Die Bibel über Ausländer

Ein kleiner Nebengedanken aus dem Gottesdienst heute morgen:

Wenn sich ein Ausländer bei euch niederlässt, sollt ihr ihn nicht ausbeuten. Den Ausländer, der bei euch wohnt, sollt ihr wie einen von euch behandeln und ihr sollt ihn lieben wie euch selbst. Denn ihr selbst wart einst Fremde in Ägypten. Ich bin der Herr, euer Gott.

Levitikus (3. Mose) 19,33-34

Das wäre doch mal eine wirklich christliches Parteiprogramm, oder?Aber erst einmal spricht es jeden Einzelnen von uns an. Wie gehe ich mit Ausländern um? Behandele ich Ausländer wie einen “von uns” oder habe ich nicht doch ein mulmiges Gefühl wenn mir abends zwei Afrikaner auf der Straße begegnen?

Und da meine Großmutter die letzten beiden Tage zu Besuch war, noch der Vers davor:

Ehrt und respektiert ältere Menschen. Habt Ehrfurcht vor eurem Gott. Ich bin der Herr!

Levitikus (3. Mose) 19,33-3432

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Die Charta der Jesus Freaks

Vorgestern Abend habe ich dann doch mal die komplette Charta der Jesus Freaks gelesen. Die Jesus Freaks hatten die letzten drei(?) Jahre eine echt schwierige Zeit, viele Konflikte etc., aber auch das Konzil. Durch einen langen Prozess in dem alle Freaks mitreden konnten, entstand nun als “Endprodukt” die Charta der Jesus Freaks Deutschland.

Ich muss sagen, die Charta fasziniert mich. Das Team hat es wirklich geschafft, einen Text zu schreiben, der klar Glauben, Werte und Visionen der Freaks ausdrückt und zu dem alle Freak-Gemeinden ja sagen können, ohne dass es schwammig wird. Und das ganze “nicht auf Kompromiss-, sondern auf Wunderbasis”.

Die komplette Charta kann man auf dem News-Blog runterladen.

Hier noch ein Ausschnitt, der auch fürs Freakstock dieses Jahr irgendwie programmatisch war:

Gottes Liebe als Basis von Einheit und Vielfalt

„Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott in ihm.“ 1. Joh. 4,16b

Was uns zusammenhält sind weder gleiche Lebens- und Musikstile, noch gemeinsame theologische Lehrmeinungen. Uns verbindet die erlebte Liebe unseres genialen Gottes. Er demonstriert an einem Haufen völlig unterschiedlicher Freaks, dass ER durch Ergänzung Einheit in gigantischer Vielfalt schaffen kann – nicht auf Kompromiss-, sondern auf Wunderbasis.

Wir sind überzeugt davon, dass der Jesus, der uns errettet hat, größer ist als unsere konkurrenzgeprägte Welt, in der Individualität oft gegen Gemeinschaft ausgespielt wird. Dies kann und will Jesus heilen und seinen Leib in Einheit und Vielfalt wiederherstellen. Wir fühlen uns von Gott genau in dieses Spannungsfeld zwischen sich scheinbar ausschließender Andersartigkeit und genialer Ergänzung gestellt. Wir sind dankbar, dass Jesus selber mit uns gemeinsam auf dem Weg ist, dass wir aus ihm und seiner Liebe leben und von ihm lernen dürfen.

Gefreut hat mich auch, dass der Einsatz für soziale Gerechtigkeit auch ein wichtiger Punkt der Charta ist.

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Freakstock 2008

Mein achtes Freakstock ist auch schon wieder vorbei. Es ging wirklich sehr schnell vorbei, noch schneller als sonst.

Freakstock 2008

Ich war mit vielen Jugendlichen von ELIA dort, dass heißt alle Mahlzeiten und einige gemeinsame Zeit bei den Zelten. Ansonsten viele Leute mal wieder treffen, Gottesdienste, Konzerte…

Was fand ich gut:

  • Auf jeden Fall den Start-Gottesdienst. Sehr intensiv, sehr innovativ, sehr tief…
    (Es war nur manches für die schwierig zu verstehen, die keine Ahnung hatten, was die Charta ist, etc., also für die “Nicht-Freaks”).
  • Die Modul-Gottesdienst. So war mehr Vielfalt möglich, besonders die Gottesdienste von Speak und Convers/24-7 waren eine spannende Bereicherung für das Freakstock.
  • Das JFD-Zelt, ein Ort an dem man kreativ werden konnte. Und sowieso die Charta, um die es dort ging.
  • Den Raketenklub (vor allem diesmal nicht nur mit Drum & Bass, sondern auch mit Techno) und allgemein die Feier-Freude der Freaks.
  • Shane Claiborne war da und hat noch einmal einige inspiriert.

