Kategorien: Emerging Church Glaube Theologie
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von Daniel Hufeisen
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Emerging Church: Social Gospel?
Gestern Abend bekam ich eine Mail von Johannes, einem Freund (mit dem ich auch noch verwandt bin), der gerade für einige Monate in den USA ist. Er hat dort mit einigen Leuten über Emerging Church diskutiert, die der emerging conversation eher kritisch gegenüberstehen:
Die Hauptvorbehalte gegenüber EC ist, dass sie die Gefahr hin zu einem “Social Gospel” sehen, wenn nicht schon jetzt, dann spätestens in der nächsten EC-Generation. Also dass gutes soziales Engagement die Evangeliumsbotschaft von “Jesu stellvertretendem Sühnetod” (um das mal theologisch auszudrücken – ) ersetzt.
Ich sehe natürlich auch die andere Gefahr eines Evangeliums, das nicht verändert und nicht gelebt wird. Und ich denke, dem entgegenzuwirken ist auch eines der positiven Anliegen, der Emerging Conversation. Aber siehst du auch die oben beschriebene Gefahr?
Soweit ein Ausschnitt aus seiner Mail (ich habe natürlich gefragt, ob ich das hier bloggen darf – man brauhht also keine Angst haben, wenn man mir ne Mail schickt).
Hier meine Antwort auf diese Frage:
Ja, es ist eine Gefahr, dass es in einer zweiten Generation zum “social gospel” wird.
Aber die letzten Jahrzehnte sah es in vielen (evangelikalen) Gemeinden eher so, dass aus dem dem “ganzheitlichen” Evangelium ein rein “geistliches” (bessere Begriffe fallen mir gerade nicht ein) Evangelium wurde, indem das “soziale” des Evangeliums vergessen wurde. Und das Evangelium hat definitiv eine soziale Dimension (man muss nur mal Jesu erste Predigt laut Lukas lesen (Lukas 4,18 und drumherum)). Der Pietismus z.B. war sich anfangs dieser Dimension sehr bewusst, viele Pietisten setzen sich stark für soziale Gerechtigkeit ein. Ein Blick in ein Kirchengeschichtsbuch oder in die Wikipedia zeigen das: “Auch das soziale Engagement des Pietismus (unter anderem die daraus erwachsenen Diakonissenanstalten und Sozialwerke) hat nachhaltige Veränderungen in Gesellschaft und Politik hervorgerufen. Viele soziale Anstalten (Waisenhäuser, Krankenhäuser), die heute vom Staat geführt werden, sind auf den Pietismus zurückzuführen.” (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Pietismus). Ich, der ich in solchen Kreisen aufgewachsen bin, habe davon aber recht wenig gesehen und gehört (ich kann mich an keine Predigt erinnern, die das explizit thematisiert hat, du etwa?).Wie du auch, denke ich da, dass es ein Anliegen der emerging conversation ist, da entgegenzuwirken. Und den “schmalen Pfad” zu finden, zwischen einem einseitig betonten “social” oder “spiritual” gospel.
Dass die Gefahr besteht, dass die eine (aus heutiger konservativer Sicht die negativere – warum eigentlich?) Seite in Zukunft überbetont wird, ist für mich kein Grund, nicht einen Weg zu suchen, wie wir heute beide Seiten betonen und leben(!) können. Dass dabei zurzeit in der emerging conversation die soziale Seite teilweise mehr angesprochen wird, liegt m. E. einfach daran, dass viele in diesem Dialog aus einem Hintergrund kommen, wo diese soziale Dimension die letzten Jahre etwas in Vergessenheit geraten ist.
