Augenblicke der Wahrheit – Anselm Grün

Wahrheit. Was ist Wahrheit?

Ein paar Gedanken dazu:

Gestern las ich folgendes in „Mit Herz und allen Sinnen“ von Anselm Grün (im Original aus dem Buch „Gebet als Begegnung„). Dabei geht es zwar mehr um Glaube und Zweifel, aber letztlich doch auch um Wahrheit:

Wenn ich allein in meiner Klosterzelle bete, dann kommen mir manchmal Zweifel: Stimmt das denn alles, was du dir von Gott denkst, oder ist das nicht alles Einbildung? Stellst du dir das so vor, weil es so schön ist, weil du damit gut leben kannst, weil es sich so besser predigen und schreiben läßt? Wenn diese Zweifel kommen, versuche ich sie zu Ende zu denken. Ich sage mir: Ja, das kann sein, daß alles nur Einbildung ist; alle religiöse Literatur ist nur Einbildung, Beruhigung des Menschen, daß er besser leben kann, Illusion, um die Augen vor der bitteren Wirklichkeit zu verschließen. Doch wenn ich das zu Ende denke, dann kommt eine tiefe Gewißheit in mir auf: Nein, so absurd kann das menschliche Leben nicht sein. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, daß all die Heiligen nur Illusionen nachgelaufen sind, daß alle Kultur nur Nervenberuhigung ist. Es ist die Grundfrage, ob wir Menschen überhaupt etwas von der Wahrheit erkennen können, oder ob wir nur im Dunkeln tappen und uns eine Illusion zurechtschneidern. Aber dann ist alles absurd.
Wenn ich diese Absurdität zulasse, spüre ich nicht nur innere Gewißheit, sondern dann entscheide ich mich auch für die Alternative des Glaubens: Ich will alles auf diese Karte setzen. Ich will einen heiligen Augustinus folgen und nicht den Skeptikern, die in der Absurdität des Daseins ihre Lebensphilosophie finden. Und dann bekommt für mich das Gebet eine neue Dimension. Ich darf mich an den Urgrund des Seins, an die Ursache der ganzen Schöpfung wenden als ein Du. Ich darf dieses Du ansprechen, das da hinter dem Schleier der sichtbaren Welt verborgen ist. Ja, dieser Gott, dieses geheimnisvolle Du hat mich zuvor angesprochen. Er ist eine Person, einer der mich liebt, der den Schleier des Seins durchstoßen hat und mir in seinem Wort eine Ahnung von seinem Geheimnis eröffnet hat.

Bisherige Augenblicke der Wahrheit:
Katholische Kirche
Jesus und Pilatus
Griechisches Denken
Hebräisches Denken
Mittelalter

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Jubiläum verpasst

Am 27. April war Geburtstag. Mein Patenkind wurde 9 Jahre alt. Aber nicht nur das, mein Blog wurde 2 Jahre alt.
Zuerst noch lebte mein Blog abgeschieden von der restlichen Blog-Welt unter der Adresse www.blogall.de/augenblick (die gerade gar nicht erreichbar ist). Dann aber vor über einem Jahr zog er nach blogger um, wo er irgendwie immer noch lebt.
Vor über einem Jahr las ich auch das erste mal den Begriff „Emerging Church“ auf anderen Blogs, vorher habe ich mich eigentlich auch schon mit solchen Themen beschäftigt, kannte nur diesen Titel noch nicht. Seit einem Jahr lese ich jetzt also viele Blogs (siehe Linkliste), in denen darüber geschrieben wird. Dadurch habe ich schon sehr viel Gutes und Spannendes und zum Nachdenken und Handeln anregendes (kennen)gelernt (und natürlich auch viele tolle Blogger). Aber „Emerging Church“-Bücher habe ich noch nicht gelesen (außer vielleicht die Pete Greig Bücher) – bis heute. Heute habe ich mir „A Generous Orthodoxy“ von Brian D. McLaren in der Tabor Bibliothek ausgeliehen und beginne gerade dieses Buch zu lesen. Ich mag das Buch schon allein wegen des Untertiels: „WHY I AM A missional, evangelical, post/ protestant, liberal/ conservative, mystical/ poetic, biblical, charismatic/ contemplative, fundamentalist/ calvinist, anabaptist/ anglican, methodist, catholic, green, incarnational, depressed – yet hopeful, emergent, unfinished CHRISTIAN“. Denn irgendsowas bin ich auch.

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Heute

Heute: Blogs gelesen. Nach den Osterferien in Warschau hatte ich bei bloglines einiges zu lesen – aber Blogs lesen lohnt immer wieder. So bin ich zum Beispiel auf die GusGus Seite gestossen, auf der man sich fünf Alben von ihnen runterladen kann (direkt zu erreichen unter www.gusgus.com/audio).
Und auch auf eine Master-Arbeit über Emerging Church. Fridtjof Leemhuis von der FTA in Gießen schreibt allgemein über Emerging Church (also eine gute und gründliche Einführung ins Thema) und speziell über das Wahrheitsverständnis von Brian McLaren im Vergleich zu Paulus. In diesem Eintrag auf seinem Blog hat er die Arbeit als pdf-Datei verlinkt. Ich habe jetzt ein Drittel gelesen und finde die Arbeit bisher echt gut; ich bekomme Lust, all die zitierten Bücher selber noch zu lesen.

