Kategorien: Alt.Worship Blog Emerging Church
Tags: alternative worship ASBO Jesus Blog Cartoon emerging conversation
von Daniel Hufeisen
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Worship Tricks
DoSi hat es zwar heute auch schon gebloggt und ich hoffe, dass ihr sowieso alle die Ongoing Adventures of ASBO Jesus verfolgt, aber trotzdem präsentiere ich nun auch bei einAugenblick.de den neusten ASBO Jesus-Cartoon:
Jon Birch bezieht sich damit auf die “Worship Tricks“-Reihe seines Freundes Jonny Baker.
Jonny stellt auf seinen Blog seit 2002 immer wieder Ideen und Material für kreatives Gebet/etc. (“alternative worship”) vor. Wer Inspiration für seine persönliche Spiritualität oder für die Gemeinde sucht, ist hier eindeutig an der richtigen Adresse.
Inzwischen gibt es schon 253 Worship Tricks. Einen Überblick über die Reihen findet man hier: series 1, series 2 und series 3.
Leider gibt es das ganze nur auf Englisch, hat jemand Lust die Tipps zu übersetzen?
Kategorien: Alt.Worship Emerging Church Glaube Internet
Tags: Advent alternative worship Emerging Church emerging conversation Glaube Weihnachten
von Daniel Hufeisen
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ikon::Advent
Eben war ich Teil einer virtuellen Adventsandacht von ikon einer experimentellen Gemeinschaft aus Belfast (zu der auch Peter Rollins gehört).
Auf einem Blog wurden innerhalb einer guten Stunde Musik, gesprochene und geschriebene Texte veröffentlicht. In einem Chat wurde parallel dazu diskutiert und auf Neues auf dem Blog hingewiesen. Auf der facebook event page sollte man währenddessen ein Foto mit Kerze hochladen.
Besonders spannend fand ich eine Chat-Liturgie: Vorher sollte man drei Fragen beantworten. Aus den Antworten wurde dann eine Liturgie geschrieben. Ein LEADER stellte eine Frage und nannte dann auch die Antworten, die alle wiederholten.
Nachlesen und nachhören (was sich lohnt!) kann man das ganze bis Weihnachten unter ikonadvent.blogspot.com.
Kategorien: Emerging Church
Tags: Emergent Deutschland Emergent Forum Emerging Church emerging conversation
von Daniel Hufeisen
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emergent franken
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Beim Emergent Forum haben wir am Sonntag einen emergenten Stammtisch für Franken (und drumherum) gegründet. Wenn du Lust hast, mal bei einem Bier irgendwo in Franken in den emergenten Dialog einzutauchen, melde dich bei mir per E-Mail oder durch einen Kommentar, dann bekommst du einen Einladung in unsere Google Group.
Kategorien: Emerging Church Gemeinde
Tags: cluster ef08 Emergent Deutschland Emergent Forum emerging conversation Gemeinde missional
von Daniel Hufeisen
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Kirche, missional, Cluster…
Workshop beim Emergent Forum 2008 mit Kerstin Kühnel aus der City Church Würzburg (CC) mit dem spannend klingenden Thema “Prozesse von einer Kirche zu einer missionalen Gemeinschaft mit Clustern”.
Ein paar Stichworte, die nicht zwischen Kommentaren, Bericht und Zitaten trennen (mehr für mich zum daran erinnern, aber vielleicht bringen sie euch ja auch etwas):
City Church: Vision, Struktur, Prozesse
- “Kirche sein in Mitten des Lebens”
- Kreativität, Innovation, authentisch leben
- Jesus im Zentrum – Lebensgemeinschaft – Menschen erreichen
- Mitte: Elemente (Mitglieder) – 140 Leute
weiter außen: MiniChurch-Teilnehmer – 280
ganz außen: Gottesdienstbesucher – 450 - Gottesdienste, Mini-Churches (Hauskreise), X-teens etc.
Cluster:
- Hauskreise (so anfangs bei CC) tun sich zusammen, die geographisch oder thematisch zusammen passen
- Nicht nur die kleine Gruppe (Hauskreise) und die ganz große (Gottesdienste), sondern auch mittlere Gruppen (Cluster)
- Das große ist groß, um die anderen zu kennen. Das kleine ist zu klein, um eine Außenwirkung zu haben.