Eine ähnliche Frage und Angst ist, dass sich die emerging church ganz in der Kultur auflöst und sich in allem “der Welt” anpasst (- diese Angst vermute ich auch bei den Leuten, mit denen du gesprochen hast). Hierzu habe ich mal in einem Artikel über den Besuch von Jason Clark und Brian McLaren für die Zeitschrift “ichthys” folgendes geschrieben:
“Immer wieder suchen Christen den schmalen Pfad zwischen Ghetto und Auflösung in der Kultur ihrer Zeit. Für mich ist die gesamte „emerging conversation” ein Ausdruck dieser Suche, die von vielen Fragen getrieben wird: Wie schaffen wir es, den Glauben so zu leben und kommunizieren, dass es für die Menschen um uns herum (und auch für uns selbst) „relevant” ist und wir sie „erreichen”, ohne dass wir Jesus Christus als Mittelpunkt verlieren? Wie kann eine Gemeinde heute ihrer Sendung entsprechen? Wie sieht Gottes- und Nächstenliebe in unserer Zeit praktisch aus? Wie kann man als postmodern denkender Mensch, der nicht an absolute Wahrheiten glaubt, an Jesus Christus, der sich selbst als die Wahrheit bezeichnet, glauben? Wie sieht eine Theologie aus, die unseren Kontext beachtet und dabei der Bibel und vor allem dem dreieinigen Gott treu bleibt?”
Ja, ich sehe auch die Gefahren. Aber vielmehr sehe ich diese und weitere Fragen, die wir einfach stellen und beantworten müssen. Und ich lese da in einem für mich heiligen Buch von Sünde und Kreuz aber auch von Armut und Befreiung, ich lese von einem Gott, dem es um mehr als nur das Seelenheil geht, ich lese von einem Mensch, der auch ganz Gott war, der dies gelebt hat: Die Liebe zu Gott und zu den Menschen in allen Dimensionen.
Das meine spontanen Gedanken gestern Nacht.
Was denkst du dazu?
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Nachtrag (2008-10-31):
In den Kommentaren findet man schon spannende Meinungen dazu, wobei deine Meinung auch noch spannend wäre!
Dort wird auch auf folgende Blog-Einträge woanders hingewiesen, die zu dem Thema spannend sind:
- Sam: Wie man eine Wiederholung der Geschichte meiden könnte – eine direkte Antwort auf diesen Artikel
- Scot McKnight: Emerging: A Response – Ein Brief von Scot an junge “Emergente”
- Walter: A community called atonement – Kapitel 14 – Zusammenfassung des Buches von Scot – passt zum Thema
- Peter: Zu viel der Nächstenliebe? – Artikel und lange Diskussion zu einem ähnlichen Thema
Vielen Dank für die bisherigen Kommentare und Hinweise! Weiter so!
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Nachtrag 2 (2008-10-31):
Während wir hier diskutieren spricht auch die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) in Pattaya über unsere “soziale Verantwortung” (siehe: idea-Meldung)
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Tags: MP3 Musik
von Daniel Hufeisen
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Musik für den Augenblick: !K7
Vor langer Zeit gab es hier immer mal wieder Hinweise auf frei im Netz herunterladbaren Musik. Aber eigentlich muss man dafür ja nur ab un zu mal bei Tonspion vorbeischauen.
Durch einen Newsletter wurde ich aber eben auf einen qualitativ sehr hochwertigen kostenlosen Sampler hingewiesen, über den bei Tonspion bisher noch nichts zu lesen war: Ein Sampler von !K7, einem der besten Labels aus Deutschland mit Musikern aus aller Welt. Man muss nur deren Newsletter abonnieren, um 9 gute Songs/Tracks zu bekommen, u.a. von Hot Chip, Carl Craig, The Matthew Herbert Big Band und Bomb The Bass.
Kategorien: Glaube Internet
Tags: Glaube social network
von Daniel Hufeisen
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Alle Christen müssen
Gestern bekam ich in einem der vielen Sozialen Netzwerke von einer jungen Christin eine Einladung in die Gruppe “Alle Christen des xy-Netzwerks müssen in diese Gruppe“. Ich habe die nett gemeinte Einladung abgelehnt, denn irgendwie mag ich keine Sätze, in denen das Wort “Christen” zusammen mit dem Wort “müssen” auftauchen. Mir fallen wirklich keine vernünftigen Sätze ein, die mit “Alle Christen müssen” beginnen. Dir etwa?
