Besser als wie man denkt?

Screenshot www.kik-textilien.com 2010-04-29

NDR-Reporter Christoph Lütgert kauft sich ein komplettes Outfit für unter 30€ beim Textildiscounter KiK. Er wundert sich, wie das möglich ist und fragt nach: bei der KiK-Pressestelle, bei Verona Pooth und bei KiK-Chef Stefan Heinig. Die Antwort: mehr oder weniger freundliches Schweigen.  

Also fährt er selbst nach Bangladesch und trifft dort auf Näherinnen, die u.a. für Kik nähen. Da ist es dann plötzlich nicht mehr “besser als wie man denkt!”…

Schaut es euch selbst an: Die KiK-Story: Die miesen Methoden des Textildiscounters

Solche Dokumentationen sollten es viel öfters (und auch auf anderen Sendern) geben.

Weitere Infos zum Thema gibt’s bei saubere-kleidung.de und Ideen, wo man “saubere” Kleidung kaufen kann bei fairlangen.org/einkaufen/kleidung.

Dieser Blog-Eintrag erscheint auch bei fairlangen.org

Post to Twitter Post to Facebook

Mi 17. Feb 2010 - 21:47
Kategorien: Soziales Umwelt
Tags:

von Daniel Hufeisen

2 Kommentare
Diskutier mit!

BioFach

Heute startete in Nürnberg die größte Bio-Messe der Welt: die BioFach mit 2.534 Ausstellern. Das Thema des Jahres ist “organic + fair”, was ich natürlich sehr gut finde, da ich fair noch wichtiger als bio finde (wobei ich die beiden eigentlich gar nicht gegeneinander ausspielen möchte). Eigentlich können nur Fachbesucher die Messe besuchen. Aber “Nachhaltigkeits-Blogger” haben die Möglichkeit, akkreditiert zu werden und sind auch am Freitag zum Bloggertreffen eingeladen.

Ich werde so am Freitag als einer der fairlangen.org-Leute in unsere Nachbarstadt aufmachen und mir mal die Messe und das Bloggertreffen anschauen.

Meine Frage an euch: Gibt es etwas, dass euch besonders interessiert? Was würdet ihr euch auf jeden Fall anschauen?

Post to Twitter Post to Facebook

ein Augenblick im Advent #23

advent-augenblick-240.png

Gestern erzählte ich von Yelina, die als Teenager verschleppt, verkauft und vergewaltigt wurde.

Ihre Geschichte zeigt nur eine Form des heutigen Menschenhandels und damit der Sklaverei, nicht nur als Sexobjekte werden Menschen gehandelt, sondern auch als Arbeitskräfte. Jährlich werden einige Hunderttausend oder sogar Millionen Menschen (die Zahlen sind natürlich sehr umstritten) wie Ware verkauft und zur Sklaverei gezwungen. In der dran steht zum Vergleich die Zahl der Sklaven, die Anfang des 19. Jahrhunderts jährlich (damals noch) legal nach Amerika gebracht wurden: 30.000.

Im Artikel der dran werden drei Hilfsorganisationen vorgestellt: Netzwerk gegen Menschenhandel, The A21 Campaign und International Justice Mission. Bei Wikipedia werden darüber hinaus noch viele weitere Organisationen verlinkt.

stt.png

Ich möchte heute aber besonders auf Stop the Traffik hinweisen, die seit ein paar Tagen auch eine deutsche Website haben. Dort wird auch deutlich, was unser Schokoladenkonsum mit dem Thema zu tun hat (u.a. durch die Kurzgeschichte Chaga und die Schokoladenfabrik).

advent.jpg

Auf dem Bild steht:
Auch die Kinder, die gezwungen sind auf Kakaoplantagen zu arbeiten, zählen die Tage.

Es wäre schön, wenn es für diese Kinder auch nur noch ein Türchen zu öffnen gäbe …

Zur Zeit macht Stop the Traffik eine Kampagne gegen Menschenhandel in der Schokoladenindustrie. Mach doch einfach mit!

Vor allem in Großbritannien gab es schon einige Erfolge der Kampagne, so verpflichtete sich z.B. Cadbury dazu, ab Herbst 2009 den Riegel Dairy Milk fair herzustellen (das ist eine ähnliche Dimension, wie wenn Milka nur noch faire Schokoriegel anbieten würde). Und auch Mars musste recht schnell auf auf den “March on Mars” reagieren und verspricht, bis 2020 nur noch Rainforest Alliance-Kakao zu verwenden.

Machen wir doch weiter mit Nestlé!