Was mich nicht so überzeugt hat:

  • Der Abschlussgottesdienst, bzw. den zweiten importierten Prediger. Laut Programmheft sollte es um die Zukunft der Freaks gehen. Der erste Predigt-Teil von Charles Bello war ja ganz gut, aber sein Freund (wie hieß er nochmal?) war mir dann doch zu “amerikanisch” (ein Spitzen-Adjektiv, ich weiß) und zu sehr auf körperliche Heilung fixiert. Es gibt genügend Leute aus der Bewegung, die da mehr zum eigentlichen Thema zu sagen hätten.
  • Ein paar mehr Leute als 2800 wären schon schön gewesen.
  • Das der Raketenklub am Donnerstag schon um 2 Uhr zu gemacht hat, schade.
  • Das war’s schon irgendwie…

Insgesamt haben mich schon die Themen Einheit und Liebe sehr angesprochen. Ich denke, dass die Freaks da auf einen guten Weg sind und hoffe sehr, dass die in der Charta formulierte Vision wieder mehr gelebt werden kann…

Ein paar Fotos von mir gibt es bei ipernity.

Wer sonst noch über das Freakstock geschrieben hat, könnt ihr bei Fabse lesen, der selbst auch aufs Freakstock zurückblickt.

Nachtrag (2008-08-05):Da nicht so viele Leute kamen, fehlt dem Freakstock leider noch einiges an Geld. Wer das Freakstock unterstützen will, findet alle notwendigen Infos auf dem News-Blog.
Nachtrag 2 (2008-08-08): Lest auch, was Norbert Roth schreibt: …soli Deo gloria…

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Oskar und die Dame in Rosa

Seit vorgestern lese ich das wunderschöne Buch Oskar und die Dame in Rosa von Eric-Emmanuel Schmitt als Bettlektüre. Von ihm habe ich bisher das ebenso schöne Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran und Die Schule der Egoisten, das mich nicht ganz überzeugen konnte, gelesen.

In Oskar und die Dame in Rosa schreibt Oskar, ein todkranker Junge, Briefe an Gott, den er sich aber noch nicht so ganz vorstellen kann. Einmal berichtet er wie er mit “Oma Rosa” in eine Kapelle geht und dort zum ersten Mal bewusst ein Kruzifix sieht. Wie er das erlebt, zitiere ich hier mal auszugsweise:

Ich habe natürlich einen Riesenschreck bekommen, als ich Dich dort hängen sah, als ich dich in diesem Zustand gesehen habe, fast nackt, ganz mager an Deinem Kreuz, überall Wunden, die Stirn voller Blut durch die Dornen, und der Kopf, der Dir nicht mal mehr gerade auf den Schultern saß. Das hat mich an mich selbst erinnert. Ich war empört. Wär ich der liebe Gott, wie Du, ich hätte mir das nicht gefallen lassen.
“Oma Rosa, im Ernst: […] Sie werden doch so einem nicht vertrauen!”
“Warum nicht, Oskar? Würdest du dich eher einem Gott anvertrauen, wenn du einen Bodybuilder vor dir hättest […]?
“Ähm…”
“Denk nach, Oskar, Wem fühlst du dich näher? Einem Gott, der nichts fühlt, oder einem Gott, der Schmerzen hat?”
“Einem, der Schmerzen hat, natürlich. Aber wenn ich er wäre, wenn ich der liebe Gott wäre, wenn ich so wie er alle Möglichkeiten hätte, würde ich mich um die Schmerzen drücken.”
“Niemand kann kann sich um Schmerzen drücken. Weder Gott noch du. Weder deine Eltern noch ich.” Gott

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Marburger Institut für Religion und Psychotherapie

Heute startete das neugegründete Marburger Institut für Religion und Psychotherapie mit einem Eröffnungssymposium. Nach einführenden Worten und Grußworten von Norbert Schmidt, Heinzpeter Hempelmann und Harry Wollmann folgten Vorträge von Holger Eschmann (Theologisches Seminar der Evangelisch-methodistischen Kirche, Reutlingen – Bücher von Eschmann) und Michael Utsch (Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin – Bücher von Utsch).