Kategorien: Internet Medien Musik
Tags: Medien Musik Video
von Daniel Hufeisen
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MTV Music
Lustig. MTV, das M steht übrigens für Music, streicht wohl in Zukunft die meisten in Deutschland produzierten Sendungen, wobei Musik ja schon länger kaum eine Rolle bei dem Sender spielt.
Aber es gibt nur MTV Music, also “Music Television Music”. Dort kann man in Netz einige Tausend Musikvideos anschauen. Und das in guter Qualität. Und man kann sie in ebensoguter Qualität in Blogs etc. einbinden. Warum das besser als YouTube ist schreibt der popkulturjunkie.
Um das zu testen, hier ein Video was ich früher unzählige Male bei MTV chillout zone (was ich damals jede Woche nachts auf VHS aufnahm und dann später schaute) gesehen habe:
Nachtrag:
Schade, bei Aphex Twin funktioniert Fullscreen nicht. Aber vielleicht bei Björk:
Nachtrag 2 (2008-10-29):
Und schon funktionieren die Player nicht mehr…
Kategorien: Filme Glaube Internet
Tags: Jesus Video Zeitgeist
von Daniel Hufeisen
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Zeitgeist – das Video
ZeitGeist, das Buch, ist glaube ich allen meinen Lesern bekannt, oder?
Vielleicht seid ihr aber auch schon mal über das Video Zeitgeist gestolpert, es wurde immerhin von Tausenden Leuten die letzten Jahre im Internet angesehen. Darin finden sich auch verschiedenste “Vorwürfe” gegen den christlichen Glauben.
Der neue Tabor-Blogger Andi hat vor ein paar Tagen darauf hingewiesen. Daraufhin hat der schon länger aktive Tabor-Blogger Sam eine gar nicht so kurze kurze Stellungnahme dazu geschrieben, auf die ich hier gerne hinweisen möchte. Es lohnt, sie mal zu lesen, da doch viele dieses Video gesehen haben und die “Argumente” auch ansonsten immer wieder auftauchen.
Also: Hier klicken und lesen.
Kategorien: Glaube Soziales
Tags: Armut Bibel Blog Globalisierung Jesus
von Daniel Hufeisen
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Blog Action Day: Armut
Heute ist mal wieder der Blog Action Day. Tausende Blogger weltweit bloggen heute über Armut.
Und was blogge ich dazu?
Armut war ja immer wieder Thema hier auf einAugenblick.de.
Und auch letzten Sommer bei ELIA, dazu ich empfehle die Predigten zum Thema (Mai bis August 2007).
Auch auf meine Arbeit zu Globalisierungskritik möchte dazu noch mal hinweisen.
Trotzdem noch einige ungeordnete Gedanken:
Armut ist zur Zeit auch ein merkwürdiges Thema. Vor einer Woche war ein Familienvater bei Anne Will, der gerade seine Ersparnisse für die Ausbildung der Kinder komplett verloren hat (hier kann man es nachhören). 20.000 Euro. Das ist fast 1,5 mal soviel Geld als mehr als die Hälfte der Menschen in Tansania in ihrem ganzen Leben zur Verfügung haben!* Wie viel manche der “Geld-Hinundherschieber” innerhalb weniger Sekunden verloren haben, möchte ich gar nicht wissen.
Wenn ich mir dann anschaue, was man mit 700 Milliarden Dollar alles finanzieren könnte (das war mal so nen geplantes “Rettungspaket” der USA), z.B. ausreichend Aids-Medikamente für über 46 Jahre (Quelle und weitere Liste). Inzwischen sind wir da weltweit ja zusammengerechnet bei viel größeren Zahlen (2,5 Billionen Euro – wie viele Nullen sind das nochmal?). Mmmh.