Außerdem war heute wieder Jubiläumsfeier in Tabor. Heute haben die vor 40, 50 oder 70 Jahre in Tabor eingetretenen Leute aus ihrem Leben erzählt. Genial war Alcides Jucksch, der inzwischen 94 (oder 93?) Jahre alt ist. Er wurde auf die Bühne gebracht, wollte sich aber nicht setzten, sondern stellte sich hinter das Rednerpult. Er begann langsam und schwach: „Meine Beine sind nach 94 Jahren schon recht schwach…“, um dann mit sehr lauter, kräftiger Stimme zu sagen „aber meine Stimme ist noch so kräftig, wie vor 70 Jahren, als ich in Tabor eintrat.“ Mit sehr viel Humor sprach er von seiner Kindheit in Brasilien, seiner Zeit in Tabor und leider nur sehr kurz von seiner langen Zeit, die er dann wieder in Brasilien war (wo er bist heute lebt). Ihm hätte ich problemlos noch eine Stunde zuhören können…

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Augenblicke in Warschau IV

Gestern:

– Über den sogenannten „Russen-Markt“ schlendern, den größten Open-Air-Markt Europas, wo es so ziemlich alles zu kaufen gibt.

– Edel asiatisch essen, mmmh, lecker.

– Blick vom Palast der Kultur und Wissenschaft (Geschenk von Stalin an die Polen) auf Warschau.

– Abends ein Konzert von Barbara Morgenstern in Centralny Dom Qultury, einem netten Indie-Kultur-Schuppen – schön, dass es die anscheinend überall gibt.

Heute:

– Einkaufen und heute Abend „Cats“ für unter 20 Euro anschauen: Geniales Bühnenbild, super Schauspieler/Tänzer, gute Musik(er), nur die Sprache war nicht so perfekt: Polnisch. Aber egal, wenn ich ne spannende Geschichte will, kann ich auch nen Buch lesen.

Morgen:

– Um 6 Uhr Zug nach Danzig. 22 Stunden später zurückkommen.

Goodbye Amberg!

Genau, unsere Zeit in Amberg ist leider schon wieder vorbei.
Es war gut.
Gut für die Gemeinde, neue Leute, neue Impulse…
Gut für uns als Koino-Gruppe, mehr Gemeinschaftsgefühl, mehr Praxis-Erfahrung…

Bisher habe ich ein kleines „Koino-Einsatz in Amberg„-Foto-Set bei flickr eingerichtet. Sobald es irgendwo anders noch mehr Bilder gibt, werde ich die natürlich hier verlinken.

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Live aus Amberg

Nachdem schon Harmut aus Heuchelheim/Bibertal berichtet hat (warum schreibt Coppy nichts?), melde ich mich mal aus Amberg. Auf meine Frage, was ich nun schreiben soll, antwortete Frank: „Die Fakten und deine Gefühle dazu“.

Also die Fakten: Ich sitze hier im Büro über den Räumen der LKG Amberg. Eine Etage unter mir sind 7 Jungscharler, 6 Mitarbeiter und 5 Mütter. Noch ein Stock tiefer, im Keller, noch 8 Kinder und 4 Mitarbeiter. Wirklich cooles Programm, jeweils erleben zwei Touristen zusammen mit den Kindern spannende Dinge, die Jungscharler treffen auf David und die Kids auf Jona. Schon gestern hatten wir solche Kinder-Nachmittage mit noch weniger Jungscharlern und noch mehr Kids.
Gestern Abend war dann der erste der drei „8 nach acht“-Jugendabende. Gestern zum Thema „8 Sachen, die man getan haben sollte, bevor man 28 ist“. Mit Videos, verrückten Aktionen vor 28, Musik, guten Gedanken von Nepse, Chilli con Carne und sehr vielen Uhren im Raum, die auf 8 nach 8 standen. Die nächsten beiden Themen lauten „8 Dinge, die ich an mir hasse“ und „8 Wege, gute Freunde zu finden“. Morgen findet dann noch ein großer Jungschar-Nachmittag statt und am Sonntag ein Familiengottesdienst.

Meine Gefühle dazu: Tja, es ist schön aktiv zu sein, zu sehen, wie Gott durch das geplante und teilweise aufwendig vorbereitete Programm Menschen anspricht. Es ist auch schön, bei Sonnenschein durch die schöne von einer Stadtmauer umgebene Altstadt Ambergs zu laufen. Es ist auch schön, mit den Leuten aus meiner Koino einfach was zu machen, unterwegs zu sein. Es ist schön, hier im Büro zu dritt an drei Computer an einem Schreibtisch überkreuz zu „arbeiten“ (Nepse sitzt links und guckt auf den Monitor rechts, Frank steht in der Mitte und bedient den Laptop der links steht und ich sitze rechts und bediene den Laptop in der Mitte)…

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