Eschmann sprach vormittags zum Thema “Wie hältst Du’s mit der Psychotherapie?“, es ging um das Verhältnis von Seelsorge und Psychotherapie. Noch spannender fand ich persönlich den Vortrag am Nachmittag von Utsch: “Wie Psychologie glauben hilft – Psychologische Empfehlungen zur Vertiefung der Gottesbeziehung”.
Hier einige Notizen dazu (teilweise sind es Zitate aus seiner Powerpoint):

  • Das Ziel einer Umformung des inneren Menschen im Sinne wachsender Christusfrömmigkeit ist eindeutig: Das Herz / die Seele pflegen -> therapeutische Theologie
  • Nicht die positiven Wirkungen des Glaubens stehen im Zentrum (funktionale Vereinnahmung), sondern das Sich-Öffnen der Seele für die verborgene Gegenwart Gottes. Dort geschieht allmählich die Umformung des inneren Menschen.
  • Es gibt viele Beispiele christlicher Seelenpflege in der Kirchengeschichte: Bei den Wüstenvätern, Herzensgebet, Tersteegen, charismatische Anstöße etc.
  • Theologie gibt der Psychologie gute Impulse: Herzensgebet/Kontemplation reduziert Stress, Vergebungsforschung, Vertrauen satt Angst etc.
  • Dabei macht Glaube nicht automatisch glücklich: Auf Qualität der Gottesbeziehung kommt es an. – Glaube kann missbraucht werden.
  • Ein positiver, persönlich adaptierter Glaube setzt Kräfte frei, die über Placebo-Wirkung hinausgehen.
  • Wenn es ein erfahrungsmäßiges Wahrnehmen der Gegenwart Gottes gibt (Mittelalter) und der Christ ein Erfahrender/Mystiker ist (Rahner), kann heute die Psychologie dazu beitragen, den individuellen Glauben zu vertiefen.
  • 3 Wege der Gotteserkenntnis: In Natur, in Bibel und in eigener Erfahrung
  • Die Psychologie wäre ohne die erfahrungsarme Theologie nicht so erfolgreich geworden
  • Die Psychologisierung des Glaubens hat die Bedeutung von “Spiritualität” verzerrt Eigentlich geht es bei Spiritualität darum, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu werden.
  • Probleme bei” Spritualität”: Selbstmystik statt Christusmystik, Sakralisierung der Psyche etc.
  • Psychologisierende Deutungen rechtfertigen das eigene Selbst: Schuld wird “wegpsychologisiert” etc.
  • Aber Psychologie kann glauben helfen!
  • Glaube ≠ Placebo-Effekt, sondern Beziehungsweise (glauben an, vertrauen auf).
  • Glaube ist leicht verführbar
  • Glaube als Beziehungsweise: Vielfalt der Beziehungsstile akzeptieren (Persönlichkeitstyp hängt oft mit dem Glaubensstil zusammen) etc.
  • Psychologie hilft glauben: Echtheitsprüfung: Durchdringt Glaube das Leben? – Gefühle und Unbewusstes besser verstehen – Arbeit an den Wurzelsünden (Geistliche Begleitung) – Seelische Gottesbilder entlarven & verabschieden
  • Glaube benötigt Gemeinschaft: Gesprächskultur der Innerlichkeit entwickeln: über Gottesbilder, Zweifel etc. sprechen
  • Wahrnehmung schulen: Aufmerksamkeit für die größere Wirklichkeit Gottes, Umformung des inneren Menschen etc.
  • Thesen: Psychologische und theologische Aspekte helfen bei der “Umformung des Menschen”
  • Am Ende noch ein Zitat von Ricarda Huch: “Alles Menschliche will Dauer, Gott will Veränderung”

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Erweckung in Lakeland

Stellt euch vor, es ist eine Erweckung und alle schauen zu…

So ungefähr ist es gerade in Lakeland, Florida. Dort finden seit Wochen tägliche Erweckungs-Heilungs-Veranstaltungen mit Todd Bentley statt, zu denen immer mehr Menschen pilgern und die vor allem immer mehr Menschen via Internet und Fernsehen verfolgen.