Und währenddessen erhöht sich die Zahl der Hungernden weltweit von 848 auf 923 Millionen. Die Welthungerhilfe fordert deshalb ein “Rettungspaket gegen den Hunger” (Quelle). Mmmh.
Und was ist mit Gott? Mit Jesus?
Jesus kam ja auf diese Welt vor 2000 Jahren und hat gleich am Anfang mal Jesaja zitiert und damit gesagt, wozu er gekommen ist:
»Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt mit dem Auftrag, den Armen gute Botschaft zu bringen, den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen werden, den Unterdrückten die Freiheit zu bringen, und ein Jahr der Gnade des Herrn auszurufen.« (Lukas 4,17-19)
Und später sagte er mal:
»Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr arm seid; denn euch gehört das Reich Gottes. Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt hungert; denn ihr werdet satt werden. Glücklich zu preisen seid ihr, die ihr jetzt weint; denn ihr werdet lachen.« (Lukas 6,20-21)
Und was sollen wir machen?
Jesus wird einmal zu einigen sagen:
›Kommt her, ihr seid von meinem Vater gesegnet! Nehmt das Reich in Besitz, das seit der Erschaffung der Welt für euch vorbereitet ist. 35 Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war ein Fremder, und ihr habt mich aufgenommen; 36 ich hatte nichts anzuziehen, und ihr habt mir Kleidung gegeben; ich war krank, und ihr habt euch um mich gekümmert; ich war im Gefängnis, und ihr habt mich besucht.‹ 37 Dann werden ihn die Gerechten fragen: ›Herr, wann haben wir dich denn hungrig gesehen und dir zu essen gegeben, oder durstig und dir zu trinken gegeben? 38 Wann haben wir dich als Fremden bei uns gesehen und haben dich aufgenommen? Oder wann haben wir dich gesehen, als du nichts anzuziehen hattest, und haben dir Kleidung gegeben? 39 Wann haben wir dich krank gesehen oder im Gefängnis und haben dich besucht?‹ 40 Darauf wird der König ihnen antworten: ›Ich sage euch: Was immer ihr für einen meiner Brüder getan habt – und wäre er noch so gering geachtet gewesen –, das habt ihr für mich getan.‹ (Matthäus 25,34-40)
Was er zu den anderen sagt, könnt ihr in den folgenden Versen nachlesen – das klingt dann nicht mehr so nett.
Und was machen wir?
Dazu hat Sammy heute folgendes geschrieben, was ich einfach mal hier zitiere:
Lass uns kleine Schritte gehen. Die Großen habe ich nicht geschafft, obwohl ich sie schon so lange will. Lass uns kleine Dinge im Alltag ändern, Konsum zurücknehmen. Wenigstens kleine Schritte. Lass uns nicht einschüchtern lassen, wenn sowieso alles aussichtslos erscheint, weil wir letztendlich nur ein kleiner Teil eines großen Ganzen sind. Lass unsere Motivation nicht zurückgehen, wenn wir merken, dass die Romantik in solchen Fragen schnell weg geht und manche Versuche misslingen. Es geht nicht darum, das Offensichtliche zu tun, sondern das, was notwendig ist. Lass uns nicht zum Extremisten, zum Öko oder zum Hippie abstempeln, das ist nur der Versuch, unserer Sache die Ernsthaftigkeit zu nehmen und uns in eine Ecke zu stellen. Machen wir es, als wäre es das Normalste der Welt. Das ist es nämlich.
Ich bin reich. Du auch. Lass dir nichts einreden. Andere sind arm. Ist es nicht an der Zeit, dagegen etwas zu machen?
Ach so, am Sonntag ist der Micha-Sonntag und die Aktion Stand-Up (Infos über beides), vielleicht eine gute Möglichkeit mal in der Gemeinde darüber nachzudenken und dann aktiv zu werden.