- Gerade ist hier ne ziemliche Spannung im Raum, alle Fragen sich: “Was machen Cluster nun eigentlich?” – Kerstin will diese Spannung aufrecht erhalten. Denn das ist genau die Spannung, die es bei der CC am Anfang auch gab.
- Hauskreis schließen sich zusammen – Hauskreisleiter gingen aufeinander zu.
- Erfolg: Wenn Menschen selbstständig beginnen Jesus nachzufolgen und dies sichtbar wird
- Viele Fragen, wenig Antworten gibt es hier. Denn es geht um gemeinsame Prozesse.
- In Gemeinde/Cluster wichtig: drei Dimensionen: In (Gemeinschaft) – Out (Außenwirkung) – Up (Gottesbeziehung)
Prozesse in der CC:
- Gemeindeleitung lässt sich zweimal pro Jahr von außen (anderen Projekten) inspirieren bzw. zieht sich zurück
- Vision/Bild entwickelt
- Vier Kerne: 1. Vernetzende Kirche sein • 2. inkarnierende Kirche (Ideen: WGs, Kommunitäten, Cafe, sozialmissionarische Projekte…) • 3. organische Kirche (weniger von oben bestimmen…) • 4. stärkende Kirche sein (Gebet hält zusammen, deshalb mind. einmal im Jahr 24/7-Prayer (eine Woche nur CC, eine Woche offen), Teenarbeit, Basic-Kurs (in Kneipen), …)
- Erster Cluster startete: 3 Hauskreise schließen sich zusammen. Schnell Frage: Was ist der Unterschied zu sonst?
- Young-Leaders-Kurs: Junge Leute werden zu Leitern ausgebildet – einmal im Jahr für ein halbes Jahr (haben die Aufgabe eigene Projekte zu entwickeln)
- Gemeindefreizeit im Januar – neue Gedanken reinbringen
- Es gibt Angst vor Veränderung (auch schon nach drei Jahren)
- Foren zu bestimmten Themen/Veränderung mit Möglichkeit zum Gespräch
- Cluster funktionieren in der CC nicht mehr über Hauskreise
- Veränderung braucht einige Jahre Zeit
- Frage kommt immer wieder: “Will ich das überhaupt leben?”
- Cluster bei CC: einer Gottesdienst – anderer engagiert sich bei einem sozialen Projekt im Stadtteil – noch andere laden junge Familien in der Nachbarschaft ein (hat zwei Jahre gebraucht, bis so ein “missionaler Cluster” entstand)
- Wie schaffe ich ein Bewusstsein in der Gemeinde? Zu Foren/Konferenzen einladen, Bücher empfehlen, immer wieder thematisieren…
- Spannung: Wie schaffe ich es neben dem ganzen Gemeindezeugs mich in Cluster zu engagieren? -> Antwort: Oft geht es nicht. Dann das Gemeindezeugs sein lassen!
- Kommentar aus dem Live-Blog: [Comment From k.] @hufi: Genau, das ist es: selbständige Nachfolge. Organisation und Strukturen (z. B. Cluster) können einen Raum dafür schaffen, aber ob es tatsächlich passiert, steht auf einem ganz anderen Blatt
- Seit einem Jahr arbeiten auch Nicht-Christen in den Gemeinde-Teams mit -> Entlastung für die Mitarbeiter
- Angst vor Paradigmenwechsel -> braucht Zeit und Sicherheit von der Leitung -> daher wird z.B. der Gottesdienst nicht “gesprengt”
- Floyd McClung: 5-10% Initiatoren, 60% laufen mit, 10-15% verlassen die Gemeinde (hmm, irgendwie fehlen mir 20%, was war mit denen?) – (Kerstin erklärt in den Kommentaren, wie es richtig ist: 5-10% Initiatoren, 60-70% nicht positioniert, 10-20% verlassen die Gemeinde/ Widerständler)
Gut, mir hat es etwas gebracht.