Viele Leute sind davon begeistert und berichten davon. Zum Beispiel Daniel Hari, der auch live vor Ort war und ansonsten auf Esoterik-Messen “Heilen wie Jesus”-Stände hat . Auch Haso, dessen Blog hier schon öfters empfohlen wurden, sieht das sehr positiv. Kritischer ist da schon David Brunner, der auch bei Sound 7 davon schreibt. Auch Danny ist kritisch. Storch dagegen versucht Antworten auf die Kritiken zu finden. Dass es extreme Kritik aus Ecken gibt, die immer alles kritisieren weil es nicht “biblisch” ist, brauch ich nicht zu erwähnen, oder?
Manche berichten auch relativ neutral, z.B. eine Zeitung dort aus der Gegend oder jesus.ch. Viel schreibt auch Dirk Koeppe, der noch etwas “unentschieden” ist.
Viele weitere Blog-Einträge über Lakeland findet man bei Technorati. Und das sind nur die deutschsprachigen…

Videos und Übertragungen kann man bei Upstream.tv sehen, ansonsten täglich live bei God.TV übers Netz oder über Kabel/Satellit.

Warum schreibe ich das, ohne selbst Stellung zu beziehen?
Ich möchte einfach darauf hinweisen, denn es scheint viele Christen weltweit zu bewegen. Und ich finde es wichtig nicht voreilig solche Ereignisse zu beurteilen. Ähnlich wie auch Martin Schmidt:

Ich will hier keine neue Diskussion lostreten, sondern nur auf die Ereignisse in Lakeland hinweisen. Nicht, dass wir das hier verpennen und nicht einmal was davon wissen. Darum verlinke ich ein paar Seiten, auf denen über das aktuelle Geschehen geschrieben und diskutiert wird. Lest mal nach. Lest dazu die Bibel. Betet und hängt euch an Jesus. Wir werden nicht alles hiervon verstehen und erklären. Der stille persönliche Glaube sollte neben der Erwartung großer göttlicher Taten nicht verkümmern. Ich will jetzt aber doch nicht anfangen, zu referieren … Lest selbst!


Nachtrag (2008-04-28):
Gute Gedanken zum Thema findet man nun auch bei Gofi Müller unter dem netten Titel In the mighty name of BAM!.

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“WIESO macht er nix?”

Manche Fragen werden immer wieder gestellt, ohne das zufrieden stellende Antworten gegeben werden. So auch die Frage: Warum lässt Gott Leid zu? bzw. Wie können wir an einen gütigen Gott glauben, wenn es doch soviel Leid gibt?
Um diese Frage ging es auch viel in dem Gespräch mitten in der Nacht in Bremen und diese Frage stellt auch Sina mit drastischen Worten in den Kommentaren zu meinen alten Artikel “Wenn es einen Gott gibt“.

Sina schrieb zuerst folgendes:

so ich finde ihr labert alle riesen scheiße..
wenn ihr wiklich meint dasses gott gibt stell ich euch mal ein paar fragen :

1. Wieso gibt es Kinderficker? bzw. wieso um alles in der welt wenn gott hier “bei uns ” ist macht er nix dagegen? die welt konnte er angelich in 7 tagen erschaffen, dann wird sowas ein kinderspiel sein oder??

2.Wieso müssen manche Kinder die reinste Hölle durchmachen? wieso werden sie von ihren eigenen eltern misshandelt oder umgebracht? wie gesagt, wenn es gott gibt- wieso lässt er sowas zu??

Meine erste kurze Antwort darauf:

@sina:
Danke für deinen Kommentar.
Die Fragen, die du stellst, stell ich mir auch. Und kann sie ehrlich gesagt nicht beantworten. Diese Fragen beschäftigen die Menschen schon seit Jahrhunderten (mehr dazu und auch Antwortansätze findest du beim Wikipedia-Theodizee-Artikel).
Ich glaube trotzdem, dass Gott mit uns leidet, dass er “bei uns” ist. Viele Menschen erleben besonders in ihrem Leid, dass Gott bei ihnen ist und sie tröstet (ich weiß, das beantwortet nicht deine Fragen).