* 57,8% haben dort weniger als 1$ pro Tag (Quelle). Durchschnittliche Lebenserwartung: 51,45 Jahre (Quelle). Sie haben also in ihrem Leben weniger als 18.615$. 20.000€ sind wiederum 27.128$. Und 18.615*1,5= 27.922,5.
Kategorien: Bücher Emerging Church
Tags: Bücher emerging conversation
von Daniel Hufeisen
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Entdecke Emerging Church: Bücher
(Nicht nur) für die Teilnehmer des “Entdecke Emerging Church”-Seminars eine Liste mit einigen deutschsprachigen Büchern, die in der emerging conversation eine wichtige Rolle spielen:
- “ZeitGeist: Kultur und Evangelium in der Postmoderne” (Faix & Weissenborn (Hg.)) – viele verschiedene meist ziemlich gute Artikel (u.a. von Fabse und mir)
- “Die Zukunft gestalten: Innovation und Evangelisation in der Kirche des 21. Jahrhunderts” (Michael Frost, Alan Hirsch) – geniales Buch über missionale Gemeinde (leider wurde “missional” mit “missionarisch” übersetzt)
- “Das 1×1 der Emerging Church” (Fabian Vogt) – ganz kurze Einführung, die natürlich nur eine Sichtweise darstellt
- “Emerging Church – Die postmoderne Kirche: Spiitualität und Gemeinde für neue Generationen” (Dan Kimball) - hier geht es viel um neue Gottesdienstformen, wenn man nicht erwartet, dass man danach alles über Emerging Church weiß, ist es echt gut
- “Velvet Elvis – ein neues Bild des Glaubens malen. Neuauflage des Bestsellers Jesus unplugged: Authentisch gelebtes Christsein der heutigen Generation im 21. Jahrhundert” (Rob Bell) – super Buch, dass einem hilft, den eigenen Glauben neu zu malen.
- “Die geheime Botschaft von Jesus: Die Wahrheit, die alles verändern könnte” (Brian D. McLaren) – Gutes Buch über Jesu Botschaft mit einem etwas zu reißerischen Titel
- “Höchste Zeit, umzudenken: Jesus, globale Krisen und die Revolution der Hoffnung” (Brian McLaren) – ganz neu auf Deutsch – Brian McLaren Antworten auf die globalen Krisen
- “Die jungen Wilden” (David Schäfer) – unterschiedlichste neue Gemeinden/Bewegungen in Deutschland/Schweiz werden vorgestellt
- “Ich muss verrückt sein, so zu leben. Kompromisslose Experimente in Sachen Nächstenliebe” (Shane Claiborne) – Ja. Das Buch sollte man wirklich gelesen haben. Es geht weniger um Gemeinde als um ein Leben, dass sich der Nächstenliebe widmet – sehr herausfordernd!
- “Der Jesus-Faktor” (Kester Brewin) – Manche sagen, es ist genial, andere betonen eher theologische Schwächen – wahrscheinlich stimmt beides, ich selbst habe es auf jeden Fall bisher noch nicht gelesen.
In den Kommentaren wurden noch folgende Bücher vorgeschlagen:
- “Eine unaufhaltsame Kraft” (Erwin R. McManus) – Hannes: “Das Bild vom Pastor/Leiter/etc. als geistlichen Umweltschützer, dass er schon auf den ersten Seiten malt finde ich genial.”
- “How (Not) to Speak of God” (Peter Rollins) (Englisch!) – Onkel Toby: “Das beste Theorie/Praxis-Buch, das ich über EmCh kenne”
Habe ich was wichtiges vergessen? Englische Bücher gibt es natürlich noch so einige sehr gute.