Post to Twitter Post to Facebook

ein Augenblick im Advent #22

advent-augenblick-240.png

Eine alltägliche Begebenheit irgendwo nicht weit weg:

Yelina ist 14 Jahre alt, als eine Bekannte ihrer Mutter von einem guten Ferien-Job im Nachbarland erzählt. Für Yelina und ihre Mutter klingt das nach einer guten Möglichkeit, etwas Geld für die Familie zu verdienen. Als sie sich mit ihrer Freundin Mimi auf dem Weg macht, werden sie direkt an der Grenze von Uniformierten abgeholt, aber sie werden nicht zu der versprochenen Arbeitsstelle gebracht. Der Weg führt vielmehr direkt ins Bordell.

Dort bekommt Yelina von einer älteren Frau einen kurzen Rock aufgedrängt mit dem Kommentar: “Du muss sexy sein, damit die Männer mit dir Sex haben wollen.” Yelina ist schokiert, sie protestiert, will nach Hause. Aber sie hat keine Chance. Die Bordellbesitzerin sagt: “Ich habe bezahlt. Diese Schulden musst du bei mir abarbeiten.” Dabei hat sie ein Schnäppchen gemacht, wie sich bei einer Untersuchung herausstellt: Yelina ist noch Jungfrau.*

* nacherzählt aus dran 1.10

Post to Twitter Post to Facebook

ein Augenblick im Advent #12

advent-augenblick-240.png

Vorgestern war der Tag der Menschenrechte. Das ist zwar schon zwei Tage her, aber das Thema Menschenrechte bleib ja (leider? Gott sei Dank?) weiterhin aktuell.

Daniel Ehniss hatte direkt am 10. Dezember die Erklärung der Menschenrechte verlinkt und den ersten Artikel zitiert, was ich hier auch tun will:

Artikel 1:

»Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.«

Außerdem hatte er auf die aktuelle Single von Portishead hingewiesen, über die ich gleichzeitig auch an anderer Stelle stolperte. Wenn man die Single “Chase the Tear” als MP3 bei 7digital für 0,99€ runterlädt, geht der komplette Erlös an Amnesty International. Das ist mal wieder ein Geschäft, bei dem es nur Gewinner gibt!

Hier für euch das Video:

Mehr Infos zu der Aktion gibt’s bei protectthehuman.com.

Am nächsten Tag hat sich Daniel dann von den Menschenrechten ausgehend sehr gute Gedanken gemacht, auf die ich hier auf jeden Fall auch noch hinweisen möchte: …also bin ich.

Post to Twitter Post to Facebook

ein Augenblick im Advent #11

advent-augenblick-240.png

Fabse hat heute auf einen besonderen Adventskalender hingewiesen: ein Quäntchen Glück.

Dort bekommt man jeden Tag ein Video zusehen, die mit etwas Musik von Hildegard Knef beginnen, womit sie bei mir schon einige Sympathiepunkte sammeln. Dann sieht man einen Reporter, der irgendeiner Person in der Münchener Fußgängerzone ungefähr folgendes sagt:

Hallo wir machen eine Umfrage zum Thema Geld und Nächstenliebe. Wem würden Sie denn gerne mal für 100€ etwas wirklich Gutes tun?

Nachdem die Leute erzählen, was sie machen würden, bekommen sie überraschenderweise 100€ bar auf die Hand, um dann direkt das vorher Gesagte zu machen.


Das ist jetzt nur das erste Video. Auch hinter den weiteren Türchen sind bewegende Geschichten zu entdecken.

Post to Twitter Post to Facebook

ein Augenblick im Advent #10

advent-augenblick-240.png

Heute ist der 10. Dezember. Das bedeutet, dass ihr nicht mehr so viel Zeit zum Geschenke einkaufen habt.

Achtest du beim Kaufen darauf, wo, wie und von wem die Geschenke hergestellt wurden? Oder achtest du nur auf den Preis?

Durch die Aktion FAIRschenken von bluepingu bin ich auf einen Artikel bei der Deutschen Welle aufmerksam geworden: Faire Weihnacht überall. Dort wird davon berichtet, dass ein Großteil des Spielzeugs unter menschenunwürdigen Bedingungen (meist) in China hergestellt wird. 16 Stunden Arbeit pro Tag sind nicht ungewöhnlich. “Es gibt Arbeitsunfälle aufgrund dieser Bedingungen, es hat auch Todesfälle gegeben – Tod durch Erschöpfung hat in China sogar schon einen eigenen Namen”, heißt es in dem Artikel. Und Kinderarbeit gibt es immer wieder. Ist es nicht pervers, dass Kinder ausgebeutet und gequält werden, damit wir unseren Kindern Spielzeug oder einen Schoko-Weihnachtsmann (bei Schokolade sieht es nicht besser aus, dazu die nächsten Tage einmal mehr) schenken können?

logo_fair_spielt_2.gifWer sicher sein will, dass für die Weihnachtsgeschenke keine Menschen ausgebeutet werden, kann und sollte auf das Fairtrade-Logo achten. Leider gibt es das für Spielzeug nur sehr selten, auch Infos über die Produktion findet man kaum. Die Aktion fair spielt möchte da für etwas mehr Transparenz sorgen. Sie bietet u.a. eine Liste der Spielzeughersteller an, auf der man erkennen kann, ob diese zumindest den ICTI-Kodex einhalten.