Kategorien: Blog Emerging Church
Tags: Blog ef08 Emergent Deutschland Emergent Forum emerging conversation Erlangen
von Daniel Hufeisen
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Blogger über das Emergent Forum 2008
Folgende Leute haben bisher folgendes über das Emergent Forum 2008 in Erlangen geschrieben:
Live-Blog zum Nachlesen:
- Freitag Abend
- Samstag Vormittag 1
- Samstag Vormittag 2
- Samstag Nachmittag
- Samstag Abend
- Sonntag Vormittag
Podcast zum Nachhören:
- hören #27: The Great Emergence (Peter Aschoff)
- hören #28: Sexismus in der Gemeinde? Gleichberechtigung und Gleichverpflichtung. (Stini Müller)
- hören #29: Chancen und Grenzen einer gesellschaftsrelevanten Gemeindearbeit (Johannes Reimer)
- hören #30: Das Reich Gottes. Theologischer Schlüsselbegriff in der aktuellen emergent-Debatte. Eine kritische Auseinandersetzung. (Johannes Reimer)
Emergent Deutschland:
Twitter:
–
Harald Sommerfeld:
Dieter Kartmann:
Simon de Vries:
Christian Renz:
rotfuchs:
Walter Färber:
der Lobpreisleiter:
Tobi G.:
Fabse Backhaus:
Sandra Bils:
Kerstin Kühnel:
Wendezeit:
Hendrik Stoppel:
- warum ich emergiere (TIPP!)
Daniel Hufeisen:
Emergente Kommunitäten:
Danny Gandy:
Dominik Sikinger:
- Nach dem EmergentForum… (TIPP!)
Daniel Ehniss:
Arne Bachmann:
David Decker:
- Emergent Forum 2008 Teil 1
- Emergenter Netzwerkabend (Tag 1) (TIPP!)
- Emergenter Forumstag zwischen Gleichberechtigung und Reich Gottes (Tag 2) (TIPP!)
- Emergente Initiativen dringen in die Praxis (Tag 3) (TIPP! – super Fazit)
Peter Aschoff:
Andi Blum:
__
Dies wird laufend aktualisiert (die neusten Artikel findet ihr unten) – wenn was fehlt, schreibt es in den Kommentaren!
Kategorien: Emerging Church Tagebuch
Tags: emerging conversation Tagebuch
von Daniel Hufeisen
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Das Emergent Forum startet
…ziemlich bald.
Hier meine aktuelle Perspektive:

Während des Forums wird auf emergent-deutschland.de live gebloggt. Auch bei Twitter bekommt man natürlich einiges mit: einfach nach den Tag #ef08 suchen.
Ich freue mich…
Kategorien: Emerging Church
Tags: Emergent Deutschland Emergent Forum emerging conversation
von Daniel Hufeisen
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Komm nach Erlangen zum Emergent Forum!
Und, kommst du zum Emergent Forum in einer Woche?
Es würde mich wirklich sehr freuen, dich dort zu treffen. Der offizielle Anmeldeschluss ist zwar schon vorbei, aber trotzdem kann man sich immer noch spontan anmelden. Wenn du kommst, wäre es auch nett, wenn du dich bald anmelden würdest, dann können wir besser planen, z.B. wie viel leckeres Essen wir für Freitagabend bestellen. Es gibt jetzt übrigens am Samstag und Sonntag auch Kinderbetreuung. Dann spricht doch nichts mehr dagegen, zu kommen, oder?
Bis dann!
Kategorien: Emerging Church
Tags: Emerging Church emerging conversation
von Daniel Hufeisen
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dazu fällt mir wirklich kein Titel ein
Endlich erklärt mal jemand, was so DJs (und so) wie ich in Emerging Churches machen:
Besonders gilt das auf dem Gebiet der Musik, wo alle möglichen neuen Spielarten der dämonischen Rock- und Popmusik (Techno, Hiphop, Rap) in die “Gottesdienste eingebaut werden, oft ohne Band, sondern nach Disco-Art durch “DJs” (Disc-Jockeys) elektronisch gemixt und aufbereitet. Aber auch Filme und Videoclips, die weltliche oder pseudospirituelle darstellende Kunst, Gedichte auch ungläubiger “Künstler” werden mit einbezogen. Viele Anhänger “emergenter Gemeinschaften” führen ein völlig weltförmiges Leben mit dämonischer Pop- und Rockmusik, ungläubigen Freunden, mit Alkohol und z. T. auch Drogen und vorehelichem Zusammenleben.