Kategorien: Glaube Tabor
Tags: Blog Tabor
von Daniel Hufeisen
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Andere über das Jugendtreffen Plus
Eine kleine Linkliste (diesmal mit unhübschen vollen URLs) mit netten Berichten vom Jugendtreffen Plus:
- http://blog.xxee.de/?p=605
- http://cn2480981.coolnic.de/?p=67
- http://www.duschwuschel.com/2008/10/12/jugendtreffen-plus-2/
- http://hinterhofbubi.wordpress.com/2008/10/13/manche-nannten-es-jugendtreffen-plus/
- http://raphaelkunz.blogspot.com/2008/10/jugendtreffen.html
- http://stabheuschreck.wordpress.com/2008/10/13/wer-bin-ich/
- http://refluct-de.blogspot.com/2008/10/zweifel-als-etwas-notwendiges-und-gutes.html
- http://einaugenblick.de/2008/10/13/plus-weiter/
- http://einaugenblick.de/2008/10/14/kritik-an-der-gesellschaft/
- http://sarastowicek.blogspot.com/2008/10/haltzusammenzusammenhalt.html
- http://refluct-de.blogspot.com/2008/10/wider-die-konsumgemeinde.html
- http://blog.xxee.de/?p=612
Wen/was habe ich vergessen?
Kategorien: Emerging Church Gemeinde Gesellschaft Glaube Soziales
Tags: Emergent Deutschland emerging conversation Gemeinde Gesellschaft Konsum Politik
von Daniel Hufeisen
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Kritik an der Gesellschaft
Bei beiden “Entdecke Emerging Church”-Seminaren am Samstag kam die Frage auf, ob nicht auch Kritik an der Gesellschaft wichtig wäre, Jesus habe ja auch ziemlich deutlich Sünde/Missstände angesprochen. Davor hatte ich von Inkarnation, Kontextualisierung und “in die Welt gesandt sein” gesprochen…
Ein paar Gedanken zu diesen Nachfragen/Vorwürfen (am Samstag waren es Nachfragen, ich habe das aber auch schon als Vorwurf gehört/gelesen):
Christen sollten nicht nur als Moralapostel mit erhobenem Zeigefinger wahrgenommen werden. Ich will nicht zu einem Verein gehören, der vor allem dafür bekannt ist, gegen Homosexualität, Abtreibung und Evolution zu sein. Denn im christlichen Glauben geht es nicht darum, gegen etwas zu sein. Es geht um eine gute Botschaft, um einen Gott der für uns ist.
Ja, es besteht die Gefahr, dass wir uns in der Gesellschaft auflösen und kein klares Profil mehr zeigen (und das ist sicherlich auch eine der Gefahren der Emerging Church). Das ist aber nicht mein Ziel und auch nicht das Ziel der Leute aus dem “emergenten Diaolog”, die ich kenne.
Gemeinde sollte “Kontrastgesellschaft” sein. Jesus drückt das wunderbar mit den Worten Salz bzw. Licht der Welt aus. Ein klarer Kontrast. Aber ein positiver.
Dazu ein Absatz aus meiner Diplomarbeit:
So ist es auch heute nicht die Aufgabe einer Gemeinde die gesellschaftlichen Strukturen und Lebensentwürfe zu bewahren, sondern diese zu hinterfragen und eine alternative Kultur zu vermitteln. Dabei hinterfragt die Gemeinde die Gesellschaft nicht einfach um des Widerspruchs willen, sie schaut auch nicht aus einem elitären Verständnis auf die Gesellschaft herab. Was Kontrastgesellschaft stattdessen bedeutet, führt GERHARD LOHFINK in ‚Wie hat Jesus Gemeinde gewollt?’ aus:
„Gemeint ist vielmehr einzig und allein Kontrast für die anderen und um der anderen willen, also jene Kontrastfunktion, die unüberbietbar ausgesprochen ist in den Bildern vom ‚Salz der Erde’, vom ‚Licht der Welt’ und von der ‚Stadt auf dem Berg’ (Mt 5,13f). Gerade weil die Kirche nicht für sich selbst, sondern ganz und ausschließlich für die Welt da ist, darf sie nicht zur Welt werden, sondern muß ihr eigenes Gesicht behalten. Falls sie ihre Konturen verliert, ihr Licht auslöscht und ihr Salz schal werden läßt, kann sie die übrige Gesellschaft nicht mehr verändern. Dann hilft keine missionarische Aktivität mehr; dann hilft kein noch so betriebsames gesellschaftliches Engagement nach außen hin mehr.“ (Lohfink, Wie hat Jesus Gemeinde gewollt, 169)
