Kategorien: ein Augenblick im Advent Gesellschaft Medien
Tags: Gesellschaft Islam Medien
von Daniel Hufeisen
1 Kommentar
Diskutier mit!
ein Augenblick im Advent #04

Vorhin habe ich versucht für den heutigen eine adventliche Einleitung zu schreiben, aber das lass ich jetzt doch sein…
Die Volksabstimmung gegen Minarette in der Schweiz habt ihr mitbekommen. Als Reaktion darauf hört man jetzt an vielen Stellen, dass es für Christen in vielen islamischen Ländern nicht einfach ist, bzw. dass sie sogar direkt verfolgt werden (so z.B. ein evangelikaler Theologe in der BILD). Das ist ja häufig richtig (leider!), aber diese Texte klingen immer so nach “wie du mir, so ich dir”. Das dieses nicht so das beste Prinzip ist, habe ich schon im Kindergottesdienst gelernt.
Und solche Volksabstimmungen sind sicherlich auch keine Hilfe für die Christen, die in islamischen Ländern leben. Dies macht ein Artikel bei Spiegel Online gut deutlich: Fatales Signal für die Christen. Dieser Artikel wurde mir auch heute von Christen aus der Türkei noch einmal empfohlen.
Unterdrückt nicht die Fremden, die bei euch im Land leben, sondern behandelt sie genau wie euresgleichen. Jeder von euch soll seinen fremden Mitbürger lieben wie sich selbst.
3. Mose 19,33f
Da dieses “behandelt sie wie euresgleichen” bei uns auch im Grundgesetz steht, wäre der nächste konsequente Schritt nach einem Verbot von Minaretten, auch Kirchtürme oder zumindest erstmal Glockengeläut zu verbieten, wie es ein Kommentar auf einer Nachrichtenseite gut bemerkte. Da halte ich mich doch lieber an das “liebt eure fremden Mitbürger wie euch selbst”. Wer das nicht will, weil er die “Islamisierung” als große Gefahr und Moslems als Gegner ansiehst, dem empfehle ich mal Matthäus 5,44 zu lesen…
PS: In Berlin ging vor kurzem miteinander-berlin.de online.
Kategorien: Gesellschaft Medien
Tags: brand eins Gesellschaft Medien Welt
von Daniel Hufeisen
1 Kommentar
Diskutier mit!
Die Welt in Zahlen
brand eins ist sicherlich eine der besten und bestgestalteten Zeitschriften in Deutschland. Und mit Abstand das interessanteste Wirtschaftsmagazin. Eine eigentlich sehr einfach, aber trotzdem faszinierende Rubrik ist “Die Welt in Zahlen“. Indem die Redakteure ein paar Zahlen nebeneinander stellen, sagen sie mehr aus als viele lange Texte.
Hier ein paar Beispiele:
Geschätzter Wert des Vermögens, das die New Yorker Hotelbesitzerin Leona Helmsley an “sozial benachteiligte” Hunde vererbte, in Milliarden Dollar: 5 bis 8
Budget der amerikanischen Entwicklungshilfe-Behörde in Milliarden Dollar: 9,3
Zahl der Mitglieder ein und derselben Familie, die künftig in der Ölraffinerie Ballsh in Albanien arbeiten dürfen: 1
Zahl der Mitarbeiterinnen, die deshalb die Scheidung von ihren in der Raffinerie beschäftigten Männern einreichten: 10
Durchschnittliche Ausgaben für eine Hochzeit in Deutschland in Euro 14 800
Durchschnittliche Ausgaben für eine Hochzeit in den USA in Euro 15 600
Durchschnittliche Ausgaben für eine Hochzeit in Indien in Euro 24 000
Genehmigte Tagesration Bier eines amerikanischen Soldaten im Afghanistan-Einsatz, in Litern: 0
Genehmigte Tagesration Bier eines britischen Soldaten im Afghanistan-Einsatz, in Liter: 0
Genehmigte Tagesration Bier eines deutschen Soldaten im Afghanistan-Einsatz, in Litern: 1
Quelle: brand eins Archiv
Wer sowohl Zahlen als auch gute Grafiken mag, sollte sich auch noch InormationIsBeautiful.net anschauen.
Kategorien: Gesellschaft Medien
Tags: frohmagazin Medien
von Daniel Hufeisen
Schreib einen Kommentar!