Muss ich mir Gedanken machen, wenn ich nicht allen dort aufgeführten Punkten entspreche? Denn mein theologisches Seminar, meine jetzige Gemeinde, das Buch, an dem ich mitgeschrieben habe und die Bewegung, innerhalb der ich mal eine Gruppe gegründet habe, werden ja auch in dem Artikel erwähnt. Ganz abgesehen von den vielen Freunden und guten Bekannten, deren Namen auftauchen…
(indirekt via soomah)
Kategorien: Emerging Church Glaube Theologie
Tags: Emerging Church emerging conversation Evangelium Glaube Theologie
von Daniel Hufeisen
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Emerging Church: Social Gospel? – Teil 2
Dies ist die Fortsetzung von Emerging Church: Social Gospel?, man sollte also dort anfangen zu lesen.
Letzte Nacht (zumindest für mich) schrieb Johannes eine Antwort auf meine Antwort:
Ich glaube wir sind uns in vielen Dingen ziemlich einig, aber ich mach mich hier einfach mal ein bisschen zum “advocatus diabolus” (oder wie sagt man das
).
Einen Vorbehalt kann ich glaube ich ausräumen: ich nehme hier keine große Angst vor einer “Auflösung” in der Kultur wahr oder einer Anpassung an die Welt. Auch Hope Community Church bezeichnet sich als “missional” und sucht Wege, junge Erwachsene in ihrer Kultur zu erreichen.
Auch kann ich nicht gerade sagen, dass Nächstenliebe keine Rolle spielt, im Gegenteil, ich war bisher in wenigen Gemeinden, die so sehr versucht, sich in bestehende soziale Projekte in der Stadt einzubringen (allerdings selbst keine eigenen Projekte laufen hat).
Gottesliebe und Nächstenliebe gegeneinander auszuspielen (wie Walter es in einem Kommentar formuliert) ist tatsächlich völlig absurd. Aber – jetzt kommt mal der “advocatus” – führt Nächstenliebe zu Gottesliebe oder führt Gottesliebe zu Nächstenliebe? Ich könnte mir vorstellen, dass dies eine Anfrage von “meiner” Gemeinde hier sein könnte. Die sind absolut nicht so drauf a la “Hauptsache gerettet” – im Gegenteil. Ihr Vision-Statement lautet: “To honor God by helping as many people as possible become fully devoted followers of Jesus Christ.” Also gerade Veränderung und Einfluss zum Guten im Hier und Jetzt. Ein hingegebener Nachfolger Jesu setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein und sorgt sich um den Nächsten! (Aber jemand, der sich für soziale Gerechtigkeit einsetzt und sich um den Nächsten sorgt, ist nicht “automatisch” ein Nachfolger Jesu – oder?)
Genau wie du bin ich der Meinung, dass “social” oder “spiritual” die völlig falsche Alternative ist! Mercy Ships (vielleicht auch Jugend mit einer Mission allgemein?), mit denen ich ja vor ein paar Jahren unterwegs war, hat dafür ein schönes Bild: “The two-handed Gospel”. Das Evangelium bedeutet Gute Nachricht für das “jetzt” und für das “noch nicht”, für “Leib” und “Seele”.
Viele (evangelikale) Gemeinden müssen unbedingt die “diakonische” Dimension des Evangeliums wieder stärker in den Blick bekommen! (Ehrlich gesagt glaube ich, dass das mehr und mehr auch begreifen. Jedenfalls in FeGs sehe ich da allmählich eine positive Entwicklung, ich glaube im Februar gibts eine Tagung zu dem Thema. Und wie du schon angemerkt hast ist das auch auf Allianz-Ebene Thema!) Aber ist eine starke Einseitige Betonung wirklich der richtige Weg, Ausgewogenheit zu erreichen? Mir fällt dazu jedenfalls kein historisches Beispiel ein. Warum nicht von vornherein ganz stark die Ausgewogenheit betonen, um eben nicht in die Gefahr zu kommen, auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen?