Darauf antwortete Sina wiederum heute:

aber wenn Gott wirklich mit uns “leidet”.. WIESO macht er nix? ich find, ihr alle habt mal was von gott gehört und denkt euch : alles klar, coole sache .. und wenn so fragen kommen umschreibt ihr die irgendwie und versucht euch für “gott” zu entschuldigen..

Ich will auf keinen fall euren glauben abstreiten oder versuchen euch davon abzuhalten an gott zu glauben.. aber ich versuch euch nur zu verstehen!! in meinem leben is schon so viel scheiße passiert.. und bei mir war nie jemand da, der mich getröstet hat.. AUCH NICH GOTT.. ich versteh das nich sorry

Was antwortest du auf diese ehrlichen Fragen?

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Christival: Proteste 02: von rechts

Christival

Schwieriger als Christival-Kritik und Flyer “von links” fand ich auf jeden Fall die “frommen” Gruppen, die zwischen Bahnhof und Messe standen und versuchten, die Leute zu “bekehren” und über die Endzeit zu “informieren”. Es macht mich traurig und wütend, diese Gruppen zu sehen. Sie verkünden ein Gottesbild, dass mit meinem nicht zusammenpasst und vermitteln einen wirklich falschen Eindruck vom christlichen Glauben. Ich hoffe, dass die Bremer erkannt haben, dass es einen Unterschied zwischen denen und dem Christival gab. Und ich hoffe, dass sie mit ihren vielen Bibelversen auf den “Pamphleten” (Zitat von einem der Flyer) nicht zu viele Jugendliche verwirren.

Foto 614.jpg

Irgendwie habe ich gar keine Lust noch mehr darüber zu schreiben …


Alle meine Artikel über das Christival:
- Gedanken zum Christival
- Christival: Still & Chill Festival
- Christival: Proteste 01: von links
- Christival: Proteste 02: von rechts
- Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

Links zu Berichten woanders findet man beim CVJM Nürnberg.

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Christival: Proteste 01: von links

Das für mich schwierigste Thema rund ums Christival waren die Kritik und die Proteste “von links”. Wenn ich einfach sagen könnte “Das sind alles linke Spinner!” dann wäre es für mich nicht schwierig. Aber ich muss sagen, dass ich viel Kritik zumindest nachvollziehen kann und ich es auch gut finde, dass sie geäußert wird – das “Wie” ist dann noch einmal eine andere Frage.

Hier gehe ich erstmal auf die Demo am Mittwochabend ein, die ich selbst miterlebt habe. Ich plane einen weiteren Teil über die “Proteste” von rechts und einen über meine Gedanken zu der Kritik.

Christival

Am Mittwochabend fand die größte Demo gegen das Christival statt. Unterstützt wurden die Proteste von so unterschiedlichen Gruppen wie Antifa, AStA, DGB-Jugend, der Gesamtschülervertretung und und und. Andi und ich hielten uns schon ab 19:00 Uhr vor dem Schlachthof (also nur 100m vom Christival-Gelände) auf, wo sich allmählich die Demonstrant_innen versammelten. Es war eine bunte Mischung von Leuten. Einige bewusst “homosexuell” gekleidet, andere in ihren ganz normalen Klamotten, aber einige auch komplett in schwarz mit Kapuze, Halstuch und Sonnenbrille.

Bevor es losging wurde noch einmal erklärt, wogegen diese Demo ist. Laut diesen Ansagen, war sie nicht nur gegen das Christival, sondern allgemein gegen Sexismus und sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen (oft in der Familie), die Einteilung in die beiden klassischen Geschlechterrollen und für weitere meist feministische Ziele. Dabei wurde leider auch wieder extrem verallgemeinernd über die “Evangelikalen” geredet. Danach wurde die Telefonnummer durchgegeben, an die man sich wenden soll, wenn man festgenommen wurde oder wenn Festnahmen beobachtet wurden. Dies und die Kleidung einiger zeigte uns, dass zumindest bei Teilen der Demonstrant_innen Gewaltbereitschaft vorhanden war. Was sicherlich nicht für alle gilt. Die meisten sahen wirklich friedlich aus und einige zeigten auch durch ihre Plakate, dass sie sich inhaltlich mit dem Christival auseinandergesetzt hatten. Besonders mochte ich: “Gott liebt alle ihre Kinder”. Mit manchen Plakaten wurde auch kritisiert, dass soziale Ungerechtigkeit einfach als gottgewollt hingenommen wird (was manche Seminarbeschreibungen auch vermuten ließen).