Wer kein Spielzeug verschenkt, hat auch viele Möglichkeiten, sich zu informieren. Wie und wo man hier in Erlangen fair einkaufen kann, verrät z.B. fairlangen.org. Es gibt aber auch ziemlich viele Internet-Shops, die fair gehandelte Produkte anbieten, ich nenne nur mal drei, bei denen man viele schöne Weihnachtsgeschenke finden kann: contigo, united elements und dw-shop.

Welche fairen Einkaufsmöglichkeiten kannst du noch empfehlen?

Wenn wir beim Weihnachtsgeschenke kaufen mehr darauf achten, wie die Produkte hergestellt wurden, dann müssen wir im Endeffekt in der Weihnachtszeit weniger an die “armen Kinder in der dritten Welt” spenden.

Post to Twitter Post to Facebook

Fr 3. Jul 2009 - 23:37
Kategorien: Afrika Fotos Soziales
Tags:

von Daniel Hufeisen

1 Kommentar
Diskutier mit!

Mein Foto. oder: Geburten in Kenia

Vor ein paar Tagen fragte jemand von einer UN-Organisation namens united nations population fund, ob sie ein Foto von mir für einen Bericht nehmen können. Die “Feature Story” mit meinem Foto ist zur Zeit prominent auf der Startseite verlinkt und sieht so aus:

unfpa.jpg

Unter dem Titel “Family Planning in Kenya: Not For Women Only” wird von den schwierigen Versuchen berichtet, Männer in Kenia von Familienplanung (im Sinne von: die Anzahl der Kinder begrenzen) zu begeistern. Eine durchschnittliche Frau in Kenia bekommt sechs Kinder, was eindeutig zu viel für das Land ist. Mit dem Thema habe ich mich bisher noch nicht viel beschäftigt (wie gesagt, Männer dafür zu interessieren ist schwierig ;-) ), aber durch die Sache mit dem Foto, habe ich nun erstmals was zu dem Thema gelesen.

Post to Twitter Post to Facebook

fairlangen.org: fair leben in Erlangen

Seit heute online: fairlangen.org

fairlangen.jpg

Anfang des Jahres haben wir bei ELIA den Kurs der Micha-Initiative gemacht. Am Ende gab es die Aufgabe, irgendein Projekt durchzuführen. Unser Projekt ist eine Website, die Menschen im Raum Erlangen Tipps geben soll, wie man nachhaltiger und fairer leben kann.

Dazu haben wir unter fairlangen.org nicht nur einen Einkaufsführer für faire, biologische und regionale Produkte zusammengestellt, sondern auch Infos, wie man sich politisch engagieren, mobil sein, sinnvoll mit Ressourcen umgehen etc. kann. Ich denke, dass fairlangen.org eine sehr umfangreiche (wenn auch noch ausbaubare) und aussergewöhnliche Website für ein faires Leben in Erlangen geworden ist und ich bin stolz auf unser Team, das viele Stunden darein investiert hat (danke!). Hoffentlich werden dadurch hier viele Menschen angeregt, nachhaltiger zu leben.

Post to Twitter Post to Facebook

Sa 16. Mai 2009 - 0:42
Kategorien: Gesellschaft Soziales Umwelt
Tags:

von mychie

8 Kommentare
Diskutier mit!

Wo unser Plastikabfall landet

— Gastartikel von mychie —

Neulich gefunden: Ein Artikel mit dem Titel “Drowning in plastic: The Great Pacific Garbage Patch is twice the size of France”.

Es geht um eine riesige Menge an Plastikmüll, die in einem Strudel im Pazifik treibt. Wie der Titel schon sagt, hat der Müllberg inzwischen die doppelte Größe Frankreichs (ist also drei mal so groß wie Deutschland) und könnte somit als neuer Kontinent gelten.