Außerdem braucht man Autorität und/oder eine gute Beziehung, damit Kritik auch wirklich ankommt. Wenn ein Professor mich (bzw. meine Gedanken/Taten) kritisiert, höre ich hin. Wenn ein Freund mich kritisiert, höre ich hin. Aber wenn ein merkwürdiger Fremder mich kritisiert, interessiert mich das äußerst selten. – Für die meisten Menschen sind wir Christen merkwürdige Fremde…
Bevor wir kritisieren sollten wir versuchen, erst einmal positiv aufzufallen. Indem wir das tun, wozu wir von Jesus eindeutig berufen sind: Unsere Nächsten (ganz praktisch) zu lieben. Ja, wo fordert uns eigentlich Jesus auf, Sünde in der Gesellschaft (bzw. bei Menschen außerhalb der Gemeinde) zu kritisieren? Mir fallen da spontan eher gegenteilige Stellen ein: Matthäus 7,1-5 zum Beispiel.
Wenn irgendein Pfarrer ein Buch über sexuelle Verwahrlosung bei Kindern und Jugendlichen in einem frommen Verlag schreiben würde, wen/welche Medien würde das interessieren?
Wenn aber solch ein Pfarrer vorher ein großes christliches Kinder- und Jugendprojekt aufbaut, in dem Nächstenliebe und Einsatz für Gerechtigkeit (”Trachtet zuerst nach…”) praktisch werden, das wirklich Salz und Licht in teilweise ziemlich dunkler Umgebung ist, dann berichten plötzlich (fast) alle großen Medien darüber. Die Kritik kommt an.
Außerdem findet man auch in der “emerging conversation” immer wieder klare Kritik an der Gesellschaft. Ein wichtiges Thema ist zum Beispiel Kritik an der Konsumgesellschaft (u.a. Jason Clark bei den “Emergent Deutschland”-Veranstaltungen letztes Jahr oder natürlich Shane Claiborne). Das Kritik/Umdenken/Handeln in diesen Bereichen notwendig, merkt die letzten Wochen hoffentlich jeder. Hier ist es sicherlich auch Aufgabe der Gemeinde, Kontrastgesellschaft zu sein und Alternativen aufzuzeigen.
Wie müsste das Leben der Christen/Gemeinden aussehen, damit wir in einer Gesellschaft, die von Konsum, Geiz, sexueller Verwahrlosung etc. geprägt ist, wirklich Licht für die Menschen um uns herum sind? – Und zwar kein Licht, dass nur auf als Scheinwerfer auf angebliche Sünde strahlt, sondern ein Licht, das den Menschen hilft, ein Licht, das es hell macht, das wärmt, das Freude bringt und den Weg weist.
Kategorien: Marburg Tabor Tagebuch
Tags: Marburg Tabor Tagebuch
von Daniel Hufeisen
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Plus: weiter.
“weiter. entdecke, was du glaubst.” war das Thema des diesjährigen Jugendtreffen Plus. Für mich war es das erste Mal wieder in Marburg/Tabor seit ich in Erlangen lebe. Schon war’s mal wieder alte und weniger alte Freunde zu treffen und auch neue Leute kennen zu lernen… (siehe)
Gut lief auch das Seminar “Entdecke Emerging Church”, dass ich zusammen mit Fabse hielt. Ich glaube, dass wir es geschafft haben, deutlich zu machen, dass bei Emerging Church nicht um ein Konzept geht, sondern um ein Gespräch, dass uns alle angeht – die emerging conversation / den emergenten Dialog.
Das “Gebetsexperiment” am Samstagabend, die Predigten und natürlich die Plus-Lounge waren wie erwartet auch wieder gut.