Was ich hier mitbekomme ist nicht die Befürchtung, dass Emerging Churches zu “sozial” sein könnten (geht das überhaupt?). Es ist tatsächlich die Befürchtung (oder vielleicht sogar Beobachtung?), dass das Evangelium von der vergebenden und versöhnenden Gnade Gottes in Jesus Christus zu kurz kommt (oder diese “Dimension des Evangeliums” – über eine “Formulierung des Evangeliums” müssen wir uns das nächste Mal unterhalten, hab gerade nicht mehr so viel Zeit). Also es eben gar nicht mehr um das “ewige Seelenheil” (uha – naja, ist mir gerade kein besserer Begriff eingefallen) geht. Ein Pastor hat das hier letzte Woche so ausgedrückt: “The Gospel is more than substitutionary atonement (stellvertretende Sühne – sorry, etwas theologisch), but never less.” So, den Satz kannst du ja mal zur Diskussion stellen : )
Wow, jetzt ist das doch länger geworden als gedacht. Bin auf die Diskussion gespannt!
Bevor ich selber auf diese Antwort antworte, habt ihr die Möglichkeit, in den Kommentaren eure Meinung zu den angesprochenen Punkten zu nennen. Auf in eine spannende Diskussion!
Kategorien: Emerging Church Glaube Theologie
Tags: emerging conversation Evangelikale Evangelium Glaube Theologie
von Daniel Hufeisen
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Emerging Church: Social Gospel?
Gestern Abend bekam ich eine Mail von Johannes, einem Freund (mit dem ich auch noch verwandt bin), der gerade für einige Monate in den USA ist. Er hat dort mit einigen Leuten über Emerging Church diskutiert, die der emerging conversation eher kritisch gegenüberstehen:
Die Hauptvorbehalte gegenüber EC ist, dass sie die Gefahr hin zu einem “Social Gospel” sehen, wenn nicht schon jetzt, dann spätestens in der nächsten EC-Generation. Also dass gutes soziales Engagement die Evangeliumsbotschaft von “Jesu stellvertretendem Sühnetod” (um das mal theologisch auszudrücken – ) ersetzt.
Ich sehe natürlich auch die andere Gefahr eines Evangeliums, das nicht verändert und nicht gelebt wird. Und ich denke, dem entgegenzuwirken ist auch eines der positiven Anliegen, der Emerging Conversation. Aber siehst du auch die oben beschriebene Gefahr?
Soweit ein Ausschnitt aus seiner Mail (ich habe natürlich gefragt, ob ich das hier bloggen darf – man brauhht also keine Angst haben, wenn man mir ne Mail schickt).
Hier meine Antwort auf diese Frage:
Ja, es ist eine Gefahr, dass es in einer zweiten Generation zum “social gospel” wird.
Aber die letzten Jahrzehnte sah es in vielen (evangelikalen) Gemeinden eher so, dass aus dem dem “ganzheitlichen” Evangelium ein rein “geistliches” (bessere Begriffe fallen mir gerade nicht ein) Evangelium wurde, indem das “soziale” des Evangeliums vergessen wurde. Und das Evangelium hat definitiv eine soziale Dimension (man muss nur mal Jesu erste Predigt laut Lukas lesen (Lukas 4,18 und drumherum)). Der Pietismus z.B. war sich anfangs dieser Dimension sehr bewusst, viele Pietisten setzen sich stark für soziale Gerechtigkeit ein. Ein Blick in ein Kirchengeschichtsbuch oder in die Wikipedia zeigen das: “Auch das soziale Engagement des Pietismus (unter anderem die daraus erwachsenen Diakonissenanstalten und Sozialwerke) hat nachhaltige Veränderungen in Gesellschaft und Politik hervorgerufen. Viele soziale Anstalten (Waisenhäuser, Krankenhäuser), die heute vom Staat geführt werden, sind auf den Pietismus zurückzuführen.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus). Ich, der ich in solchen Kreisen aufgewachsen bin, habe davon aber recht wenig gesehen und gehört (ich kann mich an keine Predigt erinnern, die das explizit thematisiert hat, du etwa?).Wie du auch, denke ich da, dass es ein Anliegen der emerging conversation ist, da entgegenzuwirken. Und den “schmalen Pfad” zu finden, zwischen einem einseitig betonten “social” oder “spiritual” gospel.