Wer jetzt denkt: “Super wenn alles an einem Ort schwimmt, dann ist es ja leicht herauszufischen”, wird beim lesen allerdings enttäuscht:

What we cannot do is clean up the plastic in the oceans. ‘It’s the biggest misunderstanding people have on this issue,’ Moore says. ‘They think the ocean is like a lake and we can go out with nets and just clean it up. People find it difficult to grasp the true size of the oceans and the fact that most of this plastic is in tiny pieces and it’s everywhere.’

Soll heißen, in diesme Teil des Ozeans sammeln sich vielleicht besonders viele Kunststoffteilchen, im Rest ist aber nicht wirklich weniger. Laut Wikipedia liegen auf jedem Quadratmeter Meeresboden durchschnittlich 110 Plastikteile, wovon die meisten allerdings winzig sind. Diese sind aber offenbar für Organismen im Meer die gefährlichsten.

Was kann man tun?

All we can do is stop putting more of it in, and that means redesigning our relationship with plastic.

Wir müssen also weniger Plastik verbrauchen. Schwierig, wenn man sich überlegt, für Plastikprodukte wir tagtäglich benutzen: Zahnbürste, Milchpackung, Plastiktüte, PET-Flaschen, Schleifen für Geschenke, Ketchupflasche, mp3-Player, …

Wann hat man denn gemerkt, dass die eigentlich tollen Kunststoffe biologisch nicht abbaubar sind? Von dem Zeitpunkt an hätte man eigentlich gar keine so gigantischen Mengen fertigen dürfen, wie wir sie heute haben.


Nachtrag (2009-05-20):

Seit kurzem gibts auf Treehugger ein paar Fotos davon.

Post to Twitter Post to Facebook

 
  
  • Daniel Hufeisen…

    …wird auch Hufi genannt
    …lebt in Erlangen
    …arbeitet bei und gehört zu ELIA
    …studierte an der Evangelischen Hochschule Tabor
    …ist "Lounge-DJ"
    …fährt Fahrrad
    …interessiert sich für Gott und seine Welt
    …schreibt dieses Blog seit dem 27. April 2004
    …ist erreichbar: ein.augenblick[ät]web.de
    mehr über Hufi

  • Themen:

    Afrika Bibel Bilder Blog Brian McLaren Buch Deutschland Emerging Church emerging conversation Erlangen Film Fotos Fragen Gebot Gesellschaft Glaube Gott Gottesdienst Jesus Jesus Freaks katholisch Kenia Kreuz Leben Liebe Links Lobpreis Lounge Marburg Medien Moderne MP3 Musik Politik Postmoderne Predigt Radio Religion Tabor Tagebuch Taiwan Theologie Umwelt Video Zitat

  • vernetzt mit Emergent Deutschland
  • Hufi im Netz:

    aktuell: Twitter
    Fotos: Ipernity & flickr
    Bookmarks: del.icio.us
    Musik: blip.fm & last.fm
    Web 2.0: Friendfeed
    Artikel in: ZeitGeist, Ichthys & dran
    Netzwerk: Emergent Deutschland
    Gemeinde: ELIA
    fair leben in Erlangen: fairlangen.org
    Wunschzettel: Amazon
    Bitte: Kauf bei Amazon und unterstütze mich dadurch

  • Frische Kommentare

  • Kategorien

  • Archiv


  • Das Beste aus vielen Augenblicken:

    Persönliches:
    Ein Glaubensbekenntnis (2007.01)
    Psalm in Amberg (2006.04)
    Meine Blog-Geschichte (2006.02)
    Es begab sich aber zu der Zeit… (2005.12)
    this song is for you! (2004.06)
    emerging conversation:
    Willkommen in der emerging conversation (2007.11)
    Entdecke Emerging Church: Bücher (2008.10)
    Kritik an der Gesellschaft (2008.10)
    nachvollziehbar (2007.10)
    sakral/säkular (2007.10)
    es geht nur um dich und Gott (2007.10)
    Emerging Church: Social Gospel? (2008.10)
    Emergent Marburg, Hamburg & Erlangen (2007.11)
    Glaube und so:
    höre, täglich (2008.01)
    Der Weg (2006.02)
    Christival: Proteste 01: von links (2008.05)
    Christival: Proteste 03: Meine Gedanken (2008.05)
    “WIESO macht er nix?” (2008.05)
    Augenblicke der Wahrheit (2006.05)
    Gedanken über Kenia 001 - Mission (2006.09)
    Das Gänseblümchen-Wunder (2005.08)
    sonstiges:
    G8 (2007.06)
    Die besten Freeware Mac Tools (2007.11)
    Das Posteingangs-Prinzip (2007.11)

  • RSS hufis wühltisch

  • RSS Lesenswertes bei anderen

  • Creative Commons License
    Die Texte dieses Blogs sind unter einer Creative Commons-Lizenz lizenziert.