beten mit Leib und Seele. Fasten zeigt, dass unsere Frömmigkeit leibhaft werden, dass sie Fleisch annehmen muss, so wie das Wort Gottes in Jesus Christus Fleisch an genommen hat.

Aber ich möchte heute am Aschermittwoch nicht nur über die Fastenzeit schreiben, sondern auch über die Osterzeit. Der englische Bischof N.T. Wright (von dem es endlich auch ein Buch auf deutsch gibt) schreibt in dem absolut lesenswerten Surprised by Hope darüber, wie wir Ostern und damit die Auferstehung feiern. Er schreibt:

Ich kann es nicht nachvollziehen und finde es nicht gerechtfertigt, dass wir 40 Tage die Fastenzeit halten sollen, dabei über die Bedeutung grübeln, über Selbstverleugnung predigen, zumindest etwas bedrückt sind und dann bringen wir es mit der Karwoche zu einem Höhepunkt, die wiederum ihren Höhepunkt an Gründonnerstag und Karfreitag hat . . . und dann, nach einem recht gewöhnlichen Karsamstag, haben wir einen einzigen Tag, an dem wir feiern.

Er schlägt vor die ganze Osterwoche zu feiern:

Es sollte ein achttägiges Fest sein – mit Champagner, der nach den Morgengebeten serviert wird oder sogar davor, mit vielen Hallelujas und besondern Liedern und spektakulären Hymnen. Ist es verwunderlich, dass es den Leuten schwer fällt, an die Auferstehung Jesu zu glauben, wenn wir unser Hüte nicht in die Luft werfen?

(N.T. Wright, Surprised by Hope, S. 256, frei übersetzt von mir)

Wright fordert dazu auf „unseren grössten Tag“ auf neue kreative Art und Weise zu feiern: Mit Musik, Kunst, Spielen, Literatur, Tanz etc. Außerdem schlägt er vor, auch die 40 Tage nach Ostern (bis Himmelfahrt) bewusst zu leben, indem wir neue Dinge für die Zeit tun:

Eine neue Aufgabe oder ein neues Projekt, etwas ganzheitliches und fruchtbares und aufgeschlossenes und sich-selbst-gebendes. … Vielleicht weckt es dich in einer ganz neuen Art und Weise auf. Und das ist es, worum es an Ostern geht.

(N.T. Wright, Surprised by Hope, S. 257, frei übersetzt von mir)

The greatest comeback since Lazarus

Eine der großartigsten Zeilen in einem Song der letzten Monaten ist für mich in „Ali in the Jungle“ von The Hours:

It’s the greatest comeback since Lazarus

Auch ansonsten gibt es einige gute Zeilen in dem Lied:

It’s not how you start, it’s how you finish,
And it’s not where you’re from, it’s where you’re at

It’s not where you are, It’s where you’re going,
Where are you going?

And it’s not about the things you’ve done, it’s what you’re doing, now,
What are you doing, now?

Warum schreibe ich gerade jetzt über ein nicht mehr ganz frisches Lied?
Weil es gerade auf der Seite des riesigen SXSW-Festivals, neben hunderten anderen, „Ali in the Jungle“ als kostenloses MP3 gibt. Eine Auswahl weiterer hörenswerter MP3s findet ihr u.a. bei Spreeblick.

Beerdigung

Malte Welding schreibt über eine (fiktive? man weiß es nicht) Beerdigung. Aus diesem schön geschriebenen Text zitiere ich mal die beiden Stellen, in denen es direkt um den (Un-)Glauben an Gott geht:

Dann fängt der Pfarrer an zu reden und es ist tatsächlich so wie alle sagen: Nichts berührt einen weniger als so eine Zeremonie. Der Gottesbeamte erzählt im ersten Drittel der Trauerrede, dass mein Vater zwar aus der Kirche ausgetreten sei, das sei aber nur eine Formalität gewesen, von Gott habe er sich nie abgewandt. Mein Vater hätte nicht einmal an Gott geglaubt, wenn dieser sich vor seinen Augen in einen brennenden Busch verwandelt und ihm hübsche Enkelkinder beschert hätte. Klar, er glaubte, dass man seine Frau nicht betrügt und Sex ein notwendiges Übel ist. Sex war viehisch und hielt die Menschen davon ab, sich zu entwickeln. Das klingt fromm, kam aber nur durch seine Erziehung. Er war ein Atheist, ohne die Freuden des Lebens ohne Gott genießen zu können. …

Dann stehen wir vor dem Grab.
Wir sprechen das „Vater unser“.
Meine Mutter schippt Erde auf den Sarg, dann meine Schwestern. Dann ich.
Dort liegt er. In diesem dunklen Loch. Das ist die Atheistenhölle. Ich werfe die Erde auf ihn.

Den restlichen Text lest hier.
Über den Weg zur Beerdigung lest: Vor der Beerdigung

In Liebe investieren

Jeden Tag fahre ich mit meinem Fahrrad unter einer Brücke durch und sehe dort zwei große Plakatwände, bei denen fast wöchentlich das Motiv gewechselt wurde. Bis kurz vor Weihnachten. Seitdem hängen dort zwei Plakate mit dem Slogan „In Liebe investieren„.
Schon nach wenigen Tagen stand unter beiden eine recht nahe liegende Antwort/Rückfrage:

in-liebe-investieren.JPG

Und wovon und wie sprechen wir eigentlich?