Dass die Gefahr besteht, dass die eine (aus heutiger konservativer Sicht die negativere – warum eigentlich?) Seite in Zukunft überbetont wird, ist für mich kein Grund, nicht einen Weg zu suchen, wie wir heute beide Seiten betonen und leben(!) können. Dass dabei zurzeit in der emerging conversation die soziale Seite teilweise mehr angesprochen wird, liegt m. E. einfach daran, dass viele in diesem Dialog aus einem Hintergrund kommen, wo diese soziale Dimension die letzten Jahre etwas in Vergessenheit geraten ist.
Eine ähnliche Frage und Angst ist, dass sich die emerging church ganz in der Kultur auflöst und sich in allem “der Welt” anpasst (- diese Angst vermute ich auch bei den Leuten, mit denen du gesprochen hast). Hierzu habe ich mal in einem Artikel über den Besuch von Jason Clark und Brian McLaren für die Zeitschrift “ichthys” folgendes geschrieben:
“Immer wieder suchen Christen den schmalen Pfad zwischen Ghetto und Auflösung in der Kultur ihrer Zeit. Für mich ist die gesamte „emerging conversation” ein Ausdruck dieser Suche, die von vielen Fragen getrieben wird: Wie schaffen wir es, den Glauben so zu leben und kommunizieren, dass es für die Menschen um uns herum (und auch für uns selbst) „relevant” ist und wir sie „erreichen”, ohne dass wir Jesus Christus als Mittelpunkt verlieren? Wie kann eine Gemeinde heute ihrer Sendung entsprechen? Wie sieht Gottes- und Nächstenliebe in unserer Zeit praktisch aus? Wie kann man als postmodern denkender Mensch, der nicht an absolute Wahrheiten glaubt, an Jesus Christus, der sich selbst als die Wahrheit bezeichnet, glauben? Wie sieht eine Theologie aus, die unseren Kontext beachtet und dabei der Bibel und vor allem dem dreieinigen Gott treu bleibt?”
Ja, ich sehe auch die Gefahren. Aber vielmehr sehe ich diese und weitere Fragen, die wir einfach stellen und beantworten müssen. Und ich lese da in einem für mich heiligen Buch von Sünde und Kreuz aber auch von Armut und Befreiung, ich lese von einem Gott, dem es um mehr als nur das Seelenheil geht, ich lese von einem Mensch, der auch ganz Gott war, der dies gelebt hat: Die Liebe zu Gott und zu den Menschen in allen Dimensionen.
Das meine spontanen Gedanken gestern Nacht.
Was denkst du dazu?
–
Nachtrag (2008-10-31):
In den Kommentaren findet man schon spannende Meinungen dazu, wobei deine Meinung auch noch spannend wäre!
Dort wird auch auf folgende Blog-Einträge woanders hingewiesen, die zu dem Thema spannend sind:
- Sam: Wie man eine Wiederholung der Geschichte meiden könnte – eine direkte Antwort auf diesen Artikel
- Scot McKnight: Emerging: A Response – Ein Brief von Scot an junge “Emergente”
- Walter: A community called atonement – Kapitel 14 – Zusammenfassung des Buches von Scot – passt zum Thema
- Peter: Zu viel der Nächstenliebe? – Artikel und lange Diskussion zu einem ähnlichen Thema
Vielen Dank für die bisherigen Kommentare und Hinweise! Weiter so!
–
Nachtrag 2 (2008-10-31):
Während wir hier diskutieren spricht auch die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) in Pattaya über unsere “soziale Verantwortung” (siehe: idea-Meldung)