FROH! Magazin
Es sollte letztes Jahr nur ein einmaliges Magazin für eine kleine Veranstaltungsreihe in Köln werden, doch dann begeisterte es Menschen in ganz Deutschland (so auch mich!): Das FROH!-Magazin zum Thema Weihnachten. Nun haben sich die FROH!-Macher “dann machen wir doch weiter” und herausgekommen ist das neue Heft zum Thema “wenden”. Und ein neues Konzept: Viermal im Jahr soll es FROH! geben, als “Magazin für die schönen Tage des Jahres”.
Was FROH! ist wird auf frohmagazin.de wie folgt beschrieben:
FROH! ist ein Gesellschaftsmagazin, das besondere Ereignisse des Jahres aufgreift und sich neugierig auf die Fragen und Themen hinter diesen Anlässen einlässt. Die Beitragenden schenken dem Magazin nicht nur ihre Texte und Bilder, sondern den Lesern auch neue und überraschende Blickwinkel. Durch die sorgfältige Komposition von Beiträgen aus Kultur, Gesellschaft, Spiritualität und nachhaltigen Lebenskonzepten entsteht ein hochwertig gestaltetes Magazin, das nicht nur FROH! heißt, sondern auch froh macht. … (weiterlesen)
Das ganze funktioniert als Non-Profit-Magazin, also auch ohne Werbung! Ich bin sehr auf die neue Ausgabe gespannt und werde heute noch ein Abo bestellen…
Kategorien: Gemeinde Gesellschaft Glaube
Tags: Gemeinde
von mychie
Schreib einen Kommentar!
Gärtner statt Automechaniker
— Gastartikel von mychie —
Ich lese gerade ein Buch über christliche Wohngemeinschaften mit dem Namen “New Monasticism” (Neues Mönchtum). Darin geht es auch um die Art, wie wir mit den Problemen von Leuten in unserem Umfeld umgehen.
Der Autor meint, wir würden andere Leute viel zu oft wie Autos behandeln. Als Automechaniker fragen wir nach dem Problem, holen das passende Werkzeug, Arbeiten ein bisschen, Problem gelöst, fertig. So kann man aber in einer Gemeinschaft – und eigentlich überall – mit anderen Menschen umgehen.
Stattdessen erzählt er von Gartenarbeit: man führt unzählige Arbeiten aus, es gibt immer was zu tun, aber das Wichtigste – Wachstum der Pflanzen – kann man selbst nicht erledigen:
Das Verückte an einem Garten ist, dass man immer daran arbeitet, aber nichts dafür tun kann, dass [die Pflanzen] wachsen. In Endeffekt ist jeder Garten ein Wunder.
Ich finde das ein sehr schönes Bild. Wie oft neigen wir dazu, einfach schnellstmöglich die Probleme anderer Menschen lösen zu wollen. Stattdessen sollten wir vielleicht öfter mal einfach liebevoll um sie kümmern, und für das Wachstum beten, und warten.
Kategorien: Gesellschaft Glaube
Tags: Glaube Zweifel
von mychie
Schreib einen Kommentar!
Zweifel
— Gastartikel von mychie —
Viel zu oft kann ich die Leute, die Jesus für ein riesen Hirngespinst halten, fast besser verstehen als mich. Dafür machen Christen einfach zu viele Sachen, die selbst ziemlich peinlich finde. Natürlich weiß ich, dass auch Jesus, Paulus und alle anderen damals für verrückt erklärt wurden, aber viel zu oft bemerke ich, dass ich mich eher von anderen Christen absetzen will als von der Welt um mich herum. Dabei habe ich selber eigentlich überhaupt keine Vorstellung, wie eine “coole” Beziehung zu Jesus so aussehen müsste.
Und wahrscheinlich muss und soll sie das auch garnicht.
Kategorien: Gesellschaft Umwelt
Tags: Auto deutsch Deutschland Gesellschaft Umwelt
von Daniel Hufeisen
2 Kommentare
Diskutier mit!
Autos und die Deutschen
Autos gehören zu den Dingen, von denen ich nicht viel verstehe. Für mich war und ist das Schönste am Auto fahren, die Möglichkeit, alte Tapes mit schöner Musik zu hören. Heute ist es mein größter Luxus, dass ich kein Auto benötige (ich komme vom Land, daher weiß ich, dass viele Menschen nicht auf ein Auto verzichten können).
