Ich komme in die Hölle

— Gastartikel von mychie —

Kürzlich wurde mir (eher indirekt, aber trotzdem deutlich) mitgeteilt, dass ich nicht in Gottes neue Welt kommen werde. Der Grund: ich bin katholisch getauft. Und noch dazu als Kind.
Mir fällt kaum etwas ein, was ich dazu noch sagen soll. Im freikirchlichen Bereich kriegt man ja als geborener Katholik, der die römisch-katholische Kirche noch nicht verlassen hat, zwar oft etwas zu hören, aber dass mir Leute, die für mich zur gleichen Kirche (nämlich den Nachfolgern Jesu) gehören, mir das Seelenheil verweigern wollen, habe ich auch noch nicht erlebt.

4 Gedanken zu „Ich komme in die Hölle“

  1. Solche Begegnungen hatte ich leider schon häufiger, sowohl mit Gläubigen meiner eigenen Konfession (neuapostolisch) wie auch mit evangelischen oder katholischen Mitchristen.

    Manchmal habe ich das Gefühl, dass es mittlerweile schon zum guten Ton gehört, Christen anderer Konfession, ja sogar Denomination den Zugang zum Heil in Christus abzusprechen. Tut man es nicht, erntet man böse Blicke und Kommentare wie „Du glaubst doch wohl nicht an die Allversöhnung?!“, „Doktrin bedeutet Dir nichts, wie?“ oder, besonders nett, „Ist Dir eigentlich garnichts mehr heilig?“

    Irgendwie… befremdlich.

  2. O, das zu lesen ist für mich eher „lustig“, obwohl man ja traurig darüber sein könnte, dass Christen anderen Christen das Seelenheil verweigern …. nun ja.

    Als Kind von 10 Jahren zog ich Ende der 50er Jahre mit meinen evangelisch-freikirchlichen Eltern in das sehr katholische Münsterland. Natürlich war ich nicht getauft. Um mich her waren fast alle Leute katholisch. Und auch in der kleinen evangelischen Volksschule war ich ein Exot: nicht katholisch waren die anderen Schüler ja auch, aber nicht getauft? Undenkbar.
    Fortan war ich das Heidenkind, das in die Hölle kommt.
    Das ging mir ziemlich lange so, selbst als ich dann getauft war (auf das Bekenntnis meines Glaubens hin, wie das bei „uns“ so üblich ist) hing mir noch lange die „falsche“ Taufe an.

    Damals waren „wir“ so in der Außenseiterrolle, dass ich mir nicht vorstellen konnte, irgendjemand würde mal einem „als Kind Getauften“ in ähnlicher Weise die Hölle vor Augen stellen wie mir damals.

    Wir sollten uns in der Tat mehr als Leute wahrnehmen, die auch „zu dem“ gehören, zu Jesus nämlich.

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