Irgendwann zog die Demo los – auf der Straße, die parallel zum Christival-Gelände ist – mit viel Polizei vor und hinter der Demo, aber nicht daneben. Nach kurzer Zeit blieb die Demo zu einer ersten Kundgebung stehen – ca. 200m vom “Christival-Zaun” entfernt. Sie versuchten möglichst laut zu sein, um die Eröffnungsveranstaltung zu stören. Nur ein Teil der Christivaller konnte das wohl hören. Näher an das Gelände zu gehen wurde der Demo schon vorher von Ordnungsamt und/oder Polizei nicht erlaubt. Trotzdem bewegten sich ca. 100 meist schwarz gekleidete Leute langsam Richtung Zaun (wir liefen parallel dazu). Einige “Böller” wurden über den ersten Zaun geworfen (zwar nicht in dicht gedrängte Menschenmassen, aber trotzdem standen dort einige Leute). Die Demonstrant_innen rüttelten an dem Zaun und schafften es nach nicht allzu langer Zeit, den Zaun umzuschmeißen. Ca. 40 von ihnen stürmten dann das Gelände. Es dauerte einen Moment bis einige Polizisten kamen und hinterher stürmten, woraufhin die Demonstrant_innen wieder raus rannten. Bei dieser Aktion habe ich mindestens zwei Verletzte gesehen: Eine Frau bekam einen Zaun ins Gesicht und ein Polizist wurde bei einer versuchten Festnahme leicht verletzt. Zwei junge Männer wurden dann auch festgenommen.

Nach dieser Aktion kamen noch weitere Polizeibusse. Die neu ankommenden Beamten rüsteten sich mit voller Montur (inkl. Helmen) aus und bildeten ab hier einen Spalier um die Demo. Ich frage mich, warum sich nicht vorher schon zumindest ein paar Polizisten zwischen Demo und Christival aufhielten – Spalier wäre ja noch nicht einmal nötig gewesen, um diesen “Angriff” zu verhindern, oder?

Es folgten Ansagen der Demo-Sprecherin (wie nennt man so was?): “Bitte von uns aus nicht die Bullen angreifen, Entschuldigung die Polizei”, “Stresst nicht rum”, “Das Polizeispalier ist absolut nicht notwendig. Wir haben das Recht zu demonstrieren”, “Passt auf euch auf, bildet Ketten”, “Dies ist eine traditionell feministische Demo, die heute erweitert wurde. – Männer haltet euch bitte zurück”.

Nur um Krawall ging es den Demonstrant_innen trotzdem sicherlich nicht, sonst wären sie nicht noch stundenlang durch die Stadt gezogen – ich sah sie nach 23 Uhr noch einmal als sie an der Kneipe fernab vom Christival vorbeizogen, in der wir saßen.

Bei indymedia heißt es aus Sicht der Demo-Veranstalter_innen:

Zu Beginn der Demo gab es zwei Verhaftungen, als Leute versuchten möglichst nah ans Christival heranzukommen. (…) Trotz des unglücklichen Vorfalls der Verhaftungen, sind wir im Großen und Ganzen doch sehr zufrieden.

Und bei der taz:

Ein Sprecher des Bündnisses “NoChristival” begründete die Gewalt gestern damit, dass die Polizei eine Kundgebung am Eingang des Christivals verboten hatte: “Vermutlich wollten die DemoteilnehmerInnen, die sich aus dem Demozug in Richtung Christival entfernten, ihrem Unmut darüber Luft machen und ihren Protest auch für ChristivalteilnehmerInnen hör- und sichtbar machen.”

Mmmh, warum braucht man dazu Böller und muss Zäune niedertrampeln – und das bei einer Demo gegen (sexuelle) Gewalt?. Besser nachvollziehen kann ich da Lars, der bei Spiegel Online zitiert wird:

Lars, 29, einer der Demonstranten, ist wütend. “Wir sind doch nicht hier, um Stress zu machen”, sagt er. Er will friedlich dagegen demonstrieren, dass die Jugendlichen hinter dem Bauzaun beigebracht bekommen, Homosexualität sei etwas Abartiges. “Ich habe kein Problem mit Menschen, die an Gott glauben, aber ich habe ein Problem mit Leuten, die über mich richten”, sagt Lars.