Aber noch weniger als Autos verstehe ich den Umgang der deutschen Politik und Gesellschaft mit dem Thema Autos. Seit es diese Abwrackprämie gibt, die offiziell Umweltprämie heißt, verstehe ich nun gar nichts mehr:
- Warum fördert der Staat eine Wegwerf-Mentalität, die eine der größten Probleme unserer Gesellschaft ist?
- Warum findet man bei den Kriterien für die “Umweltprämie” keinerlei Punkte, in denen es um CO2-Emissionen geht geht?
- Warum werden so viele Milliarden an nur einen kleinen Teil der Bevölkerung verteilt (was ist mit den Leuten, die sowieso schon ein neues Auto hatten? Und mit denen die sich gar kein Auto leisten können? Und mit denen, die freiwillig auf ein Auto verzichten?)
- Warum fördert man mit einer “Umweltprämie” einen Wirtschaftszweig, der es seit Jahrzehnten nicht bereit ist, umweltbewusst zu arbeiten?
- Warum finanziert man nicht neben einem neuen Auto auch eine Bahncard100 oder ein neues Fahrrad? Ist es nicht viel besser, wenn jemand vom Auto auf Bahn oder Fahrrad umsteigt?
- Warum wird nur ein Teil der Wirtschaft gefördert (Auto-Produzenten und Verkäufer) und andere damit benachteiligt (Werkstätten, Gebrauchtwarenhändler)?
- und noch viele warums mehr …
Und:
Solange es eine gute Nachricht ist, dass in einem Quartal mehr Autos als im Vorjahr verkauft wurden, haben wir ein Problem.
Kategorien: Gesellschaft Glaube
Tags: Fragen Glaube
von mychie
2 Kommentare
Diskutier mit!
Christen und die normalen Leute
— Gastartikel von mychie —
Oft, wenn ich mich mit Nichtchristen treffe, z.B. Freunden von Freunden, ertappe ich mich bei dem Versuch, so “normal” wie möglich zu sein. Schließlich will ich ja nicht als komischer Hinterweltler, radikaler Hexenverbrenner oder sonstiger Spinner wahrgenommen werden, das würde ja auch meinen Glauben schlecht darstellen.
Auf der anderen Seite frage ich mich dann: sind wir nicht gerade dazu berufen, anders zu sein, als die Welt, in der wir leben? Oft genug scheint es, als hätte bei vielen Leuten (mir eingeschlossen) die Beziehung zu Jesus kaum Auswirkungen auf das tägliche Leben. Vielleicht, weil wir nur damit beschäftigt sind, nicht negativ aufzufallen. Jesus selbst hatte damit jedenfalls kein Problem.
Kategorien: Gesellschaft Internet
Tags: EU Europa Europawahl Politik Wahl Wahlkampf
von Daniel Hufeisen
2 Kommentare
Diskutier mit!
Kreuzen Sie hier an!
Morgen ist Europawahl.
Dabei geht’s um folgende Werte:
Um diese Werte zu schützen oder teilweise auch zu fördern/ermöglichen solltest du morgen wählen gehen. Ein paar Hinweise, in welche Richtung deine Wahl gehen geben der Wahl-O-Mat und der EU-Profiler. Beide lieferten bei mir leicht unterschiedliche Ergebnisse, aber eine Tendenz wird deutlich.
Für den Wahlgang morgen sollte man auf jeden Fall viel Zeit mitbringen, denn die Liste ist ziemlich lang und wenn man sie genau studiert, findet man auch einige spannende Details. Z.B. ein Mann bei “die Frauen”, nur Rentner bei der “Rentner-Partei-Deutschland”, dafür aber nur 50% Rentner in der “Rentnerinnen und Rentner-Partei”. Oder eine Wählergemeinschaft, deren Namen wirklich “FÜR VOLKSENTSCHEIDE (Wählergemeinschaft), Gerechtigkeit braucht Bürgerrechte – Wir danken für Ihr Vertrauen!” lautet. Wen solche Namen zugelassen sind, dann gründe ich für die nächste Wahl eine Partei namens “KREUZEN SIE HIER AN! – Wenn Sie woanders ankreuzen, ist ihre Wahl ungültig!” Und wenn das mindestens 0,5% tun, bekomme ich fast einen Euro pro Stimme. Diese 0,5%-Hürde, ab der die Parteien Geld pro Stimme vom Staat bekommen, ist übrigens das, was viele Kleinstparteien anstreben…
Von den vielen kleinen Partei könnten höchstens die Piraten bald mal spannend werden. Sie spezialisieren sich auf ein Gebiet, bei dem die großen Parteien und Politiker immer wieder große Unkenntnis beweisen (ich erinnere an dieses Interview, in dem Kinder Politiker übers Netz befragen): das Internet. Da die Piraten vor allem in Schweden schon relativ groß sind, werden sie auch im Europaparlament vertreten sein. Dadurch könnte dann das passieren, was die Grünen geschafft haben: Ein wichtiges Nischenthema wird irgendwann von allen Parteien aufgenommen…
Was Blogger zu dem allen sagen, fast Malte Welding im Blogblick der Netzzeitung zusammen. Die (teilweise grausamen) Fernsehspots der Parteien wurden auf wahlticker zusammengestellt (Achtung: alle anzuschauen kostet einiges an Nerven). Getwittert wird natürlich auch über die Wahl, das Hashtag der Wahl ist dabei #eu09.
Kategorien: Gesellschaft Soziales Umwelt
Tags: Gesellschaft Umwelt
von mychie
8 Kommentare
Diskutier mit!
Wo unser Plastikabfall landet
— Gastartikel von mychie —
Neulich gefunden: Ein Artikel mit dem Titel “Drowning in plastic: The Great Pacific Garbage Patch is twice the size of France”.
Es geht um eine riesige Menge an Plastikmüll, die in einem Strudel im Pazifik treibt. Wie der Titel schon sagt, hat der Müllberg inzwischen die doppelte Größe Frankreichs (ist also drei mal so groß wie Deutschland) und könnte somit als neuer Kontinent gelten.
Wer jetzt denkt: “Super wenn alles an einem Ort schwimmt, dann ist es ja leicht herauszufischen”, wird beim lesen allerdings enttäuscht:
What we cannot do is clean up the plastic in the oceans. ‘It’s the biggest misunderstanding people have on this issue,’ Moore says. ‘They think the ocean is like a lake and we can go out with nets and just clean it up. People find it difficult to grasp the true size of the oceans and the fact that most of this plastic is in tiny pieces and it’s everywhere.’
Soll heißen, in diesme Teil des Ozeans sammeln sich vielleicht besonders viele Kunststoffteilchen, im Rest ist aber nicht wirklich weniger. Laut Wikipedia liegen auf jedem Quadratmeter Meeresboden durchschnittlich 110 Plastikteile, wovon die meisten allerdings winzig sind. Diese sind aber offenbar für Organismen im Meer die gefährlichsten.
Was kann man tun?
All we can do is stop putting more of it in, and that means redesigning our relationship with plastic.
Wir müssen also weniger Plastik verbrauchen. Schwierig, wenn man sich überlegt, für Plastikprodukte wir tagtäglich benutzen: Zahnbürste, Milchpackung, Plastiktüte, PET-Flaschen, Schleifen für Geschenke, Ketchupflasche, mp3-Player, …
Wann hat man denn gemerkt, dass die eigentlich tollen Kunststoffe biologisch nicht abbaubar sind? Von dem Zeitpunkt an hätte man eigentlich gar keine so gigantischen Mengen fertigen dürfen, wie wir sie heute haben.
–
Nachtrag (2009-05-20):
Seit kurzem gibts auf Treehugger ein paar Fotos davon.
Kategorien: Gesellschaft Glaube Zitat für den Augenblick Zitate
Tags: Gesellschaft Glaube Politik SPD
von Daniel Hufeisen
1 Kommentar
Diskutier mit!
Zitat für den Augenblick – 041
Andrea Nahles, stellvertretende SPD-Vorsitzende, spricht in einem FAS-Interview (“In der SPD wegen Jesus Christus“) über ihren Glauben.
Hier ein Zitat aus dem Interview:
Und ich bin überzeugt: Christsein kann nie folgenlos bleiben, nicht privat und nicht politisch. Ich wäre nie in der SPD gelandet, wenn ich nicht zuvor eine christliche Prägung erfahren hätte. Ich habe mich in der SPD eher in der Gefolgschaft von Jesus Christus wiedergefunden, und zwar wegen dem Parteiprogramm und dem, was die SPD verkörpert. Christsein ist nicht das Ritual, sonntags in die Kirche zu gehen.
(via Peter bei Twitter)