P.S. Ein Kommentar aus Bremer Sicht stand am nächsten Morgen im Weser Kurier:

weser-kurier.jpg


Alle meine Artikel über das Christival:
- Gedanken zum Christival
- Christival: Still & Chill Festival
- Christival: Proteste 01: von links
- Christival: Proteste 02: von rechts
- Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

Links zu Berichten woanders findet man beim CVJM Nürnberg.

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Christival: Still & Chill Festival

Christival: Still & Chill Festival

Überzeugt war und bin ich von dem Festival (also der Abendveranstaltung) das ich mit geplant und durchgeführt habe: Still & Chill. In der schönen Unser Lieben Frauen Kirche direkt am Bremer Marktplatz fand es an drei Abenden statt. Während die Leute in die besonders beleuchtete Kirche kamen, legte ich schon ruhige elektronische Musik (also Ambient) auf.

Christival: Still & Chill Festival

Das Programm begann dann mit einem Tanz von Sarah Petry begleitet von Benjamin Seipel am Flügel. Sarah tanzte oben rechts auf der Empore durch die Scheinwerfer hinter ihr wurde ihr Schatten auf die gegenüberliegende Kirchenwand projiziert.

Christival: Still & Chill Festival

Es folgten Auftritte von Karo und Cathlin, zwei Nachwuchslyrikerinnen, und einem (an jedem Abend anderen) Musiker (Benjamin Seipel, Sonnendeck, Sarah Brendel).

Christival: Still & Chill Festival

Den nächsten großen Block gestalteten Christina Brudereck und Benjamin Seipel. Poetische Worte zu den vier Elementen und dazu passende Klänge vom Flügel – eine geniale Kombination.

Christival: Still & Chill Festival

Zum Abschluss hatte jeder 25 Minuten Zeit, mit allen Sinnen an Stationen zu den vier Elementen Gott zu begegnen oder sich segnen zu lassen. Dabei legte ich weiter auf.
An zwei Abenden war die Kirche nach dem Festival noch zwei Stunden geöffnet. In der Zeit kamen neben Christival-Teilnehmern auch einige Passanten in die Kirche, um sich umzuschauen, der Musik zu lauschen, zur Ruhe zu kommen oder an den Stationen aktiv zu werden.

Gefreut hat mich, dass ich einmal in einer Kirche Ambient auflegen konnte. Eine Kombination die sehr gut zueinander passt, was auch die Mitarbeiter und Teilnehmer bestätigten. Jeden Abend fragten auch mehrere nach, wo man solche Musik bekommen kann. Ich verwies dann immer auf die Musik-Seite auf dem Plus-Lounge-Blog. Es ist schön, dass man sogar Christen mit elektronischer Musik begeistern kann ;-)
(btw. auf der Messe traf ich sogar jemand, der gute elektronische Musik produziert: Alexander Roland).

Nachtrag:
Oh, ich habe ganz vergessen unsere wunderbaren Festival-Leiter und Moderator Chris Pahl zu erwähnen, ohne den das ganze nichts geworden wäre. Sorry. Danke.

Nachtrag 2:
Johanna wies mich vorhin daraufhin, dass ich mal wieder nur die Leute erwähne, die auf der Bühne standen. Damit würde ich selber das machen, was ich zuvor kritisiert habe. Das stimmt natürlich. Sorry und danke an die Stationenausdenker- und aufbauer (vor allem Manuela und Johanna), die Techniker, die Beter und Segner, die Ordner, die Essensbringer, den Küster etc.


Alle meine Artikel über das Christival:
- Gedanken zum Christival
- Christival: Still & Chill Festival
- Christival: Proteste 01: von links
- Christival: Proteste 02: von rechts
- Christival: Proteste 03: Meine Gedanken

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    …wird auch Hufi genannt
    …lebt in Erlangen
    …ist glücklich verheiratet
    …arbeitet bei und gehört zu ELIA
    …studiert Gesellschaftstransformation
    …studierte vorher an der EH Tabor
    …engagiert sich bei Emergent Deutschland
    …gehört zur Redaktion der Zeitsschrift oora
    …ist ›Lounge-DJ‹
    …fährt Fahrrad
    …interessiert sich für Gott und seine Welt
    …schreibt dieses Blog seit dem 27. April 2